„Badstuber und Müller haben das Potenzial!“

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Thomas Müller (oben) im Gespräch mit Louis van Gaal

München - Kommt eine Berufung von Holger Badstuber und Thomas Müller in die Nationalmannschaft zu früh? Gegenüber der tz nimmt Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger Stellung.

Sie sind die großen Überraschungen der bisherigen Saison des FC Bayern: Holger Badstuber und Thomas Müller. Zwei Talente, die vor der Saison zu den Profis aufstiegen – und sofort den Durchbruch schafften. Die Bilanz bisher: Badstuber verpasste in Bundesliga und Champions League noch keine einzige Spielminute, Müller wurde in allen zwölf Pflichtspielen eingesetzt, schoss dabei fünf Tore. Eine Bilanz, die die Republik aufhorchen lässt.

Kein Wunder, dass da auch die Nationalmannschaft schnell zum Thema wurde. Bundestrainer Jogi Löw bestätigte jetzt, dass die DFB-Beobachter besonders auf Thomas Müller ein Auge geworfen haben. Ergebnis: schon gegen Russland wäre Müller beinahe berufen worden, in den kommenden Freundschaftsspielen gegen Chile (14. November in Köln) und Ägypten (18. November in Gelsenkirchen) soll er sicher im Kader sein.

Für Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger kommt die Berufung nicht überraschend. Denn auch Nerlinger weiß: Wer bei den Bayern regelmäßig spielt und dabei auch noch überzeugt, der ist immer ein Thema für die Nationalmannschaft. „Wichtig ist, dass die beiden weiter konstant ihre Leistung bringen, alles andere ergibt sich dann von alleine“, sagte der Manager zur tz.

Doch kommt die Berufung nicht zu früh? Immerhin spielen Badstuber und Müller ihre erste Saison als Profis? Nerlinger ist sich dessen bewusst, ein Argument gegen eine Nominierung der beiden Kumpels sei das aber nicht. „Es ist heutzutage einfach so, dass gewisse Entwicklungen schneller gehen, als es noch vor ein paar Jahren war. Und wenn sie die Qualität mitbringen – und ich denke das tun sie – und Konstanz in ihre Leistungen bringen – wieso nicht?“, meint Nerlinger.

Für Müller könnte der Traum vom Nationalspieler schon bald in Erfüllung gehen – Badstuber wird bald um seinen Platz bei Bayern kämpfen müssen. Der Grund: Martin Demichelis ist wieder fit, wurde jetzt von Maradona in der argentinischen Nationalmannschaft eingesetzt und drängt ins Team zurück. Badstuber: „Ich habe keine Angst und will meinen Platz behaupten.“

Was in einem 26er-Kader ganz schön schwierig ist, wie in dieser Saison bereits einige Spieler schmerzhaft erfahren mussten. Beispiel: Christian Lell, Alexander Baumjohann, Breno oder Andreas Görlitz. Sie spielten unter van Gaal bislang überhaupt keine Rolle, wenn nun die verletzten demichelis, Mark van Bommel und Luca Toni zurückkehren, dürfte es für sie noch schwerer werden, es in den Kader zu schaffen. Wie wäre es also, sie zur Winterpause auszuleihen? Nerlinger: „Für diese Spieler ist es natürlich sehr schwer. Da muss man sich zu einem gegebenen Zeitpunkt zusammensetzen und mit dem Spieler diskutieren wie es weiter gehen soll. Ich kann mich gut in ihre Lage hineinversetzen, ich war ja auch mal Spieler. Es ist mir zum Glück nur einmal passiert, dass ich auf der Tribüne gelandet bin – aber das ist natürlich nicht das, was man sich als Spieler wünscht, das ist klar.“ Scheint also, als würde sich der Kader im Winter verkleinern.

jj

Der große WM-Check: Wer fährt mit nach Südafrika?

Der große WM-Check: Wer ist – stand Mitte Oktober – 2010 dabei? Wer hat gute Chancen? Wer muss um seinen Platz kämpfen? Und wer könnte noch überraschend auf den Zug ans Kap aufspringen? Klicken Sie sich hier durch die Kandidaten. (Texte: tz) © Getty
Sicher dabei: Arne Friedrich (30/Hertha BSC): Aufgrund seiner Erfahrung (68 Länderspiele, drei Turnier-Teilnahmen) gesetzt. © Getty
Sicher dabei: Bastian Schweinsteiger (25/FC Bayern): Als Mittelfeldmotor und Kreativspieler eine fest Größe © Getty
Sicher dabei: Heiko Westermann (26/Schalke): Der 15-fache Nationalspieler war in der Innenverteidigung zuletzt immer gesetzt. © Getty
Sicher dabei: Lukas Podolski (24/Köln): Immer für ein Tor gut – und auch schon mit 67 Länderspielen und drei Turnier-Teilnahmen. © Getty
Sicher dabei: Mario Gomez (24/FC Bayern): Zuletzt im Formtief, in der Bundesliga aber gewohnt treffsicher. © Getty
Sicher dabei: Mesut Özil (21/Bremen): Die Entdeckung der Ära Löw. Ein Spielmacher, wie ihn Deutschland lange nicht mehr hatte. © Getty
Sicher dabei: Michael Ballack (33/Chelsea): Der Capitano ist unersetzlich. Die WM ist sein letztes großes Turnier. © Getty
Sicher dabei: Miroslav Klose (31/FC Bayern): Zeigte gegen Russland, wie wichtig er ist. Tor Nummer 48 im 92. Länderspiel © Getty
Sicher dabei: Per Mertesacker (25/Bremen): Als Abwehrchef für Südafrika gesetzt. © Getty
Sicher dabei: Philipp Lahm: Philipp Lahm (25/FC Bayern): Ob links oder rechts – ihm kann als Außenverteidiger keiner das Wasser reichen. © Getty
Sicher dabei: Piotr Trochowski (25/Hamburg): Der Ex-Bayer hat einen starken Schuss und ist enorm dribbelstark. © Getty
Sicher dabei: René Adler (24/Leverkusen): Festigte durch die Russland-Gala seinen Platz im deutschen Tor. © Getty
Sicher dabei: Robert Enke (32/Hannover): Wenn er wieder richtig fit ist, fährt er – wenn auch nur als Nummer zwei – zur WM. © Getty
Sicher dabei: Simon Rolfes 27/Leverkusen): Starke Auftritte zuletzt in der Bundesliga und auch im Nationaltrikot. © Getty
Sicher dabei: Thomas Hitzlsperger (27/Stuttgart): Schwächelt derzeit beim VfB. Unter Löw aber im DFB-Team fast immer eine Bank. © Getty
Gute Chancen: Andreas Beck (22/Hoffenheim): Kämpft um seinen Platz auf der rechten Außenbahn. © Getty
Gute Chancen: Jerome Boateng (21/Hamburg): Pannen-Debüt in Russland. Ihm gehört aber die Zukunft. © Getty
Gute Chancen: Manuel Neuer (22/Schalke): Starke U21-EM. Seitdem immer dabei. Fährt wohl als Nummer drei zur WM. © Getty
Gute Chancen: Marko Marin (20/Bremen): Blüht bei Werder auf, im Nationalteam zuletzt aber mit wenig Einsatzzeit. © Getty
Gute Chancen: Sami Khedira (22/Stuttgart): Nach der U21-EM oft verletzt. Dennoch: Ein Mann für die Zukunft. © Getty
Gute Chancen: Serdar Tasci (22/Stuttgart): Wackelte zuletzt im Nationaldress. Dennoch: Löw setzt auf ihn. © Getty
Gute Chancen: Stefan Kießling (25/Leverkusen): Trifft in der Liga wie er will. Dennoch bei Löw (noch) außen vor. Muss weiter knipsen. © Getty
Muss kämpfen: Cacau (28/Stuttgart): Seit Wochen ohne Torerfolg in der Bundesliga. Muss sich gewaltig steigern. © Getty
Muss kämpfen: Christian Gentner (24/Wolfsburg): Starkes Meisterjahr, aber derzeit im kleinen Formtief. © Getty
Muss kämpfen: Christian Träsch (22/Stuttgart): Zuletzt nicht berücksichtigt. Daher: kaum WM-Chancen. © Getty
Muss kämpfen: Christoph Metzelder (28/Real Madrid): Derzeit kein Thema. Letzter Einsatz im EM-Finale gegen Spanien (29.6.2008). © Getty
Muss kämpfen:Marcell Jansen (23/Hamburg): Lange verletzt. Muss reinhauen. © Getty
Muss kämpfen:Marcel Schäfer (25/Wolfsburg): Schwach gegen Aserbaidschan. Ihm fehlt es an Klasse. © Getty
Muss kämpfen:Tim Wiese (27/Bremen): Stark in der Liga, aber bei gutes Standing bei Löw. © Getty
Muss kämpfen: Torsten Frings (32/Bremen): Raus aus dem Formtief, aber zuletzt nicht mehr erste Wahl. Muss sich weiter aufdrängen. © Getty
Könnte überraschen: Bendikt Höwedes (21/Schalke): Seit der U21-EM auf Löws Zettel. Bekommt vielleicht schon bald eine Chance. © Getty
Könnte überraschen: Thomas Müller (20/FC Bayern): Zwölf Pflichtspiele, fünf Tore – der Shootingstar muss nur so weitermachen, dann bekommt er seine Chance. © Getty
Könnte überraschen: Holger Badstuber (20/FC Bayern): Beim Rekordmeister gesetzt. Ihm fehlt (noch) die Erfahrung. Könnte aber bald getestet werden. © Getty
Mats Hummels (20/Dortmund): Starke U21-EM. Seitdem konstant. Eine Alternative für die Innenverteidigung? © Getty

Quelle: tz

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