„Es fehlt an Ausstrahlung“

+
Stefan Effenberg arbeitet in der nächsten Saison als Experte für den Premiere-Nachfolger sky

München - Im tz-Interview spricht sky-Experte Stefan Effenberg über die neuen Bayern: Was er zum Thema Ribéry, zur Kapitänsfrage und den Defiziten des Rekordmeisters sagt, lesen Sie hier.

Herr Effenberg, die Vorbereitung der Bayern wird immer wieder durch Testspiele unterbrochen. Ein großer Nachteil?

Stefan Effenberg, Ex-Kapitän des FC Bayern und Experte bei sky: Sieht so aus, als wäre das nicht optimal organisiert. Die Spieler brauchen ihre Ruhe und die Reisen tragen nicht zur perfekten Konzentration bei.

Freuen sich Spieler auf die Vorbereitung?

Effenberg: Jeder weiß, was ihn nach dem Urlaub erwartet. Und wenn man an die letzte Saison denkt, hat hoffentlich jeder etwas im Urlaub getan, damit das in diesem Jahr besser läuft.

Van Gaals Bayern: Brunch mit Kind und Kegel

FC Bayern Käfer
Der Chef kam um 13.18 Uhr, nachdem die komplette Mannschaft angetreten war: © Ruiz
FC Bayern Käfer
Mit Ehefrau Truus traf der neue Bayern-Trainer am Sonntag im Nobelrestaurant Käfer ein. Gut gelaunt freute sich das Paar auf leckere Delikatessen. Beim Brunch sollte sich das Team besser kennenlernen. Nicht nur die Spieler, auch ihre Familien: Denn zu Obst, Lachs und frischem Gebäck wurden von den Bayern auch Frauen und Kinder eingeladen. © Ruiz
FC Bayern Käfer
So erschienen Mario Gomez mit seiner Silvia ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Neuzugang Timoschtschuk ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... mit Ehefrau Nadja ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... van Buyten mit Freundin Celine ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... zusammen mit ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... dem Mann, über den Fußball-Deutschland spricht ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
Franck Ribéry. © Ruiz
FC Bayern Käfer
Mit dabei außerdem: Tim Borowski ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
 - leger mit Handy - ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Sportdirektor Christian Nerlinger mit Jörg Butt ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Miroslav Klose .. © Ruiz
FC Bayern Käfer
... ist ebenso allein auf dem Weg zu Käfer wie ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Ivica Olic ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Andreas Ottl ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Danijel Pranjic ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... der dann zusammen mit Edson Braafheid ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... vor dem Käfer von tz-Reporter Tobi Altschäffl begrüßt wurde ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Michael Rensing mit seiner Saskia ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
.. Martin Demichelis mit seinem Söhnchen Martin Tiago ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Andreas Görlitz mit tz-Reporter Tobi Altschäffl ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Uli Hoeneß ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Torwart Thomas Kraft mit seiner Freundin ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Philipp Lahm mit Freundin Claudia ... © Ruiz
FC Bayern Käfer
... Jose Ernesto Sosa .. © Ruiz
FC Bayern Käfer
und Thomas Müller, der Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt begrüßt. © Ruiz
FC Bayern Käfer
Auf eine Ansprache verzichtete van Gaal übrigens – stattdessen wurde bei Klaviermusik mit bester Laune geschlemmt. © Ruiz

Van Gaal macht einen kompetenten, strengen, disziplinierten, lauten, Eindruck Ist das der richtige Typ?

Effenberg: Das hoffe ich. Aber auch letztes Jahr war alles sehr euphorisch, als Klinsmann kam. Van Gaal macht einen guten Eindruck. Disziplin ist bei so einer Mannschaft das A und O. Ich erwarte aber auch Selbstdisziplin von den Spielern. Die habe ich im letzten Jahr vermisst. Da hatten alle das Klinsmann-Alibi. Jetzt sollte man die Spieler an die eigene Ehre packen, denn sie haben letztes Jahr schlecht gespielt.

Wird das Team noch motivierter in die Saison gehen, als im Normalfall?

Effenberg: Diese Saison hat für Bayern einen riesen Stellenwert in jedem Bereich. Noch so ein Jahr kann sich kein Bayern-Spieler und auch kein Verantwortlicher erlauben. Man hofft, dass van Gaal für Ordnung sorgt und jedem Spieler sagt, wo er hingehört. Das habe ich im letzten Jahr vermisst.

Van Gaal bestimmt die Tischordnung und will auch über das Privatleben der Spieler Bescheid wissen. Ist das etwas zu viel?

Effenberg: Ich würde meiner Mannschaft soweit vertrauen, dass sie wissen, dass sie vor einer schwierigen Woche keine Partys veranstalten können. Man muss Sie an der Ehre packen. Man sollte die Leine nicht zu eng halten, sondern auch auf Eigenverantwortung setzen.

Apropos Disziplin: Wird Ribéry diese nach dem Real-Theater an den Tag legen oder wird das Spuren hinterlassen, die die Leistung beeinflussen?

Effenberg: Das hat man schon in der vergangenen Saison gesehen. In den letzten Spielen hat er nicht gebracht, was man von ihm erwartet. Er war undiszipliniert, hat eine Gelb-Rote Karte provoziert. Da hatte er nicht mehr die Spielfreude, die man von ihm gewohnt war. Er hatte im Hinterkopf wohl den Gedanken: Ich will weg hier. Er hat seine Ziele in Gefahr gesehen und sich gedacht, dass er mit Bayern die Champions-League so schnell nicht gewinnen wird. Auf der anderen Seite erwarte ich von ihm, dass er ganz schnell zu seiner alten Stärke zurückfindet. Ohne ihn ist Bayern einfach nicht so stark und zu durchschaubar.

Wird er irgendwann bei Real landen?

Effenberg: Ja, das glaube ich, aber keiner weiß wann. Aber als Spieler sollte man sich klar zu seinem Verein bekennen und nicht Verträge unterschreiben, die man dann nicht einhalten will. Ich kann mir aber bei Ribéry schon vorstellen, dass das Geld eine große Rolle spielt und man ihm mit einem wahnsinnigen Gehalt den Kopf verdrehen wollte.

Van Gaal will in der Raute mit Ribéry als Regisseur spielen. Geht das?

Effenberg: Natürlich, auch da hat er seine Freiheiten und wird immer wieder auf die Außenpositionen ausweichen um das zu tun, was er am besten kann. Er muss alle Freiheiten bekommen, sonst schadet das ihm und dem Team.

In der Raute wäre aber nur Platz für einen Sechser. Somit müssten entweder Timoschtschuk oder van Bommel nach rechts oder auf die Bank.

Effenberg: Das ist wohl wahr. Ich hätte mich aber öffentlich nicht jetzt schon auf die Raute festgelegt und mich dem Druck ausgesetzt. Denn bayern ist in der Lage, verschiedene System zu spielen. Es wird auf gewissen Positionen große Spannungen und Konkurrenzkämpfe geben. Sowohl im Mittelfeld als auch im Sturm mit Klose, Gomez, Toni und Olic. Das muss der Trainer in den Griff kriegen. Wer nicht spielt, muss sich ganz ruhig auf die Bank setzen und Leistung bringen, wenn er gebraucht wird. Nur so kannst du die Ziele erreichen. Unruhe darf es nicht geben. Die Mannschaft muss das in der Kabine klären und selbst für Ruhe sorgen. Es darf nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Allen voran der Kapitän. Ist van Bommel da der Richtige?

Effenberg: Ich sehe fast keinen anderen. Ich denke, er ist der Richtige.

Wo sehen Sie Schweinsteiger in dieser Mannschaft?

Effenberg: Der muss erst mal richtig fit werden. Er hat in der Rückrunde nicht das gebracht, was man von ihm erwartet. Er wird aber selbstkritisch genug sein, um das zu zeigen, was er kann. Und dann wird er sicher auch spielen.

Zum Sturm: Sind Klose und Gomez das neue Traumpaar?

Effenberg: Das sollte so sein. Aber die haben Toni im Rücken, der eigentlich ein Torgarant ist. Es wird interessant.

Ein Toni auf der Bank? Das geht doch nicht lange gut.

Effenberg: Abwarten. Da muss man an seinen Charakter appellieren. Und sobald einer für Unruhe sorgt, muss man eingreifen.

Weg ist auch Lucio. Einverstanden?

Effenberg: Es war richtig, ihn abzugeben. Sein Vertrag läuft aus, man hätte kein Geld mehr bekommen. Er ist ein guter Spieler, aber er hat in der Defensive nicht das gebracht, was er kann. Er hatte die Hauptverantwortung für die schlechte Defensive. Er war der Chef. Als Abwehrspieler musst du in der Abwehr spielen und darfst nicht 50 Meter nach vorne rennen, um Tore zu schießen. Aber auch die anderen Abwehrspieler müssen sich steigern.

Was haben die zu tun?

Effenberg: Es fehlt an Ausstrahlung. Die gegnerischen Stürmer müssen wissen, dass da eine Wand steht.

Interview: Mario Volpe


Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Jerome Boateng: Kehrt er zu einem Ex-Klub zurück? Neue Aussagen sorgen für Wirbel
Jerome Boateng: Kehrt er zu einem Ex-Klub zurück? Neue Aussagen sorgen für Wirbel
Trotz 30 Festnahmen rund um Bayern-Spiel: Polizei verhindert Schlimmeres bei randalierenden Fans
Trotz 30 Festnahmen rund um Bayern-Spiel: Polizei verhindert Schlimmeres bei randalierenden Fans
FC Bayern: Sechs Stars im neuen Mannschaftsrat - Kimmich mit großer Verantwortung
FC Bayern: Sechs Stars im neuen Mannschaftsrat - Kimmich mit großer Verantwortung
Freiburg-Coach Streich über Jeong-Verpflichtung: „Konnten nicht nein sagen“
Freiburg-Coach Streich über Jeong-Verpflichtung: „Konnten nicht nein sagen“

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion