Klinsmann im tz-Interview: "Ich lade Jogi gerne ein"

Jürgen Klinsmann, Joachim Löw
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Jürgen Klinsmann und Bundestrainer Jogi Löw sind eng befreundet. Klinsmann unterstützt Löws Aussagen zum deutschen Fußball: „Die Diskussion ist wichtig“

Der Streit zwischen der Nationalmannschaft und der Liga schwelt weiter. Zuletzt mischte sich sogar Uli Hoeneß ein.

Der Bayern-Manager beklagte sich über „die Herren beim DFB, die der Liga zeigen wollen, wie man Fußball spielt“. Was Jürgen Klinsmann dazu sagt – das tz-Interview:

Herr Klinsmann, wie haben Sie den jüngsten Streit zwischen DFB und der Liga erlebt?

Klinsmann:  Ich habe gar keinen Streit gesehen. Es sind einfach Erfahrungswerte diskutiert worden. Da ging es um Statistiken, die Auswertung von anderen Ligen, die Entwicklung des internationalen Fußballs insgesamt. Ich finde es absolut wichtig, dass da miteinander gesprochen und diskutiert wird.

Uli Hoeneß sagt, das solle man besser intern tun…

Klinsmann: Ich glaube, dass vieles, was intern besprochen wird, irgendwann ohnehin öffentlich wird. Denn dafür sitzen zu viele Leute mit am Tisch. Grundsätzlich finde ich es aber richtig, dass man die Dinge anspricht.

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Saßen Sie im Streit zwischen Hoeneß und Löw zwischen den Stühlen?

Klinsmann: Überhaupt nicht! Ich sehe da nur eine Diskussion, die um Fußball geht. Da kann man nicht zwischen den Stühlen sitzen.

Welche Seite konnten Sie denn eher verstehen?

Klinsmann: Beide. Ich kann beide Seiten verstehen. Das Wichtigste ist, die Schlüsse daraus zu ziehen für dein Umfeld. Der Jogi muss sie einfließen lassen bei der Nationalmannschaft: Wie kommen wir wieder an Mannschaften wie Spanien ran? Das ist seine Aufgabe. Wir haben jetzt die spannende Konstellation, uns mit Barcelona zu messen. Wo stehen wir? Sind wir auf dem gleichen Level? Können wir die schlagen – was wir uns zutrauen! Das sind die Gradmesser. Die generellen Informationen über Spielschnelligkeit und Passspiel hängen ja von vielen Komponenten ab, wo jedes Umfeld anders ist.

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Uli Hoeneß hat vorgeschlagen, dass Jogi Löw und Oliver Bierhoff mit nach Barcelona reisen sollten, um das ganze Thema dort zu diskutieren. Fänden Sie das gut?

Klinsmann: Absolut! Jogi Löw und Oliver Bierhoff sind gerne eingeladen bei uns! Das ist ja auch kein schlechtes Spiel zum Anschauen.

Glauben Sie, dass die beiden ernsthaft überlegen, mitzufahren?

Klinsmann: Ich denke, dass das ohne Problem umzusetzen ist. Wenn ich mich an meine Zeit als Nationaltrainer mit dem Jogi erinnere, dann haben wir uns ohnehin solche Spiele herausgepickt, um sie anzusehen. Wenn das zeitlich passt, wäre das schön! Dann hätten wir mit Sicherheit am Tag vor dem Spiel Zeit, ein paar Dinge zu diskutieren.

Es ging eigentlich ja auch mehr um die Art und Weise, weniger um die Inhalte.

Klinsmann: So ist halt unsere Medienlandschaft. Es geht nicht um die Inhalte, sondern darum: Wie verkaufe ich die Geschichte am besten?

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