Uli Hoeneß: Tipps für Hoffenheim

+
Uli Hoeneß hat Tipps für Konkurrent Hoffenheim.

Uli Hoeneß hat dem Bundesliga- Herbstmeister 1899 Hoffenheim empfohlen, sich von Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp unabhängig zu machen.

 “Der Club hat eine sehr gute Chance, sich als feste Größe im deutschen Fußball zu etablieren. Mittelfristig muss er sich aber von seinem Finanzier Dietmar Hopp abnabeln“, sagte der Manager des FC Bayern München in einem Doppel-Interview mit seinem Hoffenheimer Kollegen Jan Schindelmeiser in der Tageszeitung “Der Tagesspiegel“ (Sonntag).

Nach Angaben Schindelmeisers ist dies auch die Ambition des Aufsteigers: “Aber es wird schon ein paar Jahre dauern, bis wir Ausgaben und Einnahmen in eine stabile Basis gebracht haben.“ Hoeneß betrachtet das Engagements Hopps, der nach eigenen Angaben in den zurückliegenden acht Jahren 175 Millionen Euro in seinen Heimatverein gesteckt hat, als Anschubfinanzierung: “Er will damit keinen Gewinn erwirtschaften und erwartet auch nicht, dass er sein Geld zurückbekommt, sondern sieht das als Investition in die Region, aus der er kommt. Das ist die angenehmste Form des Mäzenatentums, wird aber irgendwann mal beendet sein.“

Hoffenheim - der etwas andere Bundesligist

foto

Der Bayern-Manager sieht Hoffenheim als “direkten Konkurrenten“ und hätte deshalb Toni Kroos (jetzt Bayer Leverkusen) nicht an die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick ausgeliehen: “Wir nehmen diesen Verein ernst, weil er sportlich und wirtschaftlich in der Lage ist, mit uns mitzuhalten. Wenn er will.“

Schindelmeiser hält es so gut wie ausgeschlossen, dass Hopp “uns in einer Größenordnung alimentieren wird, die ihn selbst in eine unkomfortable Situation bringt.“ Der SAP-Mitbegründer habe eine angenehm “defensive Haltung. Eher die eines Mentors“. Es stimme nicht, “dass wir zu ihm gehen, wenn wir gerade mal wieder Geld brauchen. Wir arbeiten mit einem verbindlichen Etat, den wir bei der DFL einreichen müssen.“

Für den Fall, dass die Hoffenheimer künftig international spielen, hatte Hoeneß ebenfalls eine Empfehlung parat: “Wenn Sie mal in der Champions League spielen und da erfolgreich sein wollen, dann müssen Sie sich auch ein wenig von diesem Weg verabschieden, von diesem Fußball nach der Devise: Immer schön nach vorne und alles liegen lassen. Da kriegt man schon mal fünf Stück in Liverpool oder Mailand.“

dpa

Auch interessant:

Kommentare