Gomez privat: Wann er weint, was er liebt

Mario Gomez und seine Silvia
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Mario Gomez und seine Silvia: Die beiden sind am Boden geblieben.

Im tz-Interview spricht Gomez-Entdecker Thomas Albeck über die Anfänge des neuen Bayern-Stürmers und erzählt, wie er wirklich tickt.

Thomas Albeck kann stolz sein. Er hat über 30 Millionen entdeckt! Auf dem Fußballplatz. Albeck, seit 1999 Jugendkoordinator beim VfB Stuttgart, gilt als Mario Gomez’ Entdecker. Im tz-Interview spricht Albeck über die Anfänge des neuen Bayern-Stürmers.

Glückwunsch! Sie haben doch Gomez zum VfB gelotst, oder?

Albeck: So könnte man es sagen! Ich war damals Verbandssportlehrer beim württembergischen Fußballverband. Mario habe ich zum ersten Mal als Zehnjährigen beim „Tag des Fußballs“ gesehen, einem Sichtungstag für Kinder. Er ist uns sofort aufgefallen, denn er stach damals schon heraus, hatte schon den Instinkt, wusste genau, welche Laufwege er gehen muss. Und er hatte schon mit zehn Jahren den unbedingten Willen, das Tor zu machen…

Wie ging’s weiter?

Albeck: Im ersten Jahr B-Jugend ist er zum SSV Ulm gewechselt, und dort Torschützenkönig in der B-Jugend-Bundesliga geworden – obwohl er ein jüngerer Jahrgang war! Dann habe ich ihn nach Stuttgart geholt. Damals hatte er auch schon ein Angebot vom FC Bayern…

Wie war er damals?

Albeck: Wir kannten uns ja schon länger und es war eine Vertrauensbasis entstanden. Wir haben sein Potenzial erahnt, aber die Gesamtentwicklung konnte natürlich niemand absehen.

Wie haben Sie ihn in Erinnerung?

Albeck: Er ist am 1. Juli 2001 in unser Internat eingezogen, als einer von acht Spielern. Er wirkte nicht besonders aufgeregt, so wie auch heute. Auf unserem Wirtschaftsgymnasium hat er sein Fachabitur gemacht.

War er ein guter Schüler?

Albeck: Ja, er war sehr lernwillig – in der Schule und auf dem Platz. Er hat sich immer an die Regeln gehalten und hat die Anderen immer positiv beeinflusst.

Prominente Sitzenbleiber

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Die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, ist in der 10. Klasse wegen Latein sitzengeblieben. © dpa
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Der spätere britische Premierminister Winston Churchill hasste als Kind die Schule. Er nannte sie den "trüben Fleck auf der Landkarte seines Lebens". Sitzengeblieben ist er wegen den Fächern Latein und Sport. © dpa
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Thomas Edison entpuppte sich später als Genie und Erfinder. In seiner Schulzeit gehörte er eher zu den schlechten Schülern. Eine Ehrenrunde musste er drehen. © dpa
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Es gibt die Geschichte, dass Albert Einstein in Mathe nur Fünfen schrieb und deshalb ein Jahr wiederholen musste. Das ist allerdings nur ein Mythos. Wahr ist, dass das Physikgenie mit 15 das Münchner Gymnasium verließ und erst auf Umwegen das Abitur erlangte. © dpa
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Werbe-Ikone Verona Pooth machte nie einen Schulabschluss. Sitzengeblieben ist sie streng genommen allerdings auch nicht: Sie hat eine Klasse freiwillig wiederholt. © dpa
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Der TV-Moderator und Theologe Jürgen Fliege musste insgesamt sogar drei Ehrenrunden drehen. © dpa
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Der Dramatiker George Bernhard Shaw besuchte nur ein paar Jahre lang die Schule. Danach ließ er kein gutes Haar an ihr. © 
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Der österreichische Schriftsteller und Dramatiker Franz Grillparzer hasste als Kind die Schule. Er ist sitzengeblieben und hat sich außerdem Prüfungsfragen erschlichen. © 
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Gerhart Hauptmann hatte für die Schule in seiner Jugend nicht viel übrig. Trotz Ehrenrunde hat er es später als Schriftsteller zu großem Erfolg gebracht. © 
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Später ist er als großer Schriftsteller bekannt geworden. In der Schule gehörte Hermann Hesse allerdings nicht zu den besten. Er musste einmal eine Ehrenrunde drehen. © 
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ZDF-Moderator Johannes B. Kerner schaffte das Gymnasium auch nicht in neun Jahren. Große Probleme hatte er mit den Naturwissenschaften. Er musste die 8. Klasse zweimal machen. © dpa
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Selbst ein späterer Vorzeige-Schriftsteller und Nobelpreisträger ist vorm Sitzenbleiben nicht gefeit. So schaffte Thomas Mann die Mittlere Reife erst im zweiten Anlauf. © 
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Harald Schmidt musste die 12. Klasse wiederholen und hatte in seinem Zeugnis insgesamt fünf Fünfen. © dpa
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Für Mehmet Scholl waren die Fünfen in Latein und Französisch Grund für die Ehrenrunde. © dpa
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Tierfilmer Heinz Sielmann interessierte sich schon als Kind für Tierbeobachtungen. In Mathe war er allerdings nicht so gut, in der 10. Klasse blieb er einmal sitzen. © Nestor Bachmann (Zentralbild)
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Die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Barbara Sommer (CDU) wirbt überall für das G8 und forderte vergangenes Jahr weniger Sitzenbleiber. Für ihr eigenes Abitur brauchte sie jedoch 14 Jahre. © dpa
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Peer Steinbrück (SPD) musste die 8. Klasse wiederholen. Der heutige Bundesfinanzminister hatte damals neben Altgriechisch besonders Probleme mit der Mathematik. © dpa
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Edmund Stoiber traf es bereits in der 7. Klasse wegen Latein. Papa Stoiber verbot ihm daraufhin Fußball gucken und Fußball spielen. © dpa
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Dass Otto einmal eine Ehrenrunde drehen musste, wird viele nicht allzu sehr erstaunen. Gleich in vier Fächern hatte der erfolgreiche Komiker damals Probleme: Neben den Klassikern Mathe, Englisch und Latein auch im Fach Religion. © dpa
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Vor schlechten Noten bleibt keiner verschont, auch nicht der Komponist Richard Wagner. Er musste in seiner Schulzeit auch eine Klasse wiederholen. © 
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Auch Politiker sind vor dem Sitzenbleiben nicht verschont geblieben. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle musste auch einmal eine Ehrenrunde drehen. © dpa
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Als Moderator der ARD-Tagesthemen und Buchautor hat es Ulrich Wickert zu großem Erfolg geschafft. In der Schule war er allerdings eher gelangweilt und desinteressiert. © dpa
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Heute regiert Klaus Wowereit (SPD) die Stadt Berlin. In seiner Schulzeit war er nicht immer so erfolgreich, auch ihm blieb eine Ehrenrunde nicht erspart. © dpa
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Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) wiederholte die 10. Klasse wegen Englisch und Französisch. © dpa
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TV-Comedian Dirk Bach hatte schon in seiner Schulzeit andere Dinge als Lernen im Kopf. Drei Mal ist er sitzengeblieben, bevor er die Mittlere Reife schaffte. © dpa
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Boris Becker erhielt zwei Jahre schulfrei - Tennis ging damals vor. Mit 17 ging der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten deshalb auch komplett von der Schule - ohne Abschluss. © dpa
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Auch Reinhold Beckmann hat eine Ehrenrunde gedreht. In der elften Klasse hieß es für ihn "Nochmal, bitte!" © dpa

Gomez, ein Musterprofi?

Albeck: Absolut. Er ist wohlerzogen und hat sich in allen Bereichen schon immer wie ein Profi verhalten. So waren zum Beispiel Alkohol und Zigaretten schon damals nie ein Thema.

Wie lief sein erstes Training?

Albeck: Ich erinnere mich, dass wir sehr intensiv Kopfbälle und Flanken trainiert haben. Er ist anfangs regelrecht verzweifelt, weil es vom Timing her, vom Bewegungsablauf, alles nicht so geklappt hat, wie er sich das vorgestellt hat. Da liefen auch ein paar Tränen. Aber er hat immer weiter gemacht. Das zeichnet ihn aus. Motorisch war er vielleicht nicht der Begabteste, aber über Fleiß, Beharrlichkeit und Disziplin hat er das wettgemacht.

Wo musste er am meisten dazulernen?

Albeck: In der Technik. Die Bewegungskoordination war bei ihm ab und an etwas holprig – gerade in der Pubertät, wo er einen großen Wachstumsschub hatte.

Trauen Sie ihm zu, dass er sich bei Bayern durchsetzt?

Albeck: Absolut! Ich denke nicht, dass er sich hinter seinen Konkurrenten verstecken muss. Ich bin da sehr optimistisch. Auch, weil er weiß, wo er sich noch verbessern muss.

Wird ihn das internationale Geschäft weiterbringen?

Albeck: Auf jeden Fall, jeder junge Spieler kann in der Champions League nur lernen. Wenn ihm auf allerhöchstem Niveau noch etwas fehlen sollte, wird er es jetzt lernen.

Warum hat er es gepackt – und andere nicht?

Albeck: Weil er eine starke Persönlichkeit ist und sehr erfolgsorientiert. Er war immer hungrig, diszipliniert und hat sich auf die wichtigen Dinge konzentriert.

Passt er überhaupt zum FC Hollywood?

Albeck: Da wird er sich sicher umstellen müssen, aber er ist trotz seines jungen Alters schon sehr gefestigt.

Kennen Sie seine Linksmarotte?

Albeck: Immer zuerst den linken Schuh und den linken Socken. Er geht immer auf das linke Klo, wenn er die Wahl hat. Er ist da ein bisschen abergläubisch. Das war er damals schon…

Jan Janssen

Quelle: tz

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