Gläserner Robben – ein 76-Jähriger macht ihn fit

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Schnell und dynamisch: Robben in seinem ersten Bayern-Training

München - Für die meisten Neuzugänge ist die medizinische Untersuchung beim neuen Verein reine Routine. Bei Arjen Robben ist das nicht ganz so.

Immerhin war der superschnelle Außenstürmer in den vergangenen Jahren immer wieder verletzt, besonders seine Muskulatur machte ständig Probleme. So kam es, dass Robben der Ruf vorauseilte: „Guter Spieler, ist aber zu oft verletzt.“ In Spanien nannte man ihn sogar den „gläsernen Robben“.

Doch das ist nun vorbei. Wegen dieses Mannes: Dick van Toorn. Ex-Physiotherapeut von Feyenoord Rotterdam, ein Mann mit einem unfassbaren Erfahrungsschatz. Seit über 50 Jahren behandelt der 76-Jährige Muskelverletzungen von Leistungssportlern. Seit November 2008 ist er Robbens persönlicher Fitmacher. Und das kam so: Seit Ende 2007 wurde Robben immer wieder von Muskelproblemen heimgesucht, 2008 war dann ein echtes Seuchenjahr. Die Liste seiner Verletzungen: Oktober 2007: Muskelriss, zwei Wochen Pause. März 2008: Bänderiss im Sprunggelenk, drei Wochen Pause. Oktober 2008: Achillessehnenreizung, drei Wochen Pause. November 2008: Muskelfaserriss, drei Wochen Pause. Dann hatte Robben die Faxen dicke. Und sein Kumpel Rafael van der Vaart gab ihm den entscheidenden Tipp: „Geh zu Dick van Toorn.“ Seitdem geht es bergauf. „Als Arjen zu mir kam hatte er eine ganze Reihe von Problemen mit seinen Muskeln. Seine Rückenmuskulatur war zu schwach ausgebildet, die häufigen Muskelrisse hatten Narben in der Muskulatur hinterlassen“, erklärte van Toorn der tz.

Also entwickelte der erfahrene Physio ein spezielles Übungsprogramm für den Superstar um seine Muskulatur zu stärken und gleichzeitig flexibler zu machen. „Es war wichtig seine Rumpfmuskulatur zu kräftigen. Außerdem haben wir viel mit Akupunktur gearbeitet“, sagt van Toorn, der zusätzlich seinen Kollegen Tscheu-La Ling zur Regeneration Robbens hinzuzog.

Ling, ehemaliger Profi-Fußballer, ist Experte für die Kräftigung der Fußmuskulatur. „Ling hat ihm ein spezielles Fuß-Programm verschrieben, damit seine Füße die vielen Tritte besser verkraften“, so van Toorn zur tz.

Das Problem: Real sah es nicht gerne, wenn sich van Toorn um Robben kümmerte. „Die Real-Ärzte hatten ihm im November zwei Wochen Pause verschrieben. Dann kam er zu mir und nach drei Tagen war er wieder fit“, sagt van Toorn.

Also kam Robben nur noch selten in van Toorns Praxis nach Rotterdam, machte seine Übungen zu Hause oder im Real-Fitnessstudio. Ergebnis: Seit Anfang 2009 blieb Robben weitestgehend von Verletzungen verschont. Van Toorn: „Er ist noch nicht bei 100 Prozent, er hat das Maximum noch nicht erreicht. Wenn er so weit ist, wird er ein noch besserer Fußballer werden. Man kann den Bayern nur gratulieren.“

jj

Quelle: tz

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