Beckenbauer schwärmt

Bayern wachsen Flügel: Robbéry verzückt die Massen 

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Verstehen sich auf Anhieb perfekt: Franck Ribéry und Arjen Robben (v.l.)

München - Franz Beckenbauer nennt es gegenüber der tz „das beste Duo über außen, das Bayern je hatte“: Arjen Robben und Franck Ribéry verzücken die Massen.

Die Erleichterung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Spätestens, als der Bayern-Vorstand nach dem Sieg über Wolfsburg die Kabine betrat, wussten die Spieler um die Bedeutung des 3:0. Rummenigge und Hoeneß klatschten in die Hände, erklärten befreit: „Dieser Sieg war enorm wichtig. Wir haben jetzt wieder mehr Ruhe. Aber ihr dürft nicht glauben, dass es jetzt von alleine läuft.“ Da lauschte ein Duo, dass seit Samstag in Kabine der Allianz Arena nebeneinander sitzt – und auf dem Feld alle verzaubert: Rückkehrer Franck Ribéry und Mega-Einkauf Arjen Robben. Sie verzückten die Massen – und sorgten für einen Sieg, der Balsam für die Bayern-Seele war. Abzulesen an Uli Hoeneß nach Robbens 3:0: Eine angedeutete Pirouette auf der Tribüne, Faust raus, abklatschen mit Vize Fritz Scherer. Eine Zentnerlast fiel dem Manager vom Herzen – und 69 000 Fans konnten es über Stadion-Leinwand mitverfolgen. Dank des neuen Traumduos wachsen den Bayern Flügel!

Robben und Ribéry gibt Robbery – englisch für Raubüberfall. Und genau so waren die Angriffe des holländisch-französischen Duos über außen. „Fantastisch. Ich habe zwei wunderbare Tore von zwei wunderbaren Spielern und einen sehr guten FC Bayern gesehen“, schwärmte selbst Louis van Gaal: „Damit können wir nach oben schauen. Man hat in der zweiten Halbzeit gesehen, was Kreativität bringt.“

Und ob: Zur Pause kam der Oranje-Star, nach 63 Minuten Super-Dribbler Ribéry. Und dann ging der Punk ab. Zwei Tore, Soli zum Zungeschnalzen. Und dank Robben greifen die Bayern jetzt in stereo – sprich: über beide Flügel – an.

„Das ist das beste Duo über außen, das Bayern je hatte“, erklärte Franz Beckenbauer am Samstag der tz: „Man hat ja die letzten Jahre gesehen: Durch Ribéry ging 80 Prozent nur über links. Jetzt wird sich das schön verlagern.“ Dem stimmt Karl-Heinz Rummenigge zu: „Der Gegner weiß jetzt links und rechts nicht mehr, was gespielt wird.“ Die Bayern sind dank Robbery unberechenbar. Beide Solisten dürfen selbst bei Ordnungsfanatiker van Gaal frei die Seiten wechseln. Beckenbauer bei Sky: „Ich bin froh, dass wir in unserem Spiel jetzt einen Mitspieler haben, der den Gegner ähnlich über die rechte Seite aufreißen kann.“ Robben, mit der Nummer 10 ausgestattet, ist nach 45 Minuten bereits Publikumsliebling.

Exklusive Einblicke : tz-Besuch bei Bayern-Zeugwart Sepp Schmid

Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
In diese Räumlichkeiten dürfen eigentlich nur die Bayern-Angestellten rein. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Doch für die tz wurde eine Ausnahme gemacht. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Josef „Sepp“ Schmid ist der Hüter dieser Hallen. © sampics
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Er ist morgens der Erste hier. © sampics
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Sein Arbeitstag beginnt um 4:30 Uhr. © sampics
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Für tz-Reporter Jan Janssen war also frühes Aufstehen angesagt. © sampics
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Aber derart intime Einblicke ... © sampics
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... in den Kabinentrakt des Rekordmeisters ... © sampics
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... erhält man nun mal selten. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Die tz freut sich, dass eine Ausnahme gemacht wurde. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Der 85-Jährige ist für die Ausrüstung des FC Bayern zuständig. © sampics
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Er ist für auch die Schuhe zuständig. © sampics
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Auch wenn er das Putzen inzwischen aufgegeben hat. © sampics
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Durch diesen Schuhschacht kommen nach dem Training die schmutzigen Treter geflogen. © sampics
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Schmids wichtigste Aufgabe: Das Beflocken der Trikots. © sampics
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Da muss jeder Handgriff sitzen. © sampics
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Nicht dass womöglich ein falscher oder ein falsch geschriebener Name auf den Jerseys steht. © sampics
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Aber Sepp Schmid versteht seinen Job. © sampics
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Er ist nicht irgendein Zeugwart. © sampics
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Sondern ein echtes Bayern-Urgestein. © sampics
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„Sepp“ macht den Job seit fast 40 Jahren © sampics
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Schuheputzen ist keine leichte Aufgabe. © sampics
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Die Feinheiten lernt auch tz-Reporter Jan Janssen bei seinem Besuch kennen. © sampics
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Die Stars wollen‘s sauber haben. © sampics
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Reichlich Kleidung für viele Spiele. Wenn es bei einem Zweikampf zu ruppig zugeht und ein Trikot zerreißt, ist zum Glück Ersatz parat. © sampics
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Das gilt natürlich auch für die Schuhe. © sampics
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Beim tz-Besuch kommt Josef Schmid ins Erzählen. © sampics
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„Als ich am 20. Dezember 1970 als Hausmeister beim FC Bayern anfing, sagte man mir, ich solle um halb fünf in der Früh anfangen.“ © sampics
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„Seitdem mache ich das so.“ © sampics
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Jung-Profis wundern sich vielleicht, wie ihre Trikots und Schuhe jeden Tag frisch geputzt in der Kabine warten. © sampics
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Doch dann lernen sie „Sepp“ kennen. © sampics
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Und wissen, dass nicht nur harte Arbeit ... © sampics
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... hinter der Spielkleidung steckt. © sampics
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Sondern auch ein äußerst sympathisches „Bayern-Original“ © sampics
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Anfangs als Hausmeister für das gesamte Gelände eingestellt, wandelte sich sein Job im Laufe der Jahre in Richtung Zeugwart. © sampics
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Schmid reiste mit der Mannschaft durch Europa, war bei vielen Titelfeiern dabei. © sampics
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„Einmal hat die Mannschaft den DFB-Pokal auf dem Rathaus-Balkon vergessen.“ © sampics
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„Da hab ich mir den unter den Arm geklemmt und ihn in Sicherheit gebracht.“ © sampics
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Sepps Arbeitsgerät © sampics
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Jeden Tag kommt viel Arbeit auf die fleißigen Bayern-Angestellten zu - auch wenn Schmid nicht mehr selbst alles putzt © sampics
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Und natürlich trägt er die großen und schweren Kisten auch nicht mehr allein. © sampics
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Das würde von einem 85-Jährigen auch keiner erwarten. © sampics
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Und es sind wirklich VIELE Kisten. © sampics
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„Sepp“ ist die gute Seele des FC Bayern. © sampics
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Die Spieler scherzen gerne mit ihm. © sampics
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Das ist bei vielen Vereinen zwischen Zeugwart und Stars üblich. © sampics
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Bei einem Urgestein wie Sepp macht es den Spielern aber natürlich besonders Spaß. © sampics
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Es ist warm in den drei kleinen Räumen im Bayern-Keller. © sampics
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Ganz besonders im Sommer. © sampics
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Drei Waschmaschinen stehen dort, etliche Trockner. © sampics
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„Man kommt hier ganz schön ins Schwitzen, aber ich habe mich daran gewöhnt“ © sampics
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Im Laufe der Jahre ist sein Job zu einer Lebensaufgabe geworden. © sampics
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Schmid ohne Bayern – das geht nicht. © sampics
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Genauso wie umgekehrt. © sampics
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Drei Tage, nachdem er im Dezember 1970 seinen Dienst antrat, zog er mit seiner Frau in die Hausmeisterwohnung auf dem Gelände, wohnte dort fast 25 Jahre. © sampics
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Um 17 Uhr, wenn die Geschäftsstelle schloss, wurde der Bayern-Telefonanschluss in seine Wohnung umgeleitet. „Da riefen dann Manager aus ganz Europa an. Da habe ich natürlich den einen oder anderen Transfer mitbekommen – aber sofort wieder vergessen“, lacht Schmid. © sampics
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Den Namen „Badstuber“ (Trikot mit der 28) beflockt Sepp noch nicht allzu lange. Doch auch die jungen Spieler lernen ihn schnell kennen und schätzen. © sampics
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Hier gibt es immer was zu tun. © sampics
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Und täglich kommt neue Arbeit hinzu. © sampics
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Wo Fußball gespielt wird, da fallen dreckige Trikots an. © sampics
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Hier wird die schmutzige Wäsche gewaschen. © sampics
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Dank dem 85-Jährigen und seinen Kollegen haben die Spieler auch morgen noch saubere Schuhe und Trikots. © sampics
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Die tz freut sich, diese Einblicke hinter die Kulissen exklusiv bekommen zu haben. © sampics
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Vielen Dank und alles Gute, Sepp Schmid! © sampics

Die Arena sang nach seinen Treffern zu „Tulpen aus Amsterdam “ – auch wenn der 25-Jährige aus Bedum, Provinz Groningen, stammt… „Das war erst der Anfang“, sagte Robben nach dem 3:0. „Aber der war überwältigend.“ Nach seiner Ankunft stellte sich der Nationalspieler bei jedem Kollegen per Handschlag vor – und schaute einem genau in die Augen: Ribéry. „Der Verein hat mir versprochen, dass Franck bleibt. Ich will unbedingt mit ihm zusammen spielen“, meint Robben. Und da versicherte selbst der Kaiser prompt: „Es ist definitiv der Fall, dass Ribéry bleibt.“

Der Franzose ist über die Entlastung erleichtert („Arjen ist eine große Hilfe“), fand aber auch kritische Worte: „Ich weiß nicht warum, aber die Mannschaft hat Angst. Die Stimmung im Training war nicht gut, wir hatten letzte Saison mehr Spaß. Ich hoffe, dass das jetzt anders wird.“ Nun sei er in München jedoch „sehr zufrieden“ – auch wegen Robben. Ribéry zur tz: „Er ist genau die Art von Spieler, der uns auch international weiterbringt. Einen wie ihn habe ich mir für den FC Bayern gewünscht.“

Van Gaal kann sein Wunschsystem verwirklichen, im 4-3-3 stürmen lassen. Rummenigge frohlockt: „Wir haben einen sehr schlechten Start gehabt. Aber ab jetzt geht die Bundesligasaison los. Wir geben Vollgas. Es wird schwer, uns zu schlagen.“ Fehlt nur noch, dass Robben die richtigen Schuhe trägt – am Samstag lief er in Blau auf…

ta, mv, jj

Quelle: tz

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