Was die Bayern von Barça lernen können

Pep Guardiola
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Das Konzept von Trainer Pep Guardiola und seinem Team: „Ohne Ball sind wir eine schreckliche Mannschaft. Also holen wir uns den Ball, weil wir dann stark sind“

Rom - Pep Guardiola wusste nicht wie ihm geschah: Plötzlich packten ihn 15 junge Männer an Armen und Beinen, warfen ihn jubelnd in den Nachthimmel Roms.

Es war der Dank der besten Mannschaft Europas an ihren Trainer, den zweitjüngsten der Geschichte der Champions League. Guardiola, der mit dem 2:0-Sieg Barcelonas über Manchester United in seinem ersten Jahr als Trainer gleich den ganz großen Wurf landete, war hinterher beinahe sprachlos: „Was soll ich sagen? Ich bin sehr glücklich. Ich muss das hier alles noch verarbeiten.“ Dies tat er in einer Art und Weise, die stark an Franz Beckenbauer erinnerte: er spazierte gedankenverloren über den Rasen des Olympiastadions, in sich gekehrt, während um ihn herum Mannschaft und Fans den Barça-Triumph feierten.

Barcas Ballkünstler im Siegesrausch

CL Finale Barcelona gegen Manchester
Da ist das Ding! Der FC Barcelona ist neuer Champions-League-Gewinner. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Die Spieler jubeln, nachdem Michel Platini die Trophäe überreicht. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Barcelona‘s Kapitän Carles Puyol streckt den Pokal in die Luft. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Auch die Fans sind begeistert vom Sieg ihrer Mannschaft. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Die Spieler können nur noch schreien vor Freude. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Die Spieler feiern im goldenen Lametta-Regen ihren Sieg. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Die Spieler feiern im goldenen Lametta-Regen ihren Sieg. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Barcelona's Lionel Messi (l.) freut sich zusammen mit Teamkollegen Andres Iniesta. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Auch Thierry Henry ist überglücklich, als er den Pokal in den Händen hält. © ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Die Fans des FC Barcelona feiern den Sieg der Champions League. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Hier steht eine lange Feiernacht bevor. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Nichts zu feiern haben die Fans von Manchester United. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Auch Cristiano Ronaldo von Manu ist enttäuscht. © dpa/ap
CL Finale Barcelona gegen Manchester
Manchester‘s Trainer Alex Ferguson versucht die Niederlage gefasst hinzunehmen. Neben ihm Ryan Giggs (l.) und Wayne Rooney. © ap

„Es ist grandios, was wir erreicht haben. Ich glaube, dass wir noch einige Zeit brauchen werden, um richtig zu verstehen, was wir geleistet haben. Dies ist der wichtigste Erfolg meines Lebens. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt!“, sagte der überragende Torschütze zum 2:0 Lionel Messi. Über den sein Trainer am Ende sagte: „Er hat erneut bewiesen, dass er der beste Fußballer der Welt ist.“ Und Barça die beste Mannschaft.

In England herrschte unterdessen blankes Entsetzen. Vor allem weil ManU von Barca teilweise vorgeführt wurde. „United wurde nicht geschlagen, sondern verhauen, zu Brei geprügelt, besinnungslos geschlagen, so verdroschen, dass der Schmerz und die Qual nie vergessen wird“, schrieb der Daily Mirror.

Der FC Barcelona ist der Champion!

Grüße vom Papst. © ap
Spaniens Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero ist angereist. Vorher noch schnell ein Handshake mit Italiens Premierminister Silvio Berlusconi. © dpa
Einige Barcelona-Fans wollen aber nicht zu sehr mit Spanien in Verbindung gebracht werden. © ap
Rom ist voller Fans. © ap
Die meisten verbreiten gute Laune. © ap
Hierum geht's. © ap
Was ist wahre Leidenschaft? © ap
Schöne Stimmung in der Barcelona-Kurve. © ap
Brüllen wie ein Stier. Falsche Arena? © ap
Schicke Hostessen. Richtiges Stadion! © ap
Die Polizei gab sich gut vorbereitet. © ap
Teutoburger Wald? © ap
Hellseherin? Gleich geht das Spiel los. © dpa
Prinz William und UEFA-Präsident Michel Platini. © ap
Die Frauen wurde wohl zu Hause gelassen. Zu den bereits erwähnten Premiers gesellt sich der spanische König Juan Carlos. © ap
Der FC Barcelona. © ap
Endlich angepfiffen. Manchester Uniteds Ji-Sung Park (l.) und Barcelonas Sylvinho legen los. © ap
Tor für Barcelona! Samuel Eto'o, Zweiter von rechts, versenkt den Ball ins Tor. © ap
Das fand Manchesters Cristiano Ronaldo jetzt gar nicht gut. © dpa
Samuel Eto'o (vorneweg) feiert sein Tor. © ap
Nochmal die Aufstellung, als das Tor fiel. Ziemlich viele weiße ManUs und nur ein Samuel Eto'o ... © ap
Ball im Tor (nicht im Bild). © ap
Ronaldo rennt durch Yaya Toure und Carles Puyol (r.). © dpa
Barcelonas Gerard Pique kriegt Gelb. © dpa
Carles Puyol gegen Cristiano Ronaldo. © ap
Barcelonas Andres Iniesta zwischen Anderson und Michael Carrick (r.). © ap
Hadernder Stern. © ap
Manchester Uniteds Wayne Rooney setzt sich gegen Barcelonas Yaya Toure durch. © ap
Sieht gut aus, es kam aber zu keinem Tor. © ap
Thierry Henry (r.) und Michael Carrick. © ap
Barcelonas Lionel Messi (l.) kämpft ... © ap
... gegen drei. © ap
Bangen ... © ap
... mit roten Wangen. © ap
Rooney köpft. © ap
Barcelonas Abwehr steht. © ap
Auch diese Situation blieb ohne Tor für ManU. © dpa
Ronaldo gefrustet. © dpa
Messi am Ball. © ap
Messi macht's! 2:0 für den FC Barcelona! © dpa
Messi köpft den FC Barcelona zum Tor und macht den Sieg so sehr wahrscheinlich. © dpa
Siegesgewiss. © dpa
Sie haben es geschafft! Der FC Barcelona ist der Meister der Meister! © dpa

Augenzeugen des Finals waren auch die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl Heinz Rummenigge. Denn wo Barça jetzt ist, will Bayern bald hin: auf den Thron Europas.

Vorbild Barça – was kann Bayern von ihnen lernen? Was ist das Geheimnis des Erfolgs? Die tz erklärt, wie Barça den Gipfel erklomm.

Das Konzept: Barça hat die beste Jugendarbeit der Welt. Im Finale in Rom standen gleich sieben Spieler aus dem clubeigenen Jugendinternat in der Startelf: Valdes, Puyol, Piquet, Busquets, Xavi, Iniesta und Messi. Das ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern schärft überdies auch die Identifikation mit dem Verein. Und: Seit 20 Jahren bleibt der Klub seiner Philosophie treu: Fußball darf nur bedingungslos offensiv gespielt werden.

Der Trainer: Pep Guardiola ist zwar (wie Klinsmann) Berufsanfänger, doch hat er neben einer eigenen Philosophie vor allem eines: Stallgeruch. Guardiola kam mit 13 Jahren zum FC Barcelona, spielte beinahe seine gesamte Karriere nur für diesen Klub. Er genießt daher bei Fans und Spielern hohes Ansehen. Und Guardiola hat seiner Mannschaft noch radikaler als je zuvor einen ultraoffensiven Kurzpass-Fußball verordnet, gegen den momentan keine Mannschaft ein Mittel hat. „Wir sind Sklaven seines Glaubens“, sagt Lionel Messi. Auch weil Guardiola eine wichtige Eigenschaft mitbringt: Er ist authentisch.

Der Präsident: Klub-Boss Joan Laporta (46) ist seit sechs Jahren im Amt, steht für Seriosität und Kontinuität. Er sanierte den Klub, der damals wirtschaftlich am Boden war. Anders als beispielsweise bei Real Madrid, wo es fünf Präsidenten in den vergangenen drei Jahren gab und beinahe jeder Präsident Superstars als Antrittsgeschenk mitbringen muss, wirft Laporta nicht mit Geld um sich. Spieler werden nur dann geholt, wenn sie wirklich benötigt werden – nicht um einen Star zu holen.

Die Stars: Barça hat das besten Offensiv-Trio der Welt – Xavi, Iniesta und Messi. Das Besondere: Die drei sorgen nur auf dem Platz für Schlagzeilen, sind wohlerzogen, haben Manieren. Keine Skandale, keine Eskapaden, keine wilden Frisuren, keine Tattoos. Deswegen sind sie in der Mannschaft beliebt. Harmonie – vielleicht das größte Geheimnis…

jj.

Quelle: tz

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