60-Insolvenz: Das wären die Folgen für den FCB

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Rote Burg Allianz Arena – für die Löwen sind wohl bald sämtliche Zugänge dicht: „In der fünften Liga könnte 1860 nicht mehr Mieter sein.“

München - Kommt das große Stühlerücken in den Logen? Eine Insolvenz von 1860 würde für den FC Bayern diese und viele andere Fragen rund um die Allianz Arena aufwerfen.

Der FC Bayern hat schon immer keinen Hehl daraus gemacht, dass er an einem Überleben des Lokalrivalen interessiert ist. Uli Hoeneß ändert da auch den Kurs nicht, wenn die Zeiger längst viel dramatischer als fünf vor Zwölf stehen. „Es ist noch immer in unserem Sinn, wenn der TSV 1860 eine Lösung findet“, sagte der Präsident am Freitag unserer Zeitung.

Die Führungsriege der Roten hat in der Sache Sechzig schon länger einen heiklen Spagat zu bewältigen. Zum einen besteht eine Partnerschaft zwischen den ungleichen Nachbarn (und damit auch finanzielles Interesse), zum anderen ist da aber nun einmal auch eine tiefe Kluft, die sich über Jahrzehnte vor allem zwischen den Lagern der Anhänger immer weiter aufgetan hat. In den Augen von vielen Bayern-Fans ist nur die geringste Hilfestellung für die Löwen ein Sakrileg, ein Verstoß gegen unumstößlich verankerte Gebote.

Eine Insolvenz des TSV 1860 würde, das versichern die Bayern, den Rekordmeister nicht in seinen Grundfesten erschüttern. Die Allianz Arena ließe sich schon alleine betreiben, dennoch sei klar: „In der fünften Liga könnten die Löwen nicht mehr Mieter sein.“ Deshalb würde eine Zahlungsunfähigkeit des TSV 1860 einige Fragen rund um die Allianz Arena aufwerfen. Nicht zuletzt die, ob es in den Logen zu einem großen Stühlerücken kommen könnte.

Noch hat man dieses Szenario nicht durchgespielt, eine Rettung ist ja weiterhin möglich, heißt es im Lager des FC Bayern, der die Entwicklung mit einem Mix aus Hoffnung und Gelassenheit beobachtet. Selbst kann man nicht mehr Einfluss nehmen, sämtliche Möglichkeiten zur Hilfe wurden ausgelotet und zerschlugen sich letztlich. Im Insolvenz-Fall droht nun, dass die bereits gestundeten Verbindlichkeiten - der FC Bayern ist mit rund vier Millionen Euro größter Gläubiger des Lokalrivalen - verloren sind. Einem Nackten lässt sich nicht in die Tasche greifen. Das Geld wäre futsch.

Man müsste zudem prüfen, inwieweit die Verträge rund um die Arena Bestand haben. Die Logenbesitzer haben Kontrakte für die Heimspiele von Bayern und Löwen unterschrieben. Auch der Vertrag mit dem Namensgeber Allianz basiert auf einem Papier, laut dem beide Vereine in der Arena ihre Spiele ausrichten. Auf der anderen Seite, das wäre zumindest ein Trost, sinken im Falle eines Zwangsabstiegs des TSV 1860 auch die Aufwendungen für den Betrieb der Arena. An der Säbener Straße beruhigt man die Fans - die eigenen wohlgemerkt: Zwar würde sich bei einem finanziellen K.o. der Löwen ein Einnahmenverlust zusammenläppern. Richtig in Sorge sei man allerdings erst, wenn man drei Mal in Serie die Champions League verpasst. Dann müsste man die hauseigene Politik eventuell modifizieren. Doch soweit ist es ja längst nicht.

Andreas Werner

Quelle: tz

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