TV-Kritik: Brillant, Ottmar!

München - "Wer will wirklich Ulli Potofski und die neue Frisur von Mario Gomez in 3D sehen?" fragt tz-Kolumnist Jörg Heinrich in seiner TV-Kritik - und stellt Bemerkenswertes hinsichtlich der CL-Übertragung fest.

Ottmar Hitzfeld

Willkommen zur beliebten 2D-Fernsehkritik in Ihrer tz! Der kostenpflichtige TV-Sender Sky hat gestern Abend das Bayernspiel in zahllosen neumodischen Bildformaten übertragen, die kein Mensch sehen kann, in HD, in 3D sowie in FCB. Und beim Zuschauen hat man sich ganz ernsthaft die Frage gestellt: Wer will wirklich Ulli Potofski und die neue Frisur von Mario Gomez in 3D sehen? 2D ist tragisch genug, 1D wäre besser, UKW ideal. Wir verraten Ihnen, was Sie als Technikverweigerer verpasst haben – und was Ihnen erspart blieb, wenn auch Ihre Sky-App am iPad mehrmals minütlich abstürzte.

Das Potofski hat die Zuschauer jedenfalls schon mehrere Stunden vor dem Anpfiff in seinem Fußballstadl „Mein Stadion“ begrüßt. Früher hat man ja Premiere, wie Sky in unserer Kindheit hieß, dafür abonniert, dass einem dort die Potofskis dieser Welt und andere Big-Brother-Gestalten erspart bleiben, aber diese Zeiten sind auch vorbei. Gut, dass gegen 20 Uhr Bastl Hellmann mit Ottmar Hitzfeld übernahm, der in unnachahmlicher Weise analysierte, ob der FCB nächste Saison mit Jupp Heynckes aus Läwwakusen die Schämbions League erreichen kann. Fazit: Ja, er kann.

Der Bastl hat dann sehr ausführlich darauf hingewiesen, dass bis zu 127 Fernsehzuschauer überall in Deutschland das Spiel in 3D sehen konnten, und das 3D-Publikum im Anschluss namentlich begrüßt, von Anton bis Zenta. Ottmar musste ein 3D-Nasenfahrrad testen. Brillant! Der Franz hat dagegen gegrantelt, dass er bereits eine Brille aufhat, und dass er das Spiel im Stadion quasi eh in 3D und HD sehen kann, was auch wieder stimmt.

Kurz darauf hat Marcel Reif eingegriffen, und man hat sich gedacht: Hallo Sky, wie wär’s, wenn Ihr erstmal Eure 2D-Übertragungen technisch in den Griff bekommt, bevor Ihr 3D ausprobiert? Maestro Reif hat sich jedenfalls massiv über Tonstörungen, mutmaßlich Potofski, auf seinem Ohrhörer ärgern müssen („Nehmt mir den vom Ohr!!!!!“), und danach während der Champions-League-Bundeshymne im Hintergrund geschimpft wie ein Rohrspatz, in 3D bis 4D.

Danach hat er aber geistreich und süffisant wie immer kommentiert. Keiner sagt so schön „Louis van Haaaaaal“ wie Reif, und keiner wusste wie er bereits nach dem 1:1, dass es in Wahrheit schon 2:1 steht. Fazit: Mit 1A-Reif braucht kein Mensch 3D.

Jörg Heinrich

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © sampics

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