Hoeneß: "Ude hat die Rettung der Löwen blockiert"

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Große Freunde waren sie nie, aber sie arrangierten sich: Christian Ude und Uli Hoeneß bei der Meisterfeier der Bayern 2006.

München - Der TSV 1860 München steht kurz vor der Insolvenz. Jetzt erhebt Bayern-Präsident Uli Hoeneß schwere Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Christian Ude.

Die Löwen kämpfen ums Überleben. Acht Millionen bis Ende März, die Insolvenz vor Augen: Die Lage ist dramatisch. Der TSV 1860 sucht fieberhaft nach Rettungsmöglichkeiten. Eine ist ausgeschlossen: Hilfe vom großen Nachbarn.

Die Chronik der Löwen-Rettung 2010/2011

14. Juli 2010: Der TSV 1860 verliert den sogenannten Catering-Prozess gegen den FC Bayern, woraufhin der damalige Geschäftsführer Manfred Stoffers (Bild) zurücktritt. Auch eine Bedingung des FC Bayern, um dem TSV 1860 Schulden zu stunden. © Sampics
17. August 2010: Die finanziellen Probleme beim TSV 1860 sind so groß, dass man Stefan Aigner an den VfB Stuttgart verkaufen will. Die Fans sind empört. © Sampics
31. August 2010: Toni Rukavina steht auf der Transferliste und zum Verkauf. Es gibt kein Interesse am letzten Transfertag, der Serbe bleibt ebenso wie Aigner. © Sampics
19. Oktober 2010: Dem TSV 1860 werden von der DFL wegen unzureichender Informationen bei der Lizenzierung zwei Punkte abgezogen. © dpa
23. Oktober 2010: Dieter Schneider wird anstelle von Michael Hasenstab neuer Vizepräsident und Schatzmeister. © Sampics
29. Oktober 2010: Der TSV 1860 steht unmittelbar vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Angestellten bekamen ihr Gehalt nicht überwiesen. Präsidium, Aufsichtsrat sowie Sponsoren springen helfend ein, die drohende Pleite wird unter der Federführung von Dieter Schneider gerade noch abgewendet. Talent Moritz Leitner (Bild) wird für eine knappe Million an Borussia Dortmund vorverkauft. © Sampics
12. November 2010: Geschäftsführer Robert Niemann (Bild) tritt nach dreieinhalb Monaten zurück, sein Nachfolger wird Robert Schäfer. © Sampics
30. November 2010: Die Profis und die übrigen Angestellten beim TSV 1860 sollen auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten. “Es ist ein Symbol dafür, dass alle im Verein den eingeschlagenen Weg der Sanierung mitgehen“, erklärt Geschäftsführer Robert Schäfer. © dpa
Dezember 2010/Januar 2011: In der Wintertransferperiode trennt sich 1860 von neun Profis. Im Bild Mate Ghvinianidze, der in die Ukraine wechselte.  © Sampics
14. Januar 2011: Der TSV 1860 erhält von der DFL grünes Licht im Nachlizenzierungsverfahren. Zuvor hatte der Verein auf den letzten Drücker einen Liquiditätsnachweis über 5,3 Millionen Euro erbracht. Der Rest der Saison scheint damit gesichert. Die Verträge von Lauth, Bierofka (Bild) und Király sollen nur verlängert werden, wenn die Spieler ab sofort auf einen großen Teil ihres Gehalts verzichten. © Sampics
7. Februar 2011: Nach dem Rücktritt von Rainer Beeck wird Dieter Schneider neuer 1860-Präsident. “Es ist keine einzelne Kuh, sondern eine ganze Kuhherde, die vom Eis muss“, beschreibt Schneider das “Löwen“-Dilemma.   © Sampics
Februar/März 2011: Die große Bankenlösung (zinsgünstiges Darlehen über zwölf Millionen Euro auf drei Jahre) scheitert. © dpa
24. Februar 2011: Der bisherige Hauptsponsor Comarch kündigt an, von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen zu wollen und den bis 2013 geltenden Vertrag schon zum Saisonende zu kündigen. © Sampics
18. März 2011: Der TSV 1860 bestätigt nach Zeitungsmeldungen auf einer Pressekonferenz einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf von acht Millionen Euro. Ansonsten würden dem Klub die Insolvenz und der Lizenzverlust drohen. © Sampics
01. April 2011: Auf den letzten Drücker erbringen die “Löwen“ einen von der DFL geforderten erneuten Liquiditätsnachweis in Höhe von 1,5 Millionen Euro. © Sampics
20. Mai 2011: Nach langem Hin und Her gibt die DFL grünes Licht für den Kooperationsvertrag mit dem Investor Hasan Ismaik. Jetzt gebe es die Chance, “den Verein langfristig in eine gesicherte und erfolgreiche Zukunft zu führen“, erklären Schneider und Schäfer. © dpa
28. Mai 2011: Als letzter Gläubiger stimmt der Berliner Unternehmer Nicolai Schwarzer einem Teilverzicht zu. “Ich verzichte schweren Herzens“, sagt Schwarzer. © Sampics
30. Mai 2011: Der 18 Millionen Euro schwere Kooperationsvertrag wird unterzeichnet - am Ende eines langen Tages voller Verhandlungen. “Es war schon dunkel“, sagt Schneider. © 1860
31. Mai 2011: Die vertraglich vereinbarte Summe ist nach Angaben der “Löwen“ bereits an die DFL weitergeleitet, die diese nach der Lizenzerteilung dem Verein übergeben wird. © Sampics
6. Juni 2011: Der TSV 1860 erhält die Lizenz für die 2. Bundesliga. “Der Lizenzierungsausschuss hat nach eingehender Prüfung festgestellt, dass alle Bedingungen erfüllt wurden“, teilte Harald Strutz, Vorsitzender des Lizenzierungsausschusses, in einer Presseerklärung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) mit. © dpa

Schäfer: "Wir sind der ideale Verein für einen Investor!"

„Wir haben für 1860 alles getan, was wir tun können“, erklärte Uli Hoeneß am Sonntagmittag der tz. Finanzvorstand Karl Hopfner hatte dies tags zuvor in Freiburg bereits klargestellt: „Weitere finanzielle Unterstützungen wird es nicht mehr geben. Wir werden sicher nicht acht Millionen rüberschieben und sagen: Damit ist 1860 gerettet.“ Hopfner betonte, dass die Löwen „selbst schauen müssen, wie sie aus der Situation kommen: Es wird verdammt schwer, aber ich wünsche es ihnen.“

Dramatischer Tag: Erst Sorgen bei der PK, dann Spaß im Stadion und grandiose Noten

Sehen Sie hier erste Bilder von der dramatischen Pressekonferenz der Löwen, auf der 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer verkündete, dass dem Verein acht Millionen Euro bis Ende März fehlen. Am Ende folgen hier noch Bilder vom Spiel gegen den KSC sowie die Noten der Sechzger-Spieler. © dpa
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Sehen Sie hier erste Bilder von der dramatischen Pressekonferenz der Löwen, auf der 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer verkündete, dass dem Verein acht Millionen Euro bis Ende März fehlen. Am Ende folgen hier noch Bilder vom Spiel gegen den KSC sowie die Noten der Sechzger-Spieler. © Sampics
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Sehen Sie hier erste Bilder von der dramatischen Pressekonferenz der Löwen, auf der 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer verkündete, dass dem Verein acht Millionen Euro bis Ende März fehlen. Am Ende folgen hier noch Bilder vom Spiel gegen den KSC sowie die Noten der Sechzger-Spieler. © dpa
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © dpa
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © dpa
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Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © dpa
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © dpa
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © dpa
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © dpa
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
Die Mannschaft der Löwen ließ sich von den Hiobsbotschaften nicht beirren und zeigte gegen den KSC eine der besten Saisonleistungen. Sehen Sie hier Bilder des Spiels. Am Ende folgen noch die Noten der Spieler. © Sampics
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Gabor Kiraly: Note 1 © Getty
Antonio Rukavina: Note 2 © Getty
Necat Aygün: Note 2 © Getty
ab 58. Benny Schwarz: Note 3 © Getty
Stefan Buck: Note 4 © Getty
Christopher Schindler: Note 3 © Getty
Kai Bülow: Note 2 © Getty
Dominik Stahl: Note 2 © Getty
Stafen Aigner: Note 2 © Getty
Daniel Halfar: Note 1 © Getty
ab 85. Tarik Camdal: ohne Bewertung © Getty
Benny Lauth: Note 2 © Getty
Kevin Volland: Note 1 © Getty
ab 80. Alexander Ludwig: ohne Bewertung © Getty

Aggressiver ist der Ton, den Hoeneß anschlägt. Denn laut Bayern-Präsident war eine Rettung bereits zum Greifen nah. „Mit Hilfe von Horst Seehofer und der CSU hätte es einen Rettungsplan gegeben, eine perfekte Lösung“, erzählte Hoeneß von Gesprächen zwischen Politikern, der Führungsspitze des FC Bayern und Vertretern der Banken: „Zuerst mit einem Kredit der Landesbank, als sich der zerschlagen hat, hätte man zusätzlich die Stadtsparkasse gebraucht.“ Doch der Plan scheiterte – in Hoeneß’ Augen vor allem am Unwillen eines Mannes: SPD-Oberbürgermeister Christian Ude, der fast 14 Jahre im Aufsichtsrat der Löwen saß. „Oberbürgermeister Ude als Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtsparkasse hat nichts dafür getan, er hat diese Lösung blockiert“, wirft Hoeneß gegenüber der tz dem Politiker unterlassene Hilfeleistung vor.

Bedenken, dass Logen-Besitzer abspringen, weil ihnen von den zugesicherten Spielen die der Löwen fehlen, hat Hoeneß nicht: „Ich mache mir keine Sorgen. Hinter jeder Loge, die frei werden würde, stehen zwei Interessenten, die sie wieder haben wollen.“ Mindereinnahmen der Stadion-GmbH würden die Bayern verkraften, genauso wie den Verlust der gestundeten Zahlungen. „Wenn 1860 insolvent geht, ist unser Geld verloren“, stellt Karl Hopfner klar, „wir können nur die Daumen drücken, dass sie es schaffen“. Die Bayern und ihr Mieter. Eine schwierige Beziehung, der nun das vorzeitige Ende droht. „Man fragt sich irgendwann schon, warum wir das alles getan haben. Wir halten die seit Jahren am Leben und werden immer noch bei jedem Spiel beschimpft. Dankbarkeit gibt es nicht“, meint Hoeneß.

Knapp sechs Jahre nach dem gemeinsamen Einzug droht den Löwen nun das Aus, während Bayern wirtschaftlich so gut wie nie zuvor dasteht. In sechs Jahren soll die Arena abbezahlt sein, der FC Bayern ist dann unabhängiger Eigentümer. Ohne Mieter? „Für unsere Fans wäre es schön, die Arena alleine für sich zu haben“, sagt Hoeneß. „Wir hätten natürlich ein paar Millionen weniger in der Kasse, das ist klar.“ Doch das würden die Bayern inzwischen akzeptieren.

Tobias Altschäffl

Quelle: tz

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