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„Ganz kurz!“ – Brazzo grätscht vor Pokal-Spiel live in der ARD bei Schweinsteiger-Analyse dazwischen

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Von: Patrick Mayer, Florian Schimak

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Der FC Bayern kämpfte beim 1. FSV Mainz 05 um den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Dies gelang – mit Neuzugang Joao Cancelo. Die Stimmen zum Spiel.

München/Mainz – Wenn es beim FC Bayern sportlich nicht läuft, ist immer viel Unruhe im Umfeld. So kann die Stimmung in München seit einigen Wochen getrost als angespannt bezeichnen.

Da hat bislang dann auch keine spektakuläre Neuverpflichtung geholfen. Am Dienstag machten die Bayern den Transfer von Joao Cancelo fix. Der Außenverteidiger kommt von Manchester City zunächst auf Leihbasis bis Sommer.

FC Bayern bei Mainz 05: Was haben Nagelsmann, Salihamidzic und Co. zu sagen?

Nun ging es für den Rekordmeister am Mittwochabend beim 1. FSV Mainz um den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale. Dort durfte Cancelo gleich beginnen. Und überragte bei seinem Debüt im Bayern-Dress.

Wir fassen für Sie die Stimmen zum Spiel auf ARD, Sky und aus der Mixed Zone in der Mewe-Arena zusammen.

Julian Nagelsmann (Trainer, FC Bayern) nach dem Spiel bei Sky über ..

... die Partie in Mainz: „Ich bin froh, dass wir wieder gewonnen haben und noch gewinnen können. In der ersten Halbzeit war die Einstellung sehr gut. (...) Wir hatten zwei, drei Fehlpässe. Aber das ist normal. Dass mal was schiefgeht, kalkuliert man ein. Die erste Halbzeit war ein absolut richtiger Schritt.“

... die Erleichterung nach dem Erreichen des DFB-Pokal-Viertelfinales: „Der Druck wird extrem groß, wenn du heute nicht gewinnst. Sowohl für mich als auch für die Mannschaft. So ist das bei Bayern München. Da musst du auch in der Champions League liefern, sonst ist früh die Luft raus.“

... eine angebliche teaminterne Sitzung von Bayern-Spielern ohne Nagelsmann: „Da müssen sie die Spieler fragen. Ich war nicht dabei. Es war kein offizieller Termin, Spieler kommen auch mal so in der Kabine zusammen. Vielleicht verraten sie es auch nicht. Es sind ja alles Männer, die reden auch mal miteinander.“

Julian Nagelsmann (Trainer, FC Bayern) nach dem Spiel über...

... die Partie: „Die erste Halbzeit war sehr, sehr gut. In Mainz zu spielen ist nicht einfach, es war gut, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Ich glaube, wir haben sie überrascht, dass wir so viele Offensive auf dem Platz hatten. In der zweiten Hälfte hatte ich das Gefühl, dass wir noch einen Gang hätten hochschalten können. Durch Phonzie kommt dann die Entscheidung. Für ihn freut es mich sehr.“

... seine Formation mit der Dreierkette: „Die Hauptidee war, dass wir in den letzten Spielen gegen Teams mit Dreierkette einen Mittelfeldspieler zu wenig hatten. Mit Thomas hatten wir dann einen Überzahlspieler, so dass wir einfach mehr in die Mitte spielen konnten und mehr Zug zum Tor entwickeln. Wir haben sehr viele gute Offensivspieler.“

... seine Eingriffe, damit es wieder lief: „Die Jungs haben beim Aufwärmen schon einen sehr guten Eindruck gemacht. Als Trainer muss man da eigentlich wenig machen, weil die Spieler ihrem eigenen Anspruch gerecht werden wollen. Da muss keiner von extern hineinreden, auch ich nicht.“

... die vermeintliche Team-Sitzung ohne Trainer: „Wir haben am Montag eine andere Analyse gemacht. Wir haben mehr die Spieler sprechen lassen, weil sie den Anspruch haben, die Verantwortung zu übernehmen und haben offen alles angesprochen. Was da alles genau angesprochen wurde, erzähle ich euch jetzt nicht.“ (lacht)

... den Druck, der nach den zuletzt sieglosen Spielen von außen kam: „Ich habe mir angewöhnt, gar nix mehr zu lesen. Wenn ich die Medienwelt durchforstet, ist das schon erdrückend, was da so kommt. Ich mache mir ja selbst genug Druck. Von außen können viele Leute labern. Aber ja, klar. Es ist schöner, wenn positive Dinge über einen geschrieben werden.“

... das Debüt von Joao Cancelo: „Er war unglaublich kreativ. Die Kreativität hat man in den ersten beiden Aktionen schon gesehen. Er hat eine Ruhe am Ball, hat super verteidigt. Mit ihm haben wir eine neue Option mit einem Außenverteidiger, mit ihm können wir sehr offensiv spielen. Er war gar nicht nervös. Aber er hat auch mit Pep einen sehr guten Trainer, der ihn ganz gut ausgebildet hat.“

Joshua Kimmich (FC Bayern) nach dem Spiel bei Sky über ...

... das Weiterkommen im DFB-Pokal: „Der Sieg war heute wichtig, auch die Art und Weise wie wir gewonnen haben. Es war extrem wichtig, gerade im Pokal weiterzukommen. Wir haben ab der ersten Minute gezeigt, wer hier als Sieger vom Platz gehen will. Wenn wir diese Qualität auf den Platz bringen, macht es schon sehr, sehr Spaß.“

... eine angebliche Mannschaftssitzung ohne FCB-Coach Julian Nagelsmann: „Wer hat das denn gesagt? Ich kann mich an keine Sitzung ohne den Trainer erinnern. Vielleicht haben die die Sitzung ohne mich gemacht. Wir hatten eine Sitzung, aber da war der Trainer dabei, wo auch wir Spieler zu Wort gekommen sind.“

Joshua Kimmich (FC Bayern) nach dem Spiel bei der ARD über ...

... die Erleichterung nach dem 3:0-Sieg: „Erleichterung ist immer ein bisschen negativ. Aber die Freude ist sehr, sehr groß. Für solche Abende spielt man Fußball. Man möchte immer gewinnen, heute haben wir das in einer sehr guten Art und Weise getan.“

... die Sitzung ohne den Trainer: „Ah, jetzt weiß ich auch, woher das kommt, ich habe mich eben schon gewundert. Wir hatten eine Sitzung mit dem Trainer zusammen, da sind auch wir Spieler zu Wort gekommen. Wir tauschen uns auch intern aus, weil wir wissen, dass wir unter unserem Potenzial geblieben sind. Heute sind wir mit der richtigen Herangehensweise ins Spiel gegangen, haben die richtige Einstellung an den Platz gelegt.“

... die Gründe für den Sieg: „Es geht nur über harte Arbeit. Ein Sieg alleine reicht nicht. Das nächste Spiel wollen wir auch gewinnen.“

... das nächste Spiel in Wolfsburg und die Kovac-Ansage, dass es derzeit einfacher wäre, in München zu spielen als gegen Union Berlin: „Ich bin nicht der Typ, der große Töne spuckt. Warten wir doch den Sonntag einfach mal ab.“

Der FC Bayern setzte sich im Pokal-Achtelfinale beim 1. FSV Mainz 05 durch.
Der FC Bayern setzte sich im Pokal-Achtelfinale beim 1. FSV Mainz 05 durch. © IMAGO/Eibner-Pressefoto

Bo Svensson (Trainer Mainz 05) nach dem Spiel bei Sky über ...

... die Niederlage gegen den FC Bayern: „Die Bayern waren sehr, sehr wach und sehr, sehr gut heute. Und wir waren genau das Gegenteil. Wir waren zu langsam, hatten zu viel Respekt. Und so hast du keine Chance gegen die Bayern. Die zweite Halbzeit war besser, da haben wir gezeigt, dass wir die Bayern vor Probleme stellen können. Wir hatten es uns das ganz anders vorgestellt, haben sehr verhalten gespielt. Dann hat Bayern die Räume, die wir anbieten, sehr gut genutzt.“

... über seine Rote Karte: „Ich habe mich auch schon bei Deniz entschuldigt. Wir haben uns auch schon die Hand gegeben. Ich habe ihn gefragt, warum es in der einen Situation kein Gelb für Bayern ist und dann für uns ist es Gelb. Ich habe sie dann gefragt: ‚Seid ihr blind?` Ich weiß nicht, ob es nötig ist, bei 0:3 eine Rote Karte zu geben. Aber meine Aktion war auch unnötig. Ich sehe, dass die andere Bank anders behandelt wird als unsere. Auf der anderen Bank sehe ich vier Leute, die um den Vierten Offiziellen stehen. Und da wird nicht verwarnt. Im Gleichgewicht ist das nicht.“

Jamal Musiala (FC Bayern) nach dem Spiel bei Sky über ...

... den Sieg in Mainz: „Wir wissen um die Qualität, die wir haben. Wir haben so einen Sieg gebraucht, damit wir mit einem Flow in die nächsten Spiele reingehen. Dass wir so überzeugend gewonnen haben, tut uns allen gut.“

... Fortschritte im Bayern-Spiel: „Wichtig war, dass wir nach dem ersten Tor versuchen, das zweite und dritte Tor zu machen. Dass wir direkt versuchen, dass nächste Tor zu machen, war gut. Wir wissen alle, wie schnell im Fußball sonst was passieren kann.“

... das Debüt von Neuzugang Joao Cancelo: „Er tut uns gut.“

Hasan Salihamidzic und Bastian Schweinsteiger bei der ARD vor dem Pokal-Spiel des FC Bayern.
Hasan Salihamidzic und Bastian Schweinsteiger bei der ARD vor dem Pokal-Spiel des FC Bayern. © Screenshot/@ARD

Hasan Salihamidzic (Sportvorstand, FC Bayern) vor dem Spiel bei der ARD über ...

... Julian Nagelsmann und ob dieser unter dem Druck leidet: „Überhaupt nicht, ich sehen ihn sehr klar. Er spricht sehr klar zur Mannschaft. Wir haben alle Druck, wenn wir nicht gewinnen. Julian hat das inzwischen angenommen. Wir arbeiten alle daran, dass es wieder besser wird.“

... die vermeintliche Ergebniskrise im Zusammenhang mit den Nebenkriegsplätzen um Serge Gnabry: „Nein, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir verlangen Leistung und wollen alles, wirklich alles dem Erfolg unterordnen. Das hat den FC Bayern immer ausgezeichnet, dass wir solche Situationen überleben. Wir kommen da wieder raus.“

Anschließend setzt Bastian Schweinsteiger als ARD-Experte zur Analyse an, doch Brazzo grätscht verbal dazwischen...

... Serge Gnabry, den er sich rausgepickt haben soll: „Ganz kurz! Ich habe doch keinen rausgepickt! Serge und ich haben ein sehr, sehr gutes Gespräch gehabt. Wir haben das besprochen, am nächsten Tag war das alles wieder gegessen. Wir haben geredet wie Männer und alles intern geklärt. Wenn wir zwei Spiele nicht gewonnen haben, müssen wir arbeiten, dass es wieder besser wird. Aber besser wird es nicht in Paris auf der Moden-Show.“

... den möglichen Impuls, der jetzt den Erfolg bringen soll: „Das Trainerteam hat das alles analysiert. Wir haben viele Gespräche mit den Spielern geführt, jetzt sind wir mal gespannt, ob das heute Abend was gebracht hat. Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit. Aber wenn wir mal zwei, drei Tore geschossen haben, kommt wieder das alles wieder.“

... Neuzugang Joao Cancelo: „Er bringt uns Kreativität. Er ist sehr erfahren, hat eine super Technik. Er bringt alles mit, was ein Außenverteiler auf internationalem Niveau braucht. Er soll so spielen, wie er bei Manchester City performt hat.“

Julian Nagelsmann spricht vor dem Spiel bei Mainz 05.
Julian Nagelsmann spricht vor dem Spiel bei Mainz 05. © IMAGO

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) vor dem Spiel bei Sky über ...

... das DFB-Pokal-Achtelfinale: „Es hat eine große Bedeutung, ist ein K.o.-Spiel. Wir haben die letzten zwei Jahre im DFB-Pokal nicht das erreicht, was wir erreichen wollten, was wir vielleicht erreichen mussten. Deswegen ist der sportliche Druck größer. Generell sind wir Bayern München. Und das muss man auf dem Platz sehen.“

... eine teaminterne Sitzung in München: „Sie haben sich zusammengesetzt und mal ohne den Trainer gesprochen. Jetzt wollen wir gemeinsam bessere Ergebnisse erzielen. Wir wollen wieder mit mehr Risiko zum Tor gehen. Wir haben zuletzt gegen sehr tiefstehende Gegner gespielt, das wird heute sicher auch manchmal so sein.“

... die Gründe, Joao Cancelo links statt rechts aufzustellen: „Das will ich offen lassen. Lasst euch überraschen. Es ist vielleicht nicht das, was jeder erwartet. Es geht um minimale Anpassungen, um mehr Aggressivität vor das Tor zu bringen. Cancelo hat eine hervorragende Flanke. Er ist nicht belastet mit der Ergebnissituation, kommt unbefleckt hier an und kann Vollgas geben.“

... die Taktik gegen die Mainzer: „Wenn Mainz Druck macht, dürfen wir nicht alles vor den Block spielen. Wir müssen andere Tugenden an den Tag legen, um im zweiten oder dritten Schritt die Kontrolle über das Spiel zu erlangen. Wir müssen beim Gegner mehr Stress erzeugen, um den Block herum spielen, dem Gegner da weh tun, wo wir die meiste Qualität haben. Das ist in der roten Zone vor dem Tor, nicht in der eigenen Abwehr.“

Julian Nagelsmann (Trainer, FC Bayern) vor dem Spiel bei ARD über ...

... Joao Cancelo und seine Position: „Ich lass’ mal etwas offen, wo er spielt. Pep hat ihn perfekt ausgebildet, er braucht keine große Anlaufzeit. Wenn er so spielt wie bei ManCity, mache ich mir keine Sorgen. Er hat einen guten Geist reingebracht gestern bei der Einheit, daher beginnt er heute.“

... die Stimmung nach den letzten Spielen: „Es zerrt an den Nerven. Man kann sich Selbstvertrauen aber nur über Ergebnisse holen. Wir haben viel geredet. Ich bin Optimist und gehe davon aus, dass wir heute weiterkommen.“

... den Druck, den er spürt: „Der Druck ist immer groß von außen. Den spürt man schon. Die Mannschaft spürt das auch, aber wir sind die einzigen, die es beeinflussen können.“

(smk/pm)

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