Kadergröße bereitet Kopfzerbrechen

Robben: „Das kann eine Gefahr werden“

„Wir sind bereit“: Arjen Robben über das Spiel in Freiburg.
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„Wir sind bereit“: Arjen Robben über das Spiel in Freiburg.

Der Niederländer sprüht vor dem Start ins Fußballjahr 2017 vor Elan - und will es beim FC Bayern bis mindestens 2018 noch mal wissen. Bei Xabi Alonso hingegen soll womöglich schon am Ende der Saison Schluss sein.

München – Der Husten war noch deutlich zu hören, als Arjen Robben gestern Mittag den Presseraum an der Säbener Straße betrat, auch die Aussprache seiner Begrüßung klang noch etwas nasal. Und weil man den Niederländer eben kennt aus seinen inzwischen acht Jahren beim FC Bayern, ahnt man in so einem Fall erst mal Schlimmstes. Schon das Mini-Turnier in Düsseldorf hatte er wegen einer Grippe ja verpasst; die Temperaturen, bei denen sich die Bayern dieser Tage auf das morgige Auftaktspiel in das neue Fußballjahr beim SC Freiburg (20.30 Uhr) vorbereiten, tun ihr Übriges. Aber Robben hatte gute Laune, setzte sich gemütlich hin, hüstelte und stellte dann gleich klar: „Ich habe die ganze Woche trainiert, mir geht es gut. Wir sind bereit.“

Es ist ja nicht mal ein ganzer Monat vergangen, seitdem die Bayern dem ärgsten Verfolger RB Leipzig im letzten Spiel vor der Winterpause ihre Stärke demonstriert haben. Die Winterpause war vergleichsweise kurz, das Trainingslager in Katar aber vergleichsweise gut, genauso wie die Stimmung nach dem Turniersieg am vergangenen Wochenende. Die Floskel, die den Auftakt in 2017 begleitet, steht seit Wochen, denn die Vermutung, dass der Rekordmeister im zweiten Halbjahr unter Carlo Ancelotti noch besser werde, hat inzwischen jeder mindestens ein Mal geäußert. Auch Robben tat es gestern, aber der 32-Jährige fügte hinzu: „Sagen können wir es alle, wir müssen es aber auch zeigen.“ Ein „Zeichen“ beim ungemütlichen Abendspiel im bitterkalten Breisgau sei das, was er sich wünsche. Nicht, weil man mit einem Sieg – so blöd es klingt – Herbstmeister wäre. Sondern vor allem, um „zu zeigen, dass wir weitermachen wollen“.

Die Ziele, die sich die Bayern gesteckt haben, sind hinreichend bekannt. Von der Meisterschaft oder gar dem Pokal aber sprach Robben bei seinem ersten Auftritt nach der Vertragsverlängerung bis 2018 nicht. Vielmehr bestätigte er, dass vor allem die ältere Garde im Kader den erneuten Gewinn der Champions League als „Ziel und Reiz“ ansehe: „Das wäre schon noch mal was Schönes.“ Stand jetzt bleiben Robben dafür noch zwei Anläufe, er schließt aber nicht aus, „dass wir in einem Jahr wieder über eine Verlängerung reden“. Man sei immer nur so alt, wie man sich fühle: „Und ich sehe es positiv. Ich weiß, dass ich das Beste vielleicht schon hinter mir – aber auch ein paar gute Jahre vor mir habe.“

Robben: „Wollen ein Zeichen setzen“

Die Entscheidung pro Bayern ist dem Flügelspieler nicht schwergefallen. Er hatte Offerten, gute sogar, sportlich wie finanziell. Chinesische Millionen – er hätte im Reich der Mitte nach eigenen Angaben bis zu sechs Mal so viel Geld verdienen können – konnten ihn aber genauso wenig locken wie der Rest der großen Fußball-Welt. „Für mich zählt nur der FC Bayern“, sagte er, sichtlich stolz, dass er auch im Herbst seiner Karriere (genauso wie Franck Ribery) unverzichtbar ist: „Wenn wir beide fit sind, können wir noch viel erreichen.“

Robbens Vertrag auslaufen zu lassen, war für die Bayern keine Option. Denn nach wie vor weiß man nicht, ob Kingsley Coman und Douglas Costa schon dauerhaft das Format für die großen Spiele haben. Ohnehin ist der Kader, mit dem Carlo Ancelotti in die Rückrunde geht, nicht sonderlich üppig. Auch Robben hat registriert, dass derzeit nur 16 Feldspieler zur Verfügung stehen. „Das kann eine Gefahr werden, wenn sich einer verletzt“, sagte er und rief seine Mitspieler auf, „professionell zu leben“.

Ein besseres Vorbild als Robben gibt es dafür freilich nicht. Nach seiner jüngsten Verletzungsserie hat sich der Nationalspieler noch mal durchchecken lassen, vom lichten Haaransatz bis zum kleinen Zeh. Man lernt nie aus, auch im Alter, und er möchte ja weitermachen. Anders übrigens stellt sich die Situation bei Xabi Alonso dar.

Der Spanier hat den Klubbossen angeblich signalisiert, dass die laufende Saison seine letzte sei. „Das wäre traurig, weil er ein guter Profi und ein guter Mensch ist“, sagte Robben. Man müsse so eine Entscheidung aber akzeptieren. Alonso ist 35 – Robben im Vergleich also ein Jungspund. Einer, dem eine Grippe gar nichts kann.

Das denkt Robben über die Reform-Ideen von van Basten

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