Ribéry & Co. zittern vor hungrigen "Urus"

+
Franck Ribéry soll auch gegen Uruguay vorneweg marschieren

Knysna - "Wir werden von Zweifeln geplagt", räumte der französische Stürmer Sidney Govou vor dem WM-Auftakt der Franzosen gegen Uruguay ein. In der Heimat sind die Zweifel noch größer.

Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts “Opinion Way“ glauben nur 41 Prozent der Franzosen an einen Auftaktsieg am Freitag. Im Lager des Gegners in Kimberley werden derweil herausfordernde Töne angeschlagen. “Wir haben Hunger nach Ruhm“, versicherte Uruguays Kapitän und Abwehrroutinier Diego Lugano.

Die Stimmung im WM-Quartier der Franzosen war 48 Stunden vor dem Duell gegen Uruguay alles andere als gut. “L'Équipe“ berichtete am Mittwoch, mehrere Spieler wollten Trainer Raymond Domenech in die Mannschaftsaufstellung hineinreden. Spielmacher Yoann Gourcuff werde von vielen Kollegen geschnitten und solle dem Bericht zufolge nach dem Wunsch von Bayern Münchens Dribbelkönig Franck Ribéry und Sturmroutinier Nicolas Anelka dem im Training überzeugenden Abou Diaby Platz machen. Außerdem forderten viele der “Bleus“ einen Stammplatz für den von Trainer Raymond Domenech auf die Bank verbannten Thierry Henry.

Umfrage: Das sind die WM-Womanizer

Dass es beim Vizeweltmeister reichlich Probleme gibt, verschweigt in Knysna niemand. Abwehrchef William Gallas läuft zum Beispiel im Hotel mürrisch herum, weil Domenech ihm die an Patrice Evra vergebene Kapitänsbinde vorenthalten hat. Aber die Franzosen, das beteuert Jéremy Toulalan, wollen an ihren Problemen wachsen. “Wir haben Schwierigkeiten durchgemacht, das kann uns im Laufe des Turniers helfen. Das ist zum Beispiel bei Spanien nicht der Fall“, sagte der defensive Mittelfeldmann am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Bei den “Urus“ herrscht dagegen eine lockere Stimmung. Über den Spaß wollen die Südamerikaner zum sehr lange zurück liegenden internationalen Erfolg zurück finden. “Wir denken nicht nur an Frankreich, denn in dem Fall würden wir ja keinen Spaß haben. Wir wollen die WM genießen“, versicherte Trainer Oscar Tabárez. Gegen Frankreich wolle man das Spiel diktieren, so der Coach, der daheim von Fans und Medien “der Lehrer“ gerufen wird.

Der Weltmeister von 1930 und 1950 ging in den letzten 16 WM- Spielen nur ein einziges Mal als Sieger vom Platz. Gegen Frankreich blickt man bei den “Celestes“, den Hellblauen, aber auf eine positive Bilanz zurück: In fünf Begegnungen gab es zwei Siege und nur eine Niederlage. Zuletzt gab es zwei torlose Unentschieden: In der Vorrunde der WM 2002, als beide Teams nach den ersten drei Spielen die Koffer packen mussten, und dann wieder 2008 in Paris.

Das soll sich nach Sicht der oft wegen ihrer überharten Spielweise kritisierten Uruguayer diesmal nicht wiederholen. Tabárez setzt vor allem auf das Sturmduo mit Atlético-Madrid-Profi Diego Forlán, der den Goldenen Torjäger-Schuh der UEFA 2005 und 2009 gewann, sowie dem jungen Ajax-Mann Luis Suarez. Der gilt mit 23 Jahren bereits als einer der besten Spieler in der holländischen Liga.

dpa

Auch interessant:

Kommentare