Rafinha: Glückloser Gastarbeiter

München - Er ist bislang glücklos in München: Rafinha verbaut sich mit seinem fünften Gelb die Chance, fester Teil der Startelf zu werden.

Man lernt ja aus seinen Fehlern. Vielleicht ist Rafinhas Verhalten am Samstag nach dem 2:0 seines FC Bayern so zu erklären. Als er das letzte Mal nach einer Partie den Reportern in den Katakomben Rede und Antwort stand, hatte ein ungeschickter Journalist den Kulturbeutel des Brasilianers zu Boden befördert. Es klirrte im Inneren fürchterlich, da dürfte das eine oder andere Parfümflakon zu Bruch gegangen sein. Rafinha schimpfte wie ein Rohrspatz. Diesmal blieb er also lieber gar nicht erst stehen.

Rafinha sollte allerdings eigentlich froh sein, wenn seine Kommentare einmal gefragt sind. Denn seit er im Sommer vom CFC Genua zu den Bayern gewechselt ist, hat er es noch nicht über den Status einer Ergänzungskraft hinaus geschafft. Jupp Heynckes bevorzugt die Variante, Jerome Boateng auf der rechten Verteidiger-Position auflaufen zu lassen, obwohl dort an und für sich Rafinhas Kernkompetenz liegt. Der 26-Jährige ist seinem Trainer im Zweifel zu klein, und so darf er bisher nur Gastarbeiter in seinem eigenen Spezialgebiet sein.

Die Partie gegen Wolfsburg sollte eigentlich der Wendepunkt sein, da Boateng nach Daniel van Buytens Ausfall die nächsten Wochen in der Mitte gebraucht wird. Doch das Projekt, sich auf Dauer für die Startelf zu empfehlen, lief unglücklich. Rafinhas Auftritt war keiner der Sorte, nach dem man sagt, der Mann sei ab sofort unverzichtbar. Zu allem Überfluss handelte er sich in der Schlussviertelstunde noch die fünfte Gelbe Karte ein. Nun hat Heynckes für den kommenden Samstag, wenn es nach Hamburg geht, ein kniffliges Problem: Langsam wird die Decke dünn.

Diego Contento und van Buyten sind verletzt, Rafinha gesperrt – was also tun? Philipp Lahm wäre rechts die ideale Besetzung, doch Heynckes sieht ihn links. Er könnte aber von Luiz Gustavo vertreten werden. Wahrscheinlicher ist, dass Boateng wieder nach außen beordert wird, für ihn könnten Luiz Gustavo, Anatolij Timoschtschuk oder sogar Breno einspringen. Allerdings sollte sich da keiner Hoffnungen auf eine Dauerbeschäftigung machen: Boateng spielte gegen Wolfsburg gut; seine Rückkehr in die Mitte ist programmiert.

Andreas Werner

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © getty

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