Oliver Kahn - Sein Abschied

557 Bundesliga-Spiele - eine unglaubliche Zahl.
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557 Bundesliga-Spiele - eine unglaubliche Zahl.

Gegen Hertha wird Kahn sein 557. und letztes Bundesliga-Spiel erleben – und bei seinem Abschied die ganze Zuneigung aufsaugen.

Vor knapp sechs Jahren kam der Wendepunkt seiner Karriere: Oliver Kahn saß auf dem Rasen, lehnte am Pfosten und blickte ins Leere. Kurz zuvor war der beste Spieler der WM 2002 der „Titan“, der „King Kahn“ – jetzt, nach seinem Fehler im Finale gegen Brasilien, ein trauriger Mensch. „Die Tragik des Torhüterspiels“ zeige diese Szene, sagt Kahn, und zugleich den anspornenden „Kitzel, zwischen Held und Versager zu schweben“.

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Nun sagt der dreimalige Welttorhüter, Europameister, Champions-League- und Uefa-Cup-Sieger, achtmalige deutsche Meister und sechsmalige Pokalsieger Servus.

Gegen Hertha wird Kahn sein 557. und letztes Bundesliga-Spiel erleben – und bei seinem Abschied die ganze Zuneigung aufsaugen. Angst vor der eigenen Rührung? „Nein, dann weine ich halt“, sagt Kahn.

Als „lebende Legende“ und eine der „größten Persönlichkeiten, die es jemals im deutschen Sport gab“, bezeichnete Trainer Ottmar Hitzfeld den Karlsruher. Merkwürdig sei es, meint Kahn, dass vor allem die negativen Erlebnisse haften geblieben seien. Die 1:2-Niederlage im Champions-League-Finale 1999 gegen ManU oder sein Fehlgriff im WM-Finale 2002. Aber auch seine Ausraster wie der Kung-Fu-Sprung gegen Stephane Chapuisat und der Halsbiss gegen Heiko Herrlich.

Jetzt ist das alles Geschichte und Kahn ist entspannt: „Dieser ewige Druck fällt weg, die Nummer eins sein zu müssen“, sagte er, „Ich habe gelernt, Zufriedenheit nicht mehr von Paraden und Titeln abhängig zu machen.“

Als er im WM-Viertelfinale vor dem Elfmeterschießen seinem Rivalen Jens Lehmann aufmunternd die Hand reichte, gewann er die Herzen der Fans. „Die Erfahrung, dass man nicht immer nur auf dem Platz stehen und gewinnen muss, um wirklich erfolgreich zu sein, war sehr befreiend“, sagt Kahn heute: „Auf einmal spürte ich Sympathien der Menschen, wie ich sie so nicht kannte.“ Scheinbar habe es „eine große Diskrepanz gegeben zwischen dem Menschen und dem Torwart Oliver Kahn“. Es habe ihn schon sehr beeindruckt, wie „die Menschen mir über die vielen Niederlagen nähergekommen sind“.

Die Allianz Arena wird voller Emotionen sein, bei Kahns Abschied. Sportlich geht es nur noch um den Gegentor-Rekord. Einen Treffer darf er noch kassieren, ehe er dem Fußball den Rücken kehrt, um auf einer Schiffsreise durchs Mittelmeer Abstand zu gewinnen. „Ich versuche, die Übergangsphase zu bewältigen. Es ist schwierig, aufzuhören und ein halbes Jahr durch den Urwald zu spazieren. Ich weiß nicht, ob das das Wahre ist. Ich möchte im Fußball bleiben und trotzdem eine Distanz bekommen. Beim ZDF kann ich eine sehr neutrale Position einnehmen, das passt.“

Quelle: tz

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