Ist Olic der bessere Klose?

TORero, auch im Bayern-Trikot: Mario Gomez feiert seinen ersten ­Bundesliga-Treffer für den FC Bayern. An seiner Seite: Ivica Olic. Der ­ablösefreie Kroate konnte in seinen ersten Partien durch enormen Einsatz überzeugen, die Fans feiern ihn mit Sprechchören.

München - Miro Klose wollte nur noch weg. Als erster Spieler verließ der Stürmer am Samstag die Allianz Arena. „Ich bin überrascht“, äußerte der 31-Jährige noch hastig gegenüber der tz sein Unverständnis für die Auswechslung zur Halbzeit, „abgesprochen war nichts“.

 Für den völlig wirkungslosen Klose kam Ivica Olic – und machte mächtig Dampf. Wie schon in Hoffenheim begeisterte der Kroate mit enormer Laufarbeit und Zug zum Tor. Er bringt den Stammplatz des Nationalstürmers zum wackeln. Ist Olic der bessere Klose?

Der als Sturmführer eingeplante, gesetzte Klose muss plötzlich um seinen Platz kämpfen. Weil Mario Gomez nicht nur Millionen gekostet hat, sondern auch trifft. Und weil Olic Kilometer um Kilometer seinen Platz erläuft. Mit einem Achselzucken kommentierte Klose so auch die Frage, ob er sich nun in einem offenen Zweikampf mit Olic befände: „Keine Ahnung. Hat man doch am Samstag gesehen…“

Sein Konkurrent hat bereits Blut geleckt. „Ich denke, dass ich in guter Form bin. Das will ich auch die nächsten Spiele zeigen“, hofft Olic – und beschreibt seine Spielweise passend: „Ich versuche immer, alles für die Mannschaft zu geben.“ Der 29-Jährige läuft und läuft, holt sich die Bälle auch an der eigenen Eckfahne. Von den Problemen, die Kollege Klose beschreibt („Wir können nicht zufrieden sein. Wir sind alle müde und haben das Konzept des Trainers noch nicht so drin“) ist bei Olic nichts zu spüren. „Ich habe mich sehr gut gefühlt“, meint der Kroate, der unter der Woche zweimal für seine Nationalmannschaft traf.

Auch Klose netzte gegen Aserbaidschan ein, vergab aber auch zwei todsichere Kopfballchancen. Klose kostete die Länderspielwoche Kraft, Olic machte sie noch stärker. Die Anhänger feierten den Neuzugang nach 79 Minuten sogar schon mit Sprechchören. „Ich war sehr glücklich, als ich das gehört habe“, strahlte Bayerns Bester: „Schade, dass ich nicht getroffen habe, obwohl ich zwei gute Chancen hatte. Die zweite Halbzeit war sehr gut.“ Zum Sieg reichte es trotzdem nicht.

„Wir sind alle sauer“, beschreibt Anatoli Timoschtschuk die Stimmung: „Wir hätten in Hoffenheim und gegen Bremen gewinnen müssen. Wir müssen uns mehr konzentrieren, noch härter trainieren.“ Kollege Daniel van Buyten meint, dass „die letzte Geilheit fehlt“. Der Belgier weiter: „Unglaublich, dass wir nicht gewonnen haben. Wenn wir das 1:0 schießen, geht das Spiel 4:0 oder 5:0 aus.“ Torschütze Mario Gomez sah’s ähnlich kritisch. „Wir wollten sechs Punkte nach zwei Spielen. Jetzt haben wir zwei. Wir haben vier Punkte verschenkt, die müssen wir wieder aufholen“, erklärte der Schwabe.

Bezeichnend: Zwölf (!) Mal liefen die Bayern ins Abseits. Gomez: „Wir haben nicht so gespielt wie man sich das wünscht von einem FC Bayern. Den letzten Pass, die letzte Idee hatten wir sehr lange nicht.“ Gut, dass zumindest Gomez’ Torriecher funktioniert.

ta, mv

Quelle: tz

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