Vater Petersen: "Nils ist einfach ein geiler Typ"

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Erfolgreich auf dem Platz, glücklich im Privatleben: Nils Petersen mit seiner Freundin Annemarie

München - Seit bekannt wurde, dass sich die Bayern um Cottbus-Stürmer Nils Petersen (24 Saisontore) bemühen, fragen sich die Fans: Wer ist dieser Petersen? Die tz sprach mit Vater Petersen über seinen begehrten Sohn.

Herr Petersen, Ihr Sohn hat Angebote von der halben Bundesliga und vom FC Bayern. Wie fühlt sich das an?

Petersen: Das ist wie ein Märchen, ein Traum! Meine Frau und ich haben ein paar Freudentränen vergossen. Wir sind so stolz auf unseren Jungen.

Klar, so ein Angebot kommt nicht alle Tage…

Petersen: Ja, aber wir lieben ihn nicht nur, weil er ein toller Fußballer ist. Nils ist einfach ein geiler Typ, ein toller Mensch. Bescheiden, bodenständig, immer freundlich. Er hebt nicht ab, nur weil er eine Anfrage von Bayern hat. Aber: Wann bekommt mal ein Zweitliga-Spieler eine Anfrage vom FC Bayern? Vielleicht alle 50 Jahre.

Sind Sie überrascht?

Petersen: Klar. Aber man darf nicht veressen: Nils hat in eineinhalb Jahren 34 Tore geschossen! Bei einem Durchschnittsverein der zweiten Liga. Das ist Qualität. Und: Jedes einzelne Tor ist sehenswert. Da ist kein Abstauber aus einem Meter dabei. Ein paar Elfer, okay. Aber sonst sieht man einfach seine phänomenale Qualität. Rechts, links, Kopf, Schnelligkeit, sein Körper – das ganze Paket wäre bayernreif…

Warum startet er dann jetzt erst richtig durch?

Petersen: Ich habe immer gesagt: ‚Irgendwann wirst du belohnt. Denn er hat sich nie auf Kosten anderer durchsetzen wollen. Er war immer ein genialer Fußballer in seiner Art, Tore zu schießen. Und trotzdem hat er sich nie etwas eingebildet, er würde immer noch Bälle aufpumpen, Schuhe putzen.

Welche Schwächen hat er?

Petersen: Er ist zu bescheiden. Er hat immer neue Trainer bekommen. Die haben auf die gestandenen Spieler gesetzt, nicht auf den jungen unerfahrenen. Und er hat sich immer brav hinten angestellt. Das ist seine einzige Schwäche: Dass er so nett ist. Andererseits zeichnet ihn das ja auch aus. Er ist ein ganz feiner Mensch. Jemand hat mal gesagt: ‚Herr Petersen, bei uns gibt es nur einen, der keinen Feind hat – und das ist Ihr Sohn. Über ihn hat nie einer gesagt: ‚Was ein Arsch!’ Man muss ihn einfach gern haben. Er ist nett, intelligent, loyal. Er hätte zum Beispiel im Winter schon weggehen können, da hatte er ein Hammerangebot von Schalke. Aber er ist geblieben, weil er mit Cottbus aufsteigen wollte.

Hier braucht er Ellbogen…

Petersen: Stimmt, aber ich bin sicher, wenn er sich für Bayern München entscheidet, dann wird er das lernen..

Die Konkurrenz ist riesig.

Petersen: Ja, klar. Deshalb ist ja auch noch keine Entscheidung gefallen. Sein Berater und Nils werden das in den nächsten 14 Tagen alles genau beraten. Er hat viele Anfragen, könnte auch nach Freiburg oder Kaiserslautern oder sieben anderen Klubs wechseln.

Aber es wäre hier die größte Chance seines Lebens…

Petersen: Natürlich. Robert Huth hat mal über seine Zeit in Chelsea gesagt: ‚Jede Trainingseinheit da war besser, als die meisten Wettkämpfe woanders.’ So wäre es ja auch bei Bayern, wenn er dorthin gehen sollte. Er würde das alles aufsaugen. Und Jupp Heynckes wollte ihn im letzten Sommer ja schon nach Leverkusen holen. Das hat er aber noch abgelehnt, um Spielpraxis bei Cottbus zu bekommen.

Ist ein Wechsel auch abhängig von Klose?

Petersen: Der Wechsel hängt vom Gesamtkonzept ab, welches sich Nils noch anhören will. Von Klose hängt es nicht ab. Wenn Nils seine Chance bekommt, wird er auch bei Bayern Tore schießen.

Dann wäre er bald ein Fall für die Nationalmannschaft…

Petersen: Er hat ja schon in diversen U-Mannschaften gespielt. Zusammen mit Badstuber, Müller, Özil.

Welche Rolle würde Geld spielen?

Petersen: Überhaupt keine. Wenn sie wüssten, was der in Jena verdient hat… Da wurde er richtig verarscht. Er würde nie wegen Geld wechseln.

Interview: jj.

Quelle: tz

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