Vor Pokal-Duell: Hofmann im tz-Interview

"Drei, vier Gegentore – das wäre schlimm"

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"Vergleicht man jede Position, ist Bayern überall haushoch überlegen", so Jahn-Keeper Michael Hofmann

Regensburg - Erst ging's für Michael Hofmann mit Jahn Regensburg gegen seinen Ex-Verein 1860, jetzt kommt der FC Bayern. Die tz sprach vor dem Pokal-Duell mit dem 40-jährigen Keeper.

Auf seine „alten“ Tage geht’s bei Michael Hofmann noch mal so richtig rund. Vor vierzehn Tagen die Rückkehr in die Allianz Arena gegen seine Löwen und jetzt der Pokalschlager schlechthin für den fast 40-jährigen Torhüter und Jahn Regensburg: Die Bayern kommen. Klar, dass Hofmann vor dem Duell am Montag einiges zu erzählen hat. Die tz sprach mit ihm.

Erst 1860, jetzt die Bayern. Welches ist für Sie das Spiel mit größerer Emotion?

Hofmann: Als ich vor zwei Jahren die Löwen verlassen habe, hätte ich nie gedacht, dass ich noch mal in der 2. Liga und in der Allianz Arena spielen würde. Dann ist es doch so gekommen, und deshalb war dieses Spiel gegen 1860 für mich wichtiger. Für den Jahn ist das Spiel gegen Bayern natürlich wichtiger.

Das Jahn-Stadion fasst nur 12 500 Zuschauer. Ein Umzug nach Nürnberg stand im Raum, wurde aber wieder verworfen. Warum?

Hofmann: Ich hätte auch gern in Nürnberg gespielt. Das hätte dem Jahn auch rund 300 000 Euro mehr an Einnahmen gebracht. Aber die Verantwortlichen bei uns erhoffen sich durch den echten Heimvorteil halt doch eine etwas größere Chance.

Wie groß ist die denn? Wäre ein Sieg ein Wunder oder gibt es auch realistische Chancen?

Hofmann: Vergleicht man jede Position, ist Bayern überall haushoch überlegen. Nehmen wir nur die Torhüter: Manuel Neuer hat einen Marktwert von 30 Millionen Euro, ich stehe nur noch mit 100 000 zu Buche. Bei uns müssten alle in Überform spielen und bei Bayern einige überhaupt kein Bein auf den Boden kriegen, damit es klappen könnte.

Wie angespannt sind denn Ihre jungen Mitspieler?

Hofmann: Natürlich ist jeder irgendwie nervös. Vor ein paar Wochen bei der EM waren sie noch Fans und haben die Bayernspieler quasi angefeuert, und jetzt sind Sie in einem ganz wichtigen Spiel ihre Gegner.

Da ist auch der Trikottausch hinterher sehr wichtig, oder?

Hofmann: Natürlich wurde schon darüber gesprochen, wer mit wem und so. Das gehört ja auch dazu. Ich werde wahrscheinlich mit Basti Schweinsteiger tauschen, weil ich ihn durch seinen Bruder Tobi ganz gut kenne.

Wie hoch wird die Prämie sein im Fall des Wunders?

Hofmann: Darüber haben wir wirklich nicht geredet. Voriges Jahr gegen Gladbach haben wir eine vereinbart vorher, die war wirklich nicht schlecht, und dann lagen wir ganz schnell 0:2 zurück und der Pokal war gegessen…

Was machen Sie, wenn die Sensation gelingt? Aufhören?

Hofmann: Könnte ich dann eigentlich. Aber nein, dazu bin ich viel zu ehrgeizig. Vier Tage später spielen wir ja schon wieder bei Hertha BSC. Und wer weiß, wer in der nächsten Pokalrunde warten würde. Vielleicht ja Dortmund.

Wenn’s anders läuft, ab wie vielen Gegentoren werden Sie sauer?

Hofmann: Ich ärgere mich schon über eins. Aber wenn ich drei, vier kriegen würde, bei denen ich auch noch Anteil habe, das wäre ganz schlimm. Schließlich hocken einige etliche Millionen Zuschauer vor dem Fernseher.

Die Erinnerung an Ihr letztes Pokalspiel gegen die Bayern ist sicherlich nicht schön, oder?

Hofmann: Das kann man so sagen. Im Februar 2008 war’s. Ich musste nach 35 Minuten verletzt raus, und dann haben wir in letzter Sekunde durch Ribérys Elfer verloren.

Sonst noch Erinnerungen an Bayern?

Hofmann: Ja. 1995 war ich drei Tage an der Säbener Straße zum Probetraining. Aber Giovanni Trapattoni und Klaus Augenthaler haben mich dann nicht genommen. Ein Jahr später bin ich zu den Löwen.

tz

Quelle: tz

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