Meier: Die Historie spricht für Dortmund

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Michael Meier.

Dortmund - Borussia Dortmunds ehemaliger Manager Michael Meier setzt im Titelkampf auf seinen ehemaligen Klub. Das hat einen bestimmten Grund, sagt Meier in der tz-Expertenrunde.

Den Titelkampf zu verfolgen, ist faszinierend, weil die „fantastischen Vier“ mit unterschiedlichen Vorzeichen an ihre Aufgaben gehen. Sicherlich ist bei den meisten Fußball-Interessierten das Gefühl vorhanden, dass sich letztlich nur zwei um die deutsche Fußball-Meisterschaft 2012 streiten.

Beim Duell zwischen Bayern München und Borussia Dortmund spricht aus meiner Sicht die Historie für den Titelverteidiger: Die Schwarzgelben haben schon 1956/1957 und 1996/1997 jeweils Doppelmeisterschaften geholt. Tatsächlich hinterlässt der BVB selbst ohne Mario Götze einen hervorragenden Eindruck zum Beginn der Rückrunde, während die Münchner sich schwerer tun.

Dennoch ist der Respekt der Konkurrenten vor den Bayern so riesig. Niemand außer den Münchnern traut sich, den Titelgewinn als Ziel zu formulieren. Die Bayern setzen sich selbst unter einen fast wahnsinnigen Druck, wenn sie die Meisterschaft für sich reklamieren. Sie brauchen diesen Druck aber auch, er ist sogar ein Teil der Strategie der Vereinsführung, den Titel wie selbstverständlich von ihrer Mannschaft zu fordern. In Dortmund, Schalke und Mönchengladbach aber ist das Wort Meisterschaft ein Tabu, weil sich keiner freiwillig den Druck aufladen will.

2002 mussten wir bei Borussia Dortmund unseren Trainer Matthias Sammer fragen: Willst Du eigentlich nicht Meister werden? So sehr hat er sich gesträubt, bis der Titelgewinn feststand. In Dortmund gehört es aber bewusst zur Strategie, das M-Wort zu meiden. Das ist der alternative Weg zu den Bayern, im vorigen Jahr war er von Erfolg gekrönt.

Michael Meier

Quelle: tz

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