Mark van Bommel: Jetzt rede ich!

In Fahrt: Mark van Bommel.
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In Fahrt: Mark van Bommel.

Wochenlang hielt sich der Kapitän des FC Bayern mit öffentlichen Äußerungen zurück – jetzt spricht Mark van Bommel in der tz.

Kaum kehrt der Kapitän zurück, läuft es: Zwei Spiele, zwei Siege – wie haben Sie die Partien gegen Karlsruhe und Florenz erlebt, Herr van Bommel?

Mark van Bommel: Gut. Aber gegen Florenz haben wir auch eine Portion Glück gehabt. Die haben das Tor nicht getroffen und wir sind früh in Führung gegangen. Aber die Mannschaft fühlt sich jetzt stabiler an, jeder weiß, was er tun muss – weil wir letztes Jahr auch so gespielt haben. Das spürt man in der Mannschaft.

Es geht also aufwärts?

van Bommel: Ja, aber wir dürfen uns nicht blenden lassen. Normalerweise fängst du in so einem Spiel wie am Dienstag ein Tor und gewinnst nicht 3:0. Wir waren im defensiven Mittelfeld immer in Unterzahl, das müssen wir unbedingt besser machen.

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Wie weit ist die Mannschaft?

van Bommel: Wir sind noch nicht top. Wir brauchen Erfolge, Stabilität. Uns fehlt noch, dass wir einen Gegner über 90 Minuten dominieren. Wir haben immer noch Phasen, in denen wir das Spiel nicht sicher im Griff haben.

Wie wichtig ist es für Sie selbst, wieder auf dem Platz zu stehen?

van Bommel: Natürlich ist es wichtig. Ich bin froh, dass ich wieder spiele. Auf der Bank war ich nicht zufrieden, das habe ich intern auch erklärt. Aber der Trainer hat seine Meinung und seine Aufstellung – da habe ich versucht, einfach noch besser zu trainieren. Ich wollte eine Reaktion zeigen, denn ich glaube, ich gehöre einfach in die erste Elf!

Wie fühlt es sich an, vom Trainer zu hören, dass man das System nicht versteht und sich im offenen Duell um den Platz in der Mannschaft befindet?

van Bommel: Dass der Trainer einen Zweikampf zwischen mehreren Spielern um eine Position will, kann ich verstehen. Aber dass ich das System nicht verstehen soll, hatte mich überrascht…

Wie hart war es, als Kapitän draußen zu sitzen? Ist eine Welt zusammengebrochen?

van Bommel: Das zu sagen wäre ein bisschen übertrieben. Aber ich verstehe, was Sie meinen. Ich war nicht glücklich darüber, dass ich nicht spiele. Aber ich weiß, was ich kann und hatte Vertrauen in mich.

Litt Ihre Autorität unter der Situation? Beispielsweise, als Philipp Lahm betonte: „Ich wäre gerne Kapitän geworden und will es noch immer werden“?

van Bommel: Ich kenne diese Aussage, ich glaube das war nach dem Pokalspiel gegen Nürnberg. Solche Äußerungen finde ich nicht so gut.

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Haben Sie jemals eine Sekunde daran gedacht, die Binde abzugeben?

van Bommel: Nein.

Sie hielten sich in der Öffentlichkeit erstaunlich zurück?

van Bommel: Ja, und ich denke, das war der richtige Weg. Ich will ein Kapitän in guten als auch in schlechten Zeiten sein – und nicht für Unruhe sorgen.

Haben Sie in den letzten Wochen den Spaß verloren?

van Bommel: Nein, den verliere ich nie.

Es gab Gespräche mit dem Vorstand. Haben Sie daraus Kraft geschöpft?

van Bommel: Ich habe einmal mit Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gesprochen. Wir haben ganz offen über die Situation geredet. Sie haben mich gestärkt, haben gesagt: Du bist und bleibst der Kapitän. Basta!

Sie haben mit Rummenigge und Hoeneß gesprochen, Sie spielen wieder. Bleibt die Frage: Wann verlängern Sie?

van Bommel: Das müssen Sie den Vorstand fragen.

Gab’s Gespräche?

van Bommel: Ja, eben das eine Treffen. Da wurde auch über den Vertrag gesprochen.

Wohin geht die Tendenz?

van Bommel: Das müssen Sie den Vorstand fragen. Ich bin nicht derjenige, der entscheidet. Ich habe hier noch ein halbes Jahr Vertrag, über mehr habe ich noch nicht nachgedacht.

Zum Abschluss: Haben Sie selbst sich in den letzten Wochen verändert?

van Bommel: Nein, ich bin der gleiche. Auf dem Platz als auch außerhalb.

Interview: Tobias Altschäffl, Mario Volpe

Quelle: tz

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