"Man müsste Uli Hoeneß klonen..."

Ottmar Hitzfeld traut den Bayern auch zu, Barcelona zu schlagen.
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Ottmar Hitzfeld traut den Bayern auch zu, Barcelona zu schlagen.

Der ehemalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld spricht im exklusiven tz-Interview über die Situation beim Rekordmeister.

Hallo Herr Hitzfeld, wie verbringen Sie Weihnachten?

Hitzfeld: Im Kreise meiner Familie und Verwandschaft in Lörrach.

Jürgen Klinsmann feiert in Amerika. Kann man als Bayern-Trainer überhaupt abschalten?

Hitzfeld: Ich habe mich immer auf die Winterpause gefreut, um den Akku aufzuladen. Das war lebensnotwendig. Aber das hängt auch davon ab, ob man dabei ist, noch einen Transfer zu tätigen…

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Hitzfeld: Ich habe Sporting in der Gruppe gegen Basel gesehen. Spielerisch eine gute Mannschaft. Bayern ist Favorit, aber man muss Sporting sehr ernst nehmen.

Ist man auch mit Barcelona oder ManU auf Augenhöhe?

Hitzfeld: Die einzige Mannschaft, die konstant auf hohem Niveau ist, ist Barcelona. Aber in einem K.o.-System kann man auch Barcelona rauswerfen. Bayern kann jeden Gegner ausschalten.

Bayern ist in der Liga mit Hoffenheim punktgleich. Genau wie letztes Jahr mit Bremen. Am Ende lagen Sie zehn Punkte vorn. Wird das diesmal ähnlich?

Hitzfeld: Ich bin sehr zuversichtlich, dass Bayern zu alter Stärke gekommen ist und in der Rückrunde davonziehen wird.

Dietmar Hopp ist der Meinung, die Münchner Psychospiele hätte seine Mannschaft beeinflusst.

Hitzfeld: Das gehört auch zu Bayern: Stärke zeigen und dementsprechend auftreten. Dem Druck muss man gewachsen sein. Hoffenheim muss lernen, auch mit den Angriffen von außen umzugehen und diese souverän abzuwehren.

Bayern jagt Olic. Eine gute Wahl?

Hitzfeld: Glaube ich schon. Er hat beim HSV seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt und gehört zu den besten Stürmern der Liga.

Lieber einen ablösefreien Olic als 30 Millionen für Mario Gomez?

Hitzfeld: Natürlich ist Gomez der bessere Stürmer, torgefährlicher. Aber er ist ein anderer Typ. Es geht nicht darum, Geld zu sparen. Bayern kauft nach sportlichen Gesichtspunkten. Es kommt auf die Philosophie des Trainers an. Wenn der Trainer sagt, dass er Gomez will, wird man ihn auch kaufen.

Hätten Sie denn einen Schweizer Nationalspieler für die Bayern?

Hitzfeld: Es gibt viele hochtalentierte Schweizer Spieler, die Bayern gebrauchen könnte und dort auch spielen würden. Gökhan Inler von Udine. Ein moderner Sechser der das Spiel macht und gut verteidigen kann. Alex Frei wäre zudem ein besserer Stürmer als Olic. Behrami von West Ham wäre auch gut.

Alles sieht nach einem Podolski-Abschied Richtung Köln aus. Gefährdet er seine DFB-Karriere?

Hitzfeld: Er wurde in Köln Nationalspieler. Das hängt nicht vom Klub, sondern von seiner Leistung ab.

Auch Toni Kroos ist unzufrieden. Sein Vater rebelliert, weil sein Sohn nicht spielt.

Hitzfeld: Wenn man einen Vertrag unterschreibt, dann macht man das, weil man weiß, man bleibt länger. Ob man nachher spielt, liegt auch an der Konkurrenz. Aber natürlich ist es für die Entwicklung besser, wenn man spielt und es ist nachteilig, wenn man auf der Bank sitzt.

Besteht Frust-Gefahr?

Hitzfeld: Ich habe kein Verständnis dafür, wenn man den Kopf hängen lässt. Man muss versuchen, Top-Leistung zu bringen.

Kapitän Mark van Bommel bekommt einen Einjahres-Vertrag angeboten. Nicht das größte Lob für ihn, oder?

Hitzfeld: Das hängt auch davon ab, wie stark der Trainer in Zukunft auf den Spieler baut. Das möchte ich aber nicht bewerten, das steht mir nicht zu.

Im Januar wird über die Hoeneß-Nachfolge diskutiert. Wer kann diese Fußstapfen füllen?

Hitzfeld (lacht): Einen Nachfolger für Uli zu finden, ist eine äußerst schwierige Entscheidung. Uli gibt’s nur einmal. Die einzige Lösung wäre ihn zu klonen, aber das geht ja leider nicht. Es ist auch für mich eine äußerst spannende Frage.

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Quelle: tz

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