Ex-Bayern-Coach Magath im tz-Interview vorm Knaller gegen Wolfsburg

Magath: „Klinsmanns Fehlstart überrascht mich nicht“

Setzt auf herkömmliche Methoden: Felix Magath
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Setzt auf herkömmliche Methoden: Felix Magath

München - Es wird das große Münchner Trainer-Treffen. Zehn Jahre Bayern-Geschichte auf einmal, in einem Stadion versammelt.

Der Meister mit Neu-Coach Jürgen Klinsmann (seit 2008) empfängt am Samstag den VfL Wolfsburg mit Felix Magath (bei Bayern von 2004 bis Januar 2007). Und als Experte für den TV-Sender Premiere kommentiert und analysiert Ottmar Hitzfeld (1998 – 2004 sowie 2007– ’08 auf der Münchner Bank) den Liga-Hit. Die tz sprach mit Felix Magath über seine Rückkehr nach München.

Herr Magath, Stoppen Sie den jüngsten Aufwärtstrend der Bayern?

Magath: Abwarten. Der Münchner Sieg gegen Karlsruhe war noch recht holprig. Gegen Florenz haben sie sich weiter gesteigert. Aber auch wir finden langsam unsere Form.

Überrascht es Sie, dass Jürgen Klinsmann so einen Fehlstart in der Liga hingelegt hat?

Magath: Nein. Nach so einem Umbruch ist es nicht ungewöhnlich, dass es am Anfang nicht läuft. Die Bayern werden noch kommen im Laufe der Saison. Es ist leider Normalität geworden, dass jeder, der nicht die gewünschten Ergebnisse bringt, in Frage gestellt wird.

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Warum sind Sie in Ihrer Bayern-Zeit nicht auf die Idee gekommen, das Trainingsgelände so umzubauen, wie es Klinsmann nun getan hat?

Magath: Es stellt sich immer die Frage, ob man so eine grundlegende Veränderung will. Als ich 2004 anfing, konnte ich die Notwendigkeit nicht erkennen. Ich bin so lange im Geschäft, da weiß ich, dass jeder Klub anders strukturiert ist. Man kann immer etwas Neues probieren, aber dann muss man sich über die Konsequenzen im Klaren sein.

Welche Ideen des Trendsetters Klinsmann können Sie denn in Wolfsburg übernehmen? Wohlfühl-Oasen? Dolmetscher-Kabinen im Besprechungsraum?

Magath: Ich bin der Meinung, dass sich Spieler ihrer Umgebung anpassen sollten. Es ist durchaus zumutbar, dass sich die Spieler bei einem deutschen Verein in deutscher Sprache unterhalten. Daher brauche ich keine Simultan-Dolmetscher.

Sie lassen also lieber alles beim Alten?

Magath: Ich bin nicht von gestern. Aber ich denke lieber über andere Veränderungen nach.

Zum Beispiel?

Magath: Ich plädiere dafür, die Spielstrafen nach Roten Karten abzuschaffen. Die wurden 1920 eingeführt, als aus Spaß an der Freude gespielt wurde. Jetzt sind die Vereine aber Wirtschaftsunternehmen. Fliegt ein Spieler vom Platz, dann profitieren von der Sperre die Vereine, die in den nächsten Partien gegen die Mannschaft mit dem gesperrten Spieler antreten. Man sollte nach einem Platzverweis in Ruhe nach Ansicht der TV-Bilder eine Geldstrafe festlegen. Da rede ich nicht von 500 Euro, sondern von entsprechenden Beträgen, die zum Beispiel DFB-Jugend-Projekten zufließen könnten.

Was plant der „Reformer“ Magath noch?

Magath: Ich halte die Einführung von zwei zusätzlichen Schiedsrichter-Assistenten am Strafraum im Profi-Fußball – wie gerade getestet – für sinnvoll. Ich bin überzeugt, dass dadurch Fehlentscheidungen reduziert werden könnten.

Interview: Marcel Schwamborn

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Quelle: tz

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