Lucio im Interview: "Jetzt lachen wir"

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Lucio durfte wieder jubeln

München - Lucio ist erneut obenauf! Der Ex-Münchner spricht gegenüber der tz über seine Emotionen nach dem Inter-Sieg - und über die Abwehrschwäche der Bayern, die bei der taktischen Besprechung ein Thema war.


Einen wie ihn könnten die Bayern gut gebrauchen: Abwehr-Dampflok Lucio. Der Brasilianer gibt nie auf – und triumphierte am Dienstagabend wie schon beim Champions-League-Finale über seinen alten Arbeitgeber.

Nach dem 3:2-Sieg verließ der Inter-Profi im Bayern-Trikot den Rasen, verabschiedete sich emotional vom Publikum.

Das Interview mit dem Mann, der fünf Jahre für den FC Bayern verteidigte, bevor ihn Louis van Gaal im Sommer 2009 plötzlich nicht mehr wollte:

Lucio, wie fühlt sich dieser Sieg in Ihrer alten Heimat München an?

Lucio: Das zweite Mal gegen Bayern angetreten – einmal der Sieg in der Champions League, jetzt im Achtelfinale weitergekommen: Für mich ist das wunderbar!

Für Ihre Ex-Kollegen ist es grausam…

Lucio: Ja, ich habe mit Schweini und den anderen gesprochen, sie waren sehr enttäuscht. Aber so ist es, wenn du verlierst. In Italien war nach dem 1:0 ganz Bayern zufrieden, alle haben gelacht und Späße gemacht. Am Dienstag war davon nichts mehr zu sehen. Da waren wir die, die lachen durften.

Auch, weil Bayern die Chancen nicht verwerten konnte.

Lucio: Natürlich hatte Bayern unglaublich viele Chancen in der ersten Halbzeit, aber sie haben nur zwei Tore gemacht. So ist Fußball. In der zweiten Halbzeit waren wir besser, wir haben hinten gut gearbeitet. Alle sind unglaublich viel gelaufen, jeder hat für jeden gearbeitet und nie den Glauben ans Weiterkommen verloren.

Sie haben also auch nach dem 2:1 für Bayern noch an den Sieg geglaubt?

Lucio: Natürlich. Wir hatten immer im Kopf: Wenn wir das 2:2 machen, dann ist noch alles möglich, bis zur letzten Minute. Und fast genauso ist es gekommen. Wir haben uns vor dem Spiel gesagt: Alles oder nichts! Jetzt bin ich sehr zufrieden.

Haben Sie auf die Abwehrschwäche der Bayern spekuliert?

Lucio: Ja, das ist ein großes Thema, seit ich aus München weg bin. Schon im Finale von Madrid war das Problem des FC Bayern, dass es die Abwehr nicht so gut gemacht hat. So war es auch in einigen Bundesligaspielen, die ich gesehen habe – und so war es dann auch am Dienstagabend.

Hat Sie Ihr Trainer speziell auf diese Schwäche in der Defensive hingewiesen?

Lucio: Das war ein Thema. Vor dem Spiel hat er gesagt, dass wir versuchen müssen, sie zu beschäftigen, schnell nach vorne zu spielen, schnell auf die Abwehr draufzugehen. Er hat uns darauf hingewiesen, dass die Bayern zu viele Tore bekommen und wir das nutzen können.

Beweist das einmal mehr, dass es ein großer Fehler war, Sie gehen zu lassen?

Lucio: Das ist eine gute Frage. Es war nicht meine Entscheidung, vor zwei Jahren zu gehen. Das war die Entscheidung des Trainers, von Uli Hoeneß, von Karl-Heinz Rummenigge. Ich habe immer zu Bayern gestanden, ich habe damals betont, dass ich meine Karriere gerne bei Bayern beenden würde – aber das war leider nicht möglich. Trotz allem kann ich eines sagen: Mein Herz gehört immer noch dem FC Bayern.

Haben Sie noch einmal mit den Bossen oder van Gaal gesprochen?

Lucio: Mit van Gaal damals, ein paar Mal. Aber das ist egal, für mich ist alles erledigt. Ich bin jetzt ein Teil von Inter, auch wenn ich das Bayern-Trikot noch immer gerne trage…

ta

Quelle: tz

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