Der Schleifer, dem die Stars vertrauen

Fitness-Coach verrät: So mache ich Thiago und Rafinha fit

Lucas Kruel betreibt ein Fitness-Studio in Grünwald.
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Lucas Kruel betreibt ein Fitness-Studio in Grünwald.

Ihm vertrauen die Bayern-Stars: Fitness-Coach Lucas Kruel macht Rafinha und Thiago fit für den Triple-Traum. In seinem Studio in Grünwald schwitzen die Kicker manchmal noch nach Mitternacht für ihren Stahl-Körper.

München - Der 27-jährige Brasilianer ist ein Klasse-Futsaler, holte in der letzten Saison mit Jahn Regensburg den Meistertitel. Sein Job: die roten Titel-Hamster von Jupp Heynckes noch fitter machen. Rafinha arbeitet seit 2015 mit Kruel zusammen. Er schwört auf die Extra-Einheiten mit seinem Landsmann. 

Der FCB-Außenverteidiger: „Lucas hat mir in jeder Hinsicht geholfen, auf dem Platz noch mehr leisten zu können. Durch das Training mit ihm bin ich schneller, beweglicher, habe mehr Kraft und erhole mich schneller.“ Das Geheimnis hinter Kruels Quälerei? Harte Arbeit. 

Der Fitness-Coach: „Man braucht nur den eigenen Körper dafür. Ich arbeite mit 42 Spielern auf der ganzen Welt zusammen.“ Für sie hat der Fitness-Coach ein Online-Programm entwickelt – Trustmycoach („Ich vertraue meinem Trainer“). Kruel beschränkt sich keinesfalls auf Profis, seine Übungen sind auch für „Bürohengst oder zweifache Mama, jung oder alt“. Im tz-Interview verrät Kruel, wie er zu seinem Job kam und was er mit den Profis macht.

Der Personal-Coach im tz-Interview

Zurzeit trainieren Sie Rafinha und Thiago, aber Sie kamen durch Douglas Costa nach München. Erzählen Sie mal... 

Kruel: Ich habe mit Costa angefangen zu trainieren, weil er mein Freund ist, seitdem wir 14 Jahre alt sind. Als ich 22 war, hat er mich eingeladen, für ihn zu arbeiten. Ich sollte ihn trainieren. Dann bin ich nach Kiew gezogen (als Costa in Donezk spielte, Anm. d. Red.). Alles begann mit ihm. Über ihn habe ich in München auch Rafinha und Thiago kennengelernt. 

Lucas Kruel mit tz-Redakteur Jonas Austermann.
Wieso sind Sie in München geblieben, als Douglas nach Turin wechselte? 

Kruel: Ich hatte mein Gym hier in Grünwald und auch die Kontakte, deswegen konnte ich nicht gehen. Wenn ich mit nach Turin gegangen wäre, wäre das ein Rückschritt gewesen. Douglas ist ein guter Freund von mir, aber er hat die Entscheidung verstanden. 

„Douglas war am Ende nicht mehr glücklich“

Er war zunächst nur ausgeliehen. Hatten Sie die Hoffnung auf eine Rückkehr von ihm? 

Kruel: Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht an eine Rückkehr geglaubt. Er war am Ende nicht mehr glücklich in München, deswegen ist er gegangen. 

Warum ist es für Fußball-Profis wichtig, auch abseits des normalen Trainings etwas für die Fitness zu tun? 

Kruel: Wenn die Fußballer mit mir trainieren, bekommen sie das Vertrauen in ihren Körper. Du weißt besser, wie du gewisse Situationen lösen kannst, weil du deinen Körper verstehst. Rafinha hat letzte Saison nicht viel gespielt, aber immer, wenn er gespielt hat, war er bereit dafür. 

Haben sich die Anforderungen an Fußballer in den letzten Jahren verändert? 

Kruel: Ja, der Fußball hat sich ein bisschen verändert in den letzten zehn Jahren. Früher war es einfach so, dass du als guter Fußballer immer gespielt hast. Heute musst du als guter Fußballer auch noch fit sein. Die Spieler werden immer professioneller. Sie trainieren mehr, achten darauf, was sie essen, trinken und auf den Schlaf. 

Mit Thiago und Rafinha werden Zusatzschichten eingelegt

In welchen Bereichen arbeiten Sie mit Rafinha und Thiago? 

Kruel: Die Trainingseinheiten sind immer ähnlich. Ich mache mit den beiden Stabilisationsübungen und Stretching aus meinem Programm Trustmycoach. Ich versuche, darauf zu schauen, welche Position sie spielen. Und dann überlege ich mir, was sie brauchen. Ich achte bei ihnen darauf, dass die Qualität der Übungen sehr hoch ist und dass keine Fehler passieren. 

Wie oft arbeiten Sie mit Rafinha und Thiago? 

Kruel: Es ist von Woche zu Woche unterschiedlich, aber normalerweise trainieren wir zwei bis drei Mal pro Woche. Maximal eine Stunde. Als ich mit Costa in Kiew war, hat er jeden Tag trainiert – auch nach den Spielen. Rafinha trägt beim Training eine Maske. 

Was bringt die? 

Kruel: Die Maske kommt aus England. Sie simuliert das Training in der Höhe. 

Haben Sie Ihr Training mit dem FCB abgestimmt? 

Kruel: Wir haben uns einmal ausgetauscht, als Douglas verletzt war. Ich wünsche mir, dass wir mal sprechen. Es könnte gut sein für mein Training. Ich achte jetzt aber darauf, was die Spieler mir für ein Feedback geben. 

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