Bayern-Star (23) muss Strafbefehl über 160 000 Euro zahlen

Lell: Nächste Woche muss er vor Gericht

Der Münchner Christian Lell, hier in der Diskussion mit Schiedsrichter Lutz Wagner.
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Der Münchner Christian Lell, hier in der Diskussion mit Schiedsrichter Lutz Wagner.

München - Bayern-Star Christian Lell (23) hat einen Strafbefehl von 80 Tagessätzen zu 2000 Euro akzeptiert.

Das sind 160 000 Euro Strafe für seinen totalen Ausraster in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 2007! Doch auf ihn kommt noch mehr zu. Der Verteidiger braucht demnächst wieder einen Strafverteidiger: Er muss sich wegen Trunkenheit im Verkehr vor Gericht verantworten. Zudem läuft noch ein Ermittlungsverfahren gegen ihn, weil er seine Freundin Sarah (24) erneut verprügelt haben soll.

Rückblick: In der Nacht zum 25. Februar 2007 kam es vor dem Szene-Club baby! zu hässlichen Szenen. Der angetrunkene Fußballer schlug seiner Freundin Sarah mit der Faust in den Bauch. Ein Zeuge rief die Polizei. Der Bayern-Jungstar leistete dabei erheblichen Widerstand und bedachte einen Beamten mit einem Schimpfwort, das unter die Gürtellinie zielte!

Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung erhielt Lell jetzt einen Strafbefehl über 80 Tagessätze. Der Tagessatz richtet sich nach seinem Einkommen, das von der Justiz auf mindestens 60 000 Euro netto im Monat (Altervorsorge, Versicherungen und Unterhaltsleistungen schon abgerechnet) geschätzt wurde. Macht zusammen 160 000 Euro.

Diesen Strafbefehl hat Christian Lell akzeptiert, wie Oberstaatsanwalt Anton Winkler der tz gegenüber auf Anfrage bestätigte. Damit ist aber nur ein Fall erledigt. Lell muss sich in der kommenden Woche noch wegen einer Trunkenheitsfahrt vor Gericht verantworten. Eine Polizeistreife hatte ihn am 21. Oktober 2007 am Steuer seines Landrover am Optimolgelände gestoppt. Die Blutkontrolle ergab 0,9 Promille. Lell bekam ein Bußgeld über 250 Euro, vier Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Er hat Widerspruch eingelegt. Ihm droht bei einer Verurteilung höchstwahrscheinlich ein längerer Führerschein-Entzug, denn er verfügt angeblich über ein erhebliches Punkte-Konto in Flensburg.

Bei der nächsten unschönen Geschichte laufen noch die Ermittlungen: Am späten Abend des 23. November 2007 ist der seit längerem wieder schwelende Beziehungsstreit mit Sarah erneut eskaliert. Lell verließ mit Einverständnis Ottmar Hitzfelds das Kurz-Trainingslager im Hotel Limmerhof in Taufkirchen, um sich mit der Regieassistentin in München zu treffen. Sie wollte in seiner Wohnung persönliche Dinge und ihren Hund abholen. Dabei soll es nach Zeugenaussagen zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen sein, bei der Sarah einige leichtere blaue Flecken erlitten haben soll. Viel schwerer wiegt ein weiterer Vorwurf gegen Lell: Er soll Sarah gewaltsam das Handy weggenommen haben. Strafrechtlich gesehen ist dies ein Raub. Und dafür droht eine Haftstrafe!

Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich wird mit den anderen Verurteilungen eine Gesamtstrafe gebildet. Gut möglich, dass eine Haftstrafe (wohl auf Bewährung) herauskommt.

Quelle: tz

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