Kommentar

Bayern und Dortmund sorgen für Schnappatmung: So macht uns die Liga Spaß! 

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Zwei Teams, zwei Siege, sechs Punkte Unterschied: FCB und BVB fighten. Die Bayern überzeugten gegen Hoffenheim.

Die Zeiten, in denen die Bundesligaspitze dieselbe Spannung versprühte wie ein Stück Roggenbrot, gehören ein für allemal der Vergangenheit an. Ein Kommentar von tz-Sportredakteur Jose-Carlos Menzel López.

Die Zeiten, in denen die Bundesligaspitze dieselbe Spannung versprühte wie ein Stück Roggenbrot, gehören ein für allemal der Vergangenheit an. Los ging es am Freitag mit dem nicht immer ungefährdeten Sieg des FCB in Sinsheim, den die Dortmunder Borussia am Sonntag mit einem schwer erkämpften 1:0-Sieg im Topspiel bei RB Leipzig wieder konterte. Aus drei Punkten Unterschied wurden wieder sechs, der nächste Showdown damit auf den kommenden Spieltag vertagt. Halten die Bayern den Druck auf Dortmund hoch? Und bleibt die Borussia weiterhin cool an der Spitze? Sicher ist nur: So macht uns die Liga Spaß!

Es ist eine Jetzt-erst-recht-Stimmung entstanden

Und zwar nicht nur den Fans, sondern allem Anschein nach auch dem Rekordmeister selbst. Der befindet sich nämlich zum ersten Mal in sechs Jahren nicht in der Position des Gejagten, sondern des Jägers. Und nach der zwischenzeitlichen Krise in der Hinrunde, die den Vorsprung des BVB auf satte neun Punkte anwachsen ließ, scheinen die Männer von Niko Kovac sich nicht nur spielerisch gefangen zu haben, sondern auch Gefallen an ihrer neuen Rolle gefunden zu haben. Nachdem SchwarzGelb in der Hinrunde über alle Maßen für ihren frischen Offensivfußball gelobt wurde und Rot-Weiß dagegen früh vom Titelrennen abgeschrieben wurde, ist eine Jetzt-erst-recht-Stimmung entstanden. Oder wie Leon Goretzka es ausdrückte: „Die Jagd ist eröffnet!“

Borussia Dortmund holte gegen den RB Leipzig drei Punkte.

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Bei allem Optimismus an der Säbener Straße gilt es jedoch festzuhalten: Der Titel geht nur über mehrere Patzer einer Mannschaft, die sich in dieser Saison stabiler denn je zeigt. Verließen die Kicker des FCB die Sinsheimer Arena noch mit einem Lächeln, so dürfte ihnen das nach dem Kraftakt der Westfalen in Leipzig wieder vergangen sein. Denn die Partie in Sachsen war das erste Dortmunder Signal der Rückrunde. Ganz nach dem Motto: Wir können mit Druck umgehen, selbst bei einem Gegner wie RB! Wie sich der Zweikampf an der Tabellenspitze weiterentwickelt, ob der BVB einen Jäger wie den FC Bayern weiterhin auf Distanz halten kann und ob der FCB weiterhin brav seine Hausaufgaben erledigt, macht aus den kommenden fünf Monaten eine Zeit, die ganz Fußball-Deutschland an die Bildschirme fesseln wird. Fakt ist: Der BVB ist gut beraten, seine sechs Punkte auf die Münchner bis zum 6. April zu halten, denn dann steht die Reise der Borussen in die Allianz Arena an. Und was auf die Männer von Lucien Favre zukommt, sollten sie mit nur noch drei Punkte nach München reisen, dürfte den Herrschaften im Westen bewusst sein. Aber das ist Zukunftmusik. Bis dahin heißt es: zurücklehnen und genießen. Spannend ist’s. Endlich wieder!

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FCB: „Wir glauben auch weiterhin daran!“

Dortmund? Kümmert die Bayern recht wenig. Zumindest auf dem Papier. „Wir schauen auf uns und wollen unsere Hausaufgaben machen“, meinte Manuel Neuer nach dem 3:1-Triumph in Hoffenheim, mit dem der Rekordmeister zwischenzeitlich bis auf drei Punkte auf die Dortmunder herankam. Man schaue lieber auf sich selbst und nicht an die Konkurrenz, so der Diskurs der Schützlinge von Niko Kovac.

Traf in Sinsheim zum 3:1-Endresultat und hat mittlerweile elf Ligatore erzielt: Robert Lewandowski

Was die Roten wirklich denken, ließ sich vom ein oder anderen Satz aus ihrem Munde allerdings schon ableiten. Thomas Müller zum Beispiel sagte: „Wir wollten den Druck von Anfang an hochhalten. Das heißt nicht, dass wir es auch gleich schaffen. Aber wir haben, wenn man sich die erste Halbzeit anschaut, gleich ein Statement gesetzt und müssen jetzt dranbleiben. Dann werden wir sehen, was in den nächsten Wochen passiert. Es ist ein ganz langer Weg – für alle Mannschaften. Vor allem für die, die ganz vorne stehen.“

Die Bayern wissen: Erledigen sie fleißig ihre Hausaufgaben, so sind es die Dortmunder, die mit diesem Druck Woche für Woche umgehen müssen. Und genau das ist das Ziel der Männer von Niko Kovac. Niklas Süle dazu: „Jetzt wird es hoffentlich jede Woche so laufen, dass wir den Druck erhöhen, unsere Hausaufgaben machen und da gehören die drei Punkte dazu. Dann werden wir auf jeden Fall weiterhin daran glauben, dass wir es schaffen. Wir sind bereit für die Verfolgungsjagd. Wir wollen Meister werden, also müssen wir gewinnen und den Gegner unter Druck setzen.“ 

BVB: „Wir orientieren uns nicht an Bayern“

Auf die Frage nach den verschärften Attacken des FC Bayern huschte Michael Zorc ein leicht süffisantes Grinsen durchs Gesicht. „Wir fangen da nicht an zu zittern“, betonte der Sportdirektor von Borussia Dortmund. „Wir orientieren uns nicht permanent an Bayern, wir definieren uns nicht darüber.“ Die Einschüchterungstaktik der Münchner mit Sieg und Kampfansage zeigte zum Rückrunden-Start der Bundesliga beim BVB keine Wirkung.

Durch den Sieg bei RB Leipzig setzte der Herbstmeister im Duell mit den Bayern erneut ein Zeichen, reagierte aber auf das Jagdgebrüll aus München auffallend zurückhaltend. „Mir ist völlig egal, was die sagen. Wir denken nur an uns, an unser Spiel“, meinte beispielsweise Axel Witsel. „Wir orientieren uns nicht permanent an den Bayern, sondern wollen unser eigenes Rennen fahren“, äußerte auch Zorc und wirkte dabei wie seine Mannschaft auf dem Rasen: selbstsicher und cool!

Keeper Roman Bürki gab zumindest zu, dass die Tabellenführung Spaß mache. „Klar ist es schön, da oben zu stehen“, sagte der Schlussmann, der sich in die Gefühlswelt der Bayern gut hineinversetzen konnte. „Ich weiß auch, dass es nicht so schön ist, wenn man dort nicht steht. Deshalb verstehe ich die Aussagen“, so der Torhüter zu den Sticheleien aus München und schob nach: „Aber interessieren tun sie mich nicht.“

Der Fakt, dass sein BVB die Leipziger auch ohne Marco Reus geschlagen hatte, interessierte Bürki dagegen schon: „Es ist gut für uns zu sehen, dass es auch ohne Marco geht“, so die Nummer eins von Schwarz-Gelb.

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Quelle: tz

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