„Für die Fans ist das schrecklich!“

Klinsmann lässt Kultkneipe „Insider" schließen

Jürgen Klinsmann schreckt bereits vor seinem Dienstantritt beim FC Bayern vor unpopulären Entscheidungen nicht zurück.
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Jürgen Klinsmann schreckt bereits vor seinem Dienstantritt beim FC Bayern vor unpopulären Entscheidungen nicht zurück.

"Wir müssen den veränderten Verhältnissen im Profi-Fußball Rechnung tragen", sagt Karl-Heinz Rummenigge.

So nüchtern klingt es, wenn sich der FC Bayern mit Jürgen Klinsmann auf seinen neuen Weg macht. Und auf diesem Weg können die eigenen Fans manchmal stören, glaubt der neue Coach. Die Konsequenz: Raus mit den Fans! Die Kultkneipe „Insider“ auf dem Trainingsgelände wird geschlossen!

Am 16. Mai können die Fans ein letztes Mal genießen, wofür die Gaststätte von Erika Niemeyer immer stand: die Nähe zu den Stars. Es war ein gemütlicher Treffpunkt, an dem man bei Weißbier und Brotzeit Ribery & Co. beim Schwitzen zuschauen konnte. „Für mich war die Nachricht ein Schock“, sagt Pächterin Niemeyer der tz, „aber vor allem für die Fans ist das schrecklich. Denen wird so viel genommen.“

Und natürlich auch den fünf Angestellten und etlichen Aushilfen, denen die Kündigung bevorsteht. „Vor drei Wochen wurde mir die Entscheidung mitgeteilt“, erzählt Niemeyer, die auch das Restaurant Mongo’s führt. Seitdem beschäftigt sie der Schritt, den Rummenigge in der Sport Bild so begründet: „Jürgen möchte einfach alles professionalisieren. Das ist eine neue Kultur für die Bundesliga. Wir wollten diesen neuen Weg mit Jürgen gehen, und wir sind überzeugt, dass er erfolgreich sein wird.“ Statt der Kneipe sollen nun Ruheräume für die Spieler entstehen.

Was wohl die Fans von der Aussperrung halten werden? Die Gefahr, kalt und überprofessionell zu wirken, haben sie scheinbar auch an der Säbener Straße erkannt. Jedenfalls betont Rummenigge, dass „wir wissen, dass wir uns nicht von den Fans entfernen dürfen. Aber wenn im Sommer 5000 Fans am Trainingsplatz stehen, geht das heutzutage einfach nicht mehr.“ Ein Ausweg wäre gewesen, eine Arena für 5000 Zuschauer auf dem vereinseigenen Gelände zu errichten, was allerdings die Stadt nicht genehmigt hätte. Also bleibt Rummenigge diese Erkenntnis: „Der Trainingsplatz ist für die Mannschaft und den Trainer da, das Stadion für die Fans.“

Dass dieser Weg erfolgreich sein wird, hofft auch Pächterin Niemeyer – obwohl sie „emotional schon sehr betroffen ist. Denn abgesehen vom Finanziellen, das sehr fair geregelt wurde, kann ich das nicht von mir als Privatperson trennen. Ich habe hautnah erleben dürfen, wie hier der Bastian Schweinsteiger vom Jugendlichen zum Nationalspieler gereift ist.“ Die Fans dürfen solche Geschichten nun nicht mehr hautnah erleben…

kh

Quelle: tz

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