Keine „Weltklasse“

kicker-Rangliste: In dieser Kategorie ist Bayern erstmals seit 2012 nicht mehr Spitze

Nico Schulz (r.) ist Top in der Kategorie „Defensive Außenspieler“, Rafinha landete nur auf Rang neun.
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Nico Schulz (r.) ist Top in der Kategorie „Defensive Außenspieler“, Rafinha landete nur auf Rang neun.

Das Sportmagazin kicker hat die ersten Kategorien seiner „Rangliste des deutschen Fußballs“ veröffentlicht. Nur in zwei der ersten fünf Ranglisten führt ein Münchner.

München - Mit Blick auf die abgelaufene Saison steht beim Fachmagazin kicker wie nach jedem halben Jahr die Erstellung der „Rangliste des deutschen Fußballs“ an, die Bewertung der besten Spieler der Bundesliga. Wir zeigen, wie die Spieler des FC Bayern abschnitten.

Torhüter: Ulreich klasse, aber nur auf Rang vier

Sven Ulreich vertrat Manuel Neuer (zumeist) mustergültig und war ein Garant für den Gewinn der Meisterschaft. Am CL-Aus hatte er eine gehörige Mitschuld, im DFB-Pokal-Finale war er bei den Gegentoren machtlos. Dennoch landet er im kicker-Ranking nur auf Rang vier. Sieger bei den Schlussmännern ist Yann Sommer (Mönchengladbach), der die Kategorie mit dem Prädikat „Internationale Klasse“ anführt. Auf den Plätzen folgen Koen Casteels (Wolfsburg) und Jiri Pavlenka (Bremen). „Weltklasse“ darf sich keiner der Keeper nennen.

Innenverteidigung: An Hummels kommt keiner vorbei

Auch hier gibt es keinen Spieler mit „Weltklasse“-Format, wie schon im Winter. Aber die Nummer eins trägt rot: Es ist Mats Hummels. Mit ihm zusammen sind auch noch Jerome Boateng (3) und Niklas Süle (8) in den Top Acht mit dem Prädikat „internationale Klasse“. Boateng machte dabei drei Plätze gut. Mehr ist hier nicht zu sagen, denn das Ranking zeigt eindeutig die starke Besetzung der zentralen Defensive des Rekordmeisters.

„Wir haben schon einen tollen Job gemacht, oder?“ Niklas Süle (l.) und Jerome Boateng.

Defensive Außenspieler: Erstmals seit sechs Jahren kein FCB-Spieler auf der Eins

Bei defensiven Außenspielern gibt es eine Überraschung, denn erstmals seit dem Jahr 2012 führt in dieser Kategorie kein Spieler des FC Bayern das Ranking an. Mehr noch, kein einziger Akteuer der Bundesliga erhält das Prädikat „Weltklasse“. An der Spitze steht Nico Schulz von der TSG 1899 Hoffenheim, der das Klassement in der Kategorie „internationale Klasse“ anführt.

Er verdrängte Joshua Kimmich, der ein halbes Jahr zuvor noch Spitzenreiter gewesen war, auf Rang zwei. Das Abrutschen des Dauerbrenners Kimmich (47 Pflichtspiele für Bayern 2017/18) begründet der kicker mit der schwächeren Rückrunde und der Leistung bei der WM. Der zweite Münchner in den Top fünf ist hinter Lars Bender (Leverkusen) David Alaba auf Rang vier, der vier Plätze nach oben rutschte. „Im erweiterten Kreis“ der defensiven Außenbahnspieler, also da, wo Alaba gewesen war, landete neu Rafinha, der insgesamt Neunter wurde - noch hinter Philipp Max aus Augsburg.

Defensive Mittelfeldspieler: Leverkusener Top

Auch bei den defensiven Mittelfeldspielern führt kein Münchner das Ranking an, sondern in diesem Falle ein Leverkusener. Charles Aranguiz ist der beste Bundesliga-Spieler in dieser Kategorie - allerdings landet er in der Kategorie „im weiteren Kreis“. Die Stempel „Weltklasse“ und „internationale Klasse“ wurden hier gar nicht erst vergeben.

Javi Martinez rutschte auf Rang zwei und auch aus der „internationalen Klasse“ ab. Er ist der einzige Bayern-Star in dieser Kategorie. Zu ihm konstatiert der kicker: „Der Münchner baute im Saisonverlauf mehr und mehr ab, offenbarte in den Top-Spielen mitunter Schnelligkeitsdefizite und verlor seine Konstanz.“ Der einzige weitere Rote bei den defensiven Mittelfeldspielern ist Sebastian Rudy, der im „Blickfeld“ landete - zusammen mit u.a. Dennis Aogo (Stuttgart), Diego Demme (Leipzig) oder Pirmin Schwegler (Hannover).

Schiedsrichter Daniel Siebert zeigt Charles Aranguiz (vorne) im Spiel gegen den FC Bayern die gelbe Karte.

Offensiver Mittelfeldspieler: James überragend, aber nicht „Weltklasse“

Bei den offensiven Mittelfeldspielern aber führt ein Star des FC Bayern das Tableau an. Zwar gibt es auch hier keinen Akteuer mit dem Prädikat „Weltklasse“, dafür landet mit James Rodriguez nur ein einziger Spieler in der Kategorie „internationale Klasse“ - und das unumstritten. Auf Rang vier und somit „im erweiterten Kreis“, landet Thiago. Bei ihm analysiert der kicker: „Der filigrane Spanier zeigte auch in der Rückrunde, was ihn auszeichnet und was ihm fehlt. Technisch brillant, mangelte es ihm in den Topspielen erneut an Effektivität und Robustheit, um ein echter Lenker zu sein.“ Mit Weltmeister Corentin Tolisso (6) und Arturo Vidal (9) sind noch zwei weitere Rote in den Top Ten vertreten.

In den kommenden Ausgaben wird das Fachmagazin die restlichen Positionen bewerten.

fw

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