Kein Witz! Hoeneß verkauft "Nürnburger" bei McDonald’s

München - Sensationelle Kooperation: FC-Bayern-Präsident und Wurst-Fabrikant Uli Hoeneß vertreibt seine Nürnberger Rostbratwürstchen ab dem 5. Juli als "Nürnburger" bei McDonald’s.

„Drei Würstchen werden mit Röstzwiebeln und einer Senfsauce in einer Ciabatta-Semmel verkauft“, bestätigt McDo­nald’s-Sprecher Martin Nowicki der tz. Und Hoeneß-Sohn Florian lobt: „Wir haben die Wurst, Mc­Donald’s die Läden und die übrigen Zutaten.“

Die Kooperation ist zunächst auf drei Monate beschränkt, der Verkauf der Würstl endet am 29. September. Die Nürnburger werden in allen 1350 deutschen Mc­Donald’s-Filialen verkauft. Zum Preis schweigen die Partner. Nach tz-Informationen liegt er bei unter zwei Euro. Wenn der Verkauf ein Erfolg wird, hofft Florian Hoe­neß, dass die Burgerbräter die Würstl ins ständige Sortiment nehmen.

„Wir suchten schon lange nach neuen Absatzstrategien. Wir sind bei Discountern, im Einzelhandel und in der Gastronomie vertreten. Uns fehlte noch ein flächendeckender Imbiss-Vertrieb“, erzählt Florian Hoeneß (30) der tz. Er führt im Auftrag seines Vaters Uli die Nürnberger Firma HoWe, die original Nürnberger Rostbratwürstchen produziert (siehe unten).

Die Expansionspläne sprachen sich bis zur McDonald’s-Deutschland-Zentrale herum. Sprecher Nowicki: „Wir haben davon Wind bekommen und uns mit Uli und Florian Hoeneß zusammengesetzt.“ Innerhalb von drei Monaten wurde gemeinsam das Produkt entwickelt: die Nürnburger. Dabei werden drei gebratene original Nürnberger Rostbratwürstl in die Hälften einer Ciabatta-Semmel gelegt (die normale Hamburger-Semmel wäre zu weich) und in Papier eingewickelt verkauft. Vom deutschlandweiten Absatzerfolg sind beide Seiten überzeugt. Florian Hoeneß: „Wir verkaufen unsere Nürnberger Bratwürste im Norden Deutschlands genauso gut wie im Süden. Die Würste sind europareif, sie sind in Österreich ebenso begehrt wie in Frankreich.“

Um den Absatz anzukurbeln, hat die Werbeagentur von McDonald’s eine ungewöhnliche Kampagne entwickelt: Auf einer eigenen Website (www.ulis-nuernburger.de) macht Uli Hoeneß in drei witzigen Filmchen Werbung für seinen Burger (ohne, dass zunächst McDo­nald’s zu erkennen ist). Er versucht dabei jeweils vergeblich, in einer Suppenküche, einem Fischladen und einem Shus­hi-Shop die Aufnahme seiner Burger ins Sortiment zu erreichen.

Im vierten Film folgt die Auflösung, wonach die Brätsemmeln künftig beim Bulettenbrater zu haben sind. Details will McDonald’s-Sprecher Nowicki aber noch nicht verraten. Und eigentlich sollte der Mega-Deal bis zur Präsentation am 5. Juli geheim bleiben. Die tz erfuhr trotzdem davon.

T. Altschäffl, K.-H. Dix

HoWe

Die Firma HoWe Wurstwaren aus Nürnberg ist der größte Hersteller von Rostbratwürsten mit der Bezeichnung „Original Nürnberger Rostbratwurst“. Nur Würste, die innerhalb der der Nürnberger Stadtmauer produziert werden, dürfen diese Bezeichnung tragen. Darauf wird strikt geachtet. HoWe beliefert neben vielen Supermärkten auch die Discounter Aldi, Plus und Netto. Darüber hinaus kann man die Würste auch im Seehaus im Englischen Garten und im Oktoberfestzelt des Promigastronomen Michael Käfer essen. Howe steht für Hoeneß und Weiß. Hoeneß ist der Ex-Profikicker und heutige FC-Bayern- Präsident Uli Hoeneß. Dieser stammt aus einer Metzgerfamilie vom Ulmer Eselsberg. Gegründet wurde das Unternehmen 1983 von Uli Hoeneß und dem mittlerweile ausgeschiedenen Geschäftspartner Werner Weiß. Heute wird die Firma von Hoeneß’ Sohn Florian geführt.

Quelle: tz

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