Woher die Rillen im Tisch kommen

Rummenigge erklärt das Vorstandszimmer

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Vom Vorstandsraum ging der Blick direkt aufs Trainingsgelände. Am Verhandlungstisch wurden die großen Transfers besprochen – und geschafkopft. Links: Ansporn und ­Verpflichtung: Die Trophäen in der großen Vitrine.

München - Inzwischen ist das Vorstandszimmer in dieser Form passé - es ist nun in der Bayern-Erlebniswelt zu bewundern. Karl-Heinz Rummenigge erinnert sich im Gespräch mit der tz an denkwürdige Tage.

Der Blick ins Allerheiligste: Im Präsidiumszimmer wurden die wichtigsten Entscheidungen getroffen

Der Blick durch das Fenster geht hinaus auf den grünen Rasen – aber man wird nicht allzu viel Bewegung sehen. „Draußen“ herrscht Stillstand, ebenso wie vor dem nachgebildeten Panorama der Säbener Straße. Das Präsidiumszimmer des FC Bayern, wie wir es hier sehen, ist inzwischen im verdienten Ruhestand. Hinter einer breiten Glasfassade zeugt es heute in der Erlebniswelt in der Allianz Arena von den großen Siegen und Titeln, die hier auf den Weg gebracht wurden.

„Ich erinnere mich gut an diesen Raum. Hier war immer einiges los“, sagt Karl-Heinz Rummenigge, während er auf der edlen Tischplatte Platz nimmt.

Neben ihm liegen die auf Schreibmaschine getippten Unterlagen von (ehemaligen) Mitarbeitern, ein paar Spielberichtsbögen, ein Kartenspiel. Denn dieses Zimmer war kein reiner Ort der Arbeit.

Hier wurde natürlich auch immer Schafkopf gespielt. Der Uli (Hoeneß), Franz (Beckenbauer), Fritz (Scherer) – den brauchten sie zum Zahlen –, und Kurt Hegerich (damals Schatzmeister, die Red.) saßen hier noch lange zusammen nach Besprechungen oder Vertragsabschlüssen. Dann gab es Weißbier, und dann wurde gespielt!“, erklärt Rummenigge. Heute erkennt man von den Münzen noch die Rillen in der Tischplatte, auf der auch schon mal das Buffet für die Faschingsfeier platziert wurde. In diesem Raum war praktisch alles möglich!

Hauptsächlich aber fanden dort von 1971 bis 2002 spannende Gespräche statt, die Größen des Vereins trafen weitreichende Entscheidungen. Es wurden wichtige Transfers getätigt, „spontan fallen mir Matthäus, Kahn, Scholl ein“, sagt der heutige Vorstandsvorsitzende. Ab 2002 wanderte die Einrichtung ins „Besprechungszimmer Medien“, mit dem großen Umbau unter Jürgen Klinsmann 2008 ging es ins Archiv des Rekordmeisters über. Vom Teppich bis zu den Lichtschaltern ist alles erhalten.

Heute können die Besucher der Erlebniswelt diesen geschichsträchtigen Ort betrachten. Hinter dem Tisch mit den leicht quietschenden Stühlen: eine Vitrine mit verschiedenen Ehrengaben und Pokalen. So steht dort noch die Trophäe vom Fuji-Cup oder ein alter Wimpel vom DFB. Allesamt schöne Erinnerungen – für alle Pokale des FC Bayern reicht eine derart kleine Wand aber natürlich nicht aus. Da ist zum Glück vor der Scheibe noch Platz.

mic

Quelle: tz

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