Hachings Ex-Super-Talent träumt von Weltkarriere

„Wenig Unterstützung“ - Top-Talent Adeyemi bei Bayern verkannt? 

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Der ehemalige Hachinger Karim Adeyemi hat noch große Ziele in seiner Karriere.

Der ehemalige Hachinger Karim Adeyemi vom FC Red Bull Salzburg will hoch hinaus. Der Stürmer träumt vom Zusammenspiel mit den großen Weltstars. 

  • Karim Adeyemi ist 18 Jahre alt und spielt inzwischen bei den Profis von Red Bull Salzburg.
  • Mehrere europäische Top-Klubs waren bzw. sind an ihm interessiert.
  • Der Ex-Hachinger will hoch hinaus: „Mein Ziel ist es, gemeinsam mit den besten Spielern der Welt auf dem Platz zu stehen.“

Karim Adeyemi ist 18 Jahre alt und hat in dieser Saison sein Debüt für die Profis desFC Red Bull Salzburg gegeben. Der gebürtige Münchner wird als großes Nachwuchstalent gehandelt. Im letzten Jahr erhielt er die Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester U17-Jugendspieler. Bei der diesjährigen NxGn-Abstimmung landete er unter den 50 besten Nachwuchsspielern der Welt. 

Karim Adeyemi: Top-Klubs stehen Schlange

Bereits während seiner Zeit bei der SpVgg Unterhaching standen die europäischen Top-Klubs Schlange, um sich seine Dienste zu sichern. Im Interview mit SPOX und Goal sprach Adeyemi über die Anfänge seiner Karriere und schwierige Zeiten beim FC Bayern. Zudem erklärte er, wie der Wechsel nach Salzburg zustande kam, sowie seine Ziele für die Zukunft.

Vom TSV Forstenried zum FC Bayern

Seine fußballerischen Anfänge machte der Sohn eines ehemaligen Fußball-Profis aus Nigeria und einer rumänischen Mutter beim TSV Forstenried auf der roten Erde bzw. einem Gummiplatz. Schnell wurden Scouts des FC Bayern auf ihn aufmerksam. Adeyemi bekam eine Einladung zum Probetraining und konnte überzeugen. Der Wechsel zum Rekordmeister ging über die Bühne. 

Dort konnte das Nachwuchstalent seinem großen Idol Arjen Robben nacheifern. „Die Art und Weise, wie er ins Eins-gegen-Eins ging, und sein präziser Torschuss haben mir imponiert“, schwärmte Adeyemi. Der junge Stürmer hat seinen Spielstil an den des Niederländers angelehnt. In diesem Zusammenhang hob er seinen ersten Bayern-Trainer Stefan Weckerle hervor: „Er war sehr wichtig für mich. Er hat mir vor allem im offensiven Eins-gegen-Eins alle Freiheiten gelassen und mich nicht kritisiert, wenn eine Aktion daneben ging. Er hat mich diesbezüglich immer unterstützt und mir geholfen.“

Karim Adeyemi fehlten die Freiheiten beim FC Bayern

Diese Unterstützung erfuhr der Youngster jedoch nicht von allen beim FCB. „Beim FC Bayern hat man schnell gemerkt, dass es einen genauen Plan gibt. Wenn man als Spieler diesbezüglich aus der Reihe tanzte oder sich nicht an diesen Plan hielt, erfuhr man meistens eher wenig Unterstützung. Ich glaube nicht, dass der Verein auf Spieler setzt, die in der Offensive machen, was sie wollen“, bemängelte das Talent. 

Allerdings merkte er an, dass jeder Verein anders mit dem Thema umgehe. Er wolle nicht beurteilen, welcher Weg der richtige sei. Schließlich sei der FC Bayern ein absoluter Top-Klub. Nach zwei Jahren beim Rekordmeister kam es zur Trennung. Sportliche Gründe sollen dabei jedoch nicht ausschlaggebend gewesen sein. „Es hat einfach nicht mehr gepasst mit Bayern“, stellte Adeyemi klar. Auch zwischen seinen Eltern und dem damaligen Sportdirektor lief es nicht rund.

Karim Adeyemi: Viele Gespräche mit Manfred Schwabl

Es folgte der Schritt zurück zum TSV Forstenried, ehe es weiter zur SpVgg Unterhaching ging. Die einzigen Probleme, die dort aufkamen, waren schulischer Natur. Neben seinen Eltern bereiteten die Leistungen auch PräsidentManfred Schwabl Kopfzerbrechen. „Das hat nicht nur an den Nerven meiner Eltern, sondern eben auch an seinen Nerven gekratzt. Es gab jedenfalls häufig Gespräche wegen der Schule, auch mit dem Klub. Irgendwann haben wir es dann hinbekommen“, stellte der 18-Jährige klar. In Zukunft möchte er seinen Realschulabschluss nachholen, damit er für die Karriere nach der Karriere etwas Handfestes vorweisen kann.

Durch die sportlichen Leistungen hingegen bereitete Adeyemi seinen Gegnern Kopfzerbrechen. In der Jugend der Hachinger lieferte er starke Leistungen und empfahl sich für die Junioren-Nationalmannschaft

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Top-Klubs ihr Interesse am Münchner bekundeten. In London durfte das Offensivtalent sogar beimFC Chelsea vorspielen. Zu einem Wechsel nach England kam es allerdings nicht. „Ich habe mich dazu entschieden, weiter bei Unterhaching zu spielen, weil ich mich sehr wohlgefühlt habe. Ein Wechsel zu Chelsea wäre damals kein sinnvoller Schritt gewesen“, glaubt Adeyemi. Der FC Barcelona, Atletico Madrid undRB Leipzig sollen ebenfalls ein Auge auf ihn geworfen haben. Sein Weg führte ihn letztendlich nach Salzburg.

Wechsel zum FC Red Bull Salzburg

Ausschlaggebend für Adeyemi und sein Umfeld beim Wechsel war, dass der Klub einen Plan mit ihm hatte. „Das war beiRed Bull Salzburg der Fall. Der Spielstil und die Philosophie haben mich überzeugt“, stellte er klar. Rund drei Millionen Euro überwies der österreichische Meister angeblich für den damals 16-Jährigen an die SpVgg Unterhaching

Die Frage, ob er sich von einer solchen Summe unter Druck gesetzt gefühlt habe, verneinte er. Sie habe ihn vielmehr geehrt. „Ich habe von meinen Eltern und von den Verantwortlichen in Unterhaching immer auf den Weg gegeben bekommen, auf dem Boden zu bleiben. Auch in Salzburg wird darauf viel Wert gelegt. Es ist keine Hilfe, wenn man die Bodenhaftung verliert“, betonte Adeyemi

Karim Adeyemi: Europa-League-Debüt gegen Eintracht Frankfurt

Bei den Roten Bullen wurde er zunächst, wie besprochen, an das FarmteamFC Liefering ausgeliehen, um sich an den Profifußball zu gewöhnen. Im Februar durfte er schließlich sein Debüt für die erste Mannschaft feiern. In der Europa League, auswärts bei Eintracht Frankfurt, vor voller Hütte, wurde der 18-Jährige zur Pause eingewechselt. „Ich habe mich riesig gefreut und war motiviert ohne Ende“, erinnerte sich das Top-Talent. 

Karim Adeyemi: RB Salzburg soll Sprungbrett für große Karriere werden

Das Debüt war wohl nur der Anfang einer großen Karriere. Seinen Vertrag in der Mozartstadt hat er zu Beginn des Jahres bis 2024 verlängertAdeyemis Ziele sind ambitioniert: „Ich möchte bei Red Bull Salzburg noch viele Spiele machen und mich zeigen, einfach meinen Weg gehen, um eines Tages in einer Top-Liga zu spielen. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit den besten Spielern der Welt auf dem Platz zu stehen.“ 

Um irgendwann mit Spielern eines Kalibers wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo auf dem Platz zu stehen, musste der Teenager im Vergleich zu gleichaltrigen Freunden auf viele Dinge verzichten. Der Münchner hatte jedoch nicht das Gefühl etwas zu verpassen. „Wenn man diesen Traum leben will, macht man das gerne. Zumindest ist das meine persönliche Meinung.“

Text: Patrick Huljina

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