Rekord-Deal beim FC Bayern

Salihamidzic fädelte den Nagelsmann-Transfer ein - Die Verhandlungen führte aber ein anderer

Fußball: Bundesliga, VfB Stuttgart - Bayern München, 9. Spieltag, Mercedes-Benz Arena. Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic steht vor dem Spiel im Stadion.
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Sportvorstand des FC Bayern München: Hasan Salihamidzic.

Julian Nagelsmann wird neuer Trainer des FC Bayern München. Nun kommen weitere Details ans Licht, wie der Deal zustande kam.

München - Der Rekord-Transfer ist fix! Und am Ende war es tatsächlich nur eine Sache von wenigen Tagen. Julian Nagelsmann wird neuer Trainer des FC Bayern München. Der Rekordmeister bezahlt eine im Weltfußball noch nie da gewesene Ablöse für einen Trainer. Die genaue Summe wissen wohl nur die Beteiligten, dem Vernehmen nach gibt es aber einen Grundstock von 15 Millionen Euro. Hinzu kommen etwaige Boni, die RB Leipzig noch kassiert, wenn Nagelsmann Titel mit den Bayern holt. Und davon ist schwer auszugehen.

Der 33-Jährige erklärte bei der eilends einberufenen Pressekonferenz am Dienstagnachmittag wie es zum Deal kam. Und vor allem: Warum. Die Bayern seien schon immer in seinem Kopf gewesen, das wusste auch Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff, als man Nagelsmann 2019 aus Hoffenheim verpflichtete. „Es gab auch die eine oder andere Anfrage von anderen Klubs“, stellte Nagelsmann klar. „Ich habe Oli gesagt, dass ich den Vertrag nicht für andere beenden möchte - sondern nur für diesen einen.“

Julian Nagelsmann wird Trainer des FC Bayern München: Hasan Salihamidzic hatte alles vorbereitet

Dieser eine ist sein Herzenswunsch, sein Lebenstraum: der FC Bayern München. Der Rekord-Deal wurde auch noch in einer Rekord-Zeit abgewickelt. Hansi Flick hatte die Bosse des Rekordmeisters nach dem Champions-League-Aus gegen Paris dahingehend informiert, dass er seinen Vertrag gerne auflösen möchte. Laut Sport Bild war der 15. April der Tag, ab dem sich bei den Bayern alles ändern sollte. Einer war auf diesen Tag vorbereitet: Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Nagelsmann war für ihn immer der Top-Kandidat auf eine Flick-Nachfolge, weshalb er schon früh die Fühler ausgestreckt hatte. So erfragte Brazzo lange in der Vergangenheit bei den Beratern Sascha Breese und Volker Struth mögliche Ausstiegs-Konditionen aus dem Leipzig-Vertrag. Denn in München weiß man, dass es Nagelsmanns Ziel war, irgendwann an der Säbener Straße aufzuschlagen. Somit war für Salihamidzic schon immer klar: Es besteht eines Tages eine Chance auf einen Wechsel.

Konkret wurde es dann eben nach dem Aus gegen Paris. Nachdem Flick bei den Bossen vorstellig geworden war und seinen Wunsch hinterlegt hatte, zahlte sich die Brazzo-Vorarbeit aus. Es gab in der Folge Kontakt mit der Nagelsmann-Seite - verbunden mit dem klaren Wunsch, den Bayer nach Bayern zu holen.

Hasan Salihamidzic knüpfte die Nagelsmann-Kontakte - Oliver Kahn führte die Verhandlungen

Nagelsmann erklärte auf der PK: „Nach dem Spiel gegen Hoffenheim (16. April, d. Red.) gab es ein Gespräch von mir und Oliver Mintzlaff und die erste Kontaktaufnahme von Bayern-Seite. Oli und ich hatten ein gutes Gespräch, langes Gespräch, ausführliches Gespräch, wo wir über diverse Themen gesprochen haben. Ich habe Oli meinen Wunsch dargelegt, zum FC Bayern wechseln zu dürfen, wenn das konkrete Angebot kommt.“

Flick verkündete im Anschluss an das Wolfsburg-Spiel (17. April) seinen Abschiedswunsch im Live-TV, die Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits informiert. Die Karten lagen dann also innerhalb weniger Tage auf dem Tisch: Alle Beteiligten wussten, dass Flick den FC Bayern verlassen möchte und Julian Nagelsmann sein Nachfolger werden sollte. Die Frage war eben nur: Zu welchen Konditionen? Eine Ausstiegsklausel gab es in seinem Leipzig-Vertrag nicht, Mintzlaff erinnerte sich aber noch an die Gespräche zu Hoffenheimer Zeiten. Schon damals hatte Nagelsmann die Bayern als großes Ziel im Kopf.

Julian Nagelsmann: Rummenigge hielt sich zurück, Salihamidzic und Kahn holten den Wunsch-Trainer nach München

Und somit war Mintzlaff klar: Er konnte Nagelsmann nicht zum Verbleib zwingen, wie er auch auf der Pressekonferenz betonte. „Wir haben dann beschlossen, dass wir unter zwei Voraussetzungen die Tür öffnen: Eine massiv hohe Ablösesumme und eine schnelle Einigung. Mit diesen zwei Erkenntnissen sind wir in die Gespräche gegangen.“

Und eben jene Gespräche führte dann nicht mehr Salihamidzic, wie die Sport Bild berichtet. Der Sportvorstand habe zwar alles eingeleitet und vorbereitet - am Tisch mit Mintzlaff saß dann aber der künftige Boss: Oliver Kahn. Er übernimmt zu Beginn des neuen Jahres das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Karl-Heinz Rummenigge. Bislang hielt sich der ehemalige Weltklasse-Torhüter bei Transfers eher im Hintergrund.

Bei Nagelsmann, dem Gesicht der Bayern-Zukunft, übernahm er dann aber Verantwortung. Wohl auch auf Wunsch von Rummenigge. Denn: Er hatte immer wieder gesagt, dass Entscheidungen, die über seine Vertragslaufzeit hinausgehen, von Kahn zu treffen seien. Gesagt, getan. Am 27. April wurde offiziell verkündet, dass Julian Nagelsmann neuer Bayern-Trainer wird. (akl)

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