tz-Expertenkolumne

Kohler: Auch Juve kommt mit breiter Brust!

+
Jürgen Kohler spielte zwei Jahre für den FC Bayern.

München - Jürgen Kohler spielte vier Jahre für Juventus Turin und zwei Jahre für den FC Bayern. In der tz-Expertenrunde erklärt der Weltmeister von 1990, wem er beim deutsch-italienischen Duell die Daumen drückt.

Ich habe zwar vier Jahre für Juventus gespielt und nur zwei für den FC Bayern, aber wem ich am Dienstag zu Hause am Fernseher in Bonn die Daumen drücke, ist ja wohl klar: Der deutschen Mannschaft. Wobei ich die Chancen auf ein Weiterkommen allerdings mit fifty-fifty beurteilen würde.

Klar hat man auch bei Juve das 9:2 der Bayern gegen den HSV zur Kenntnis genommen, aber die Turiner sind ja selbst Tabellenführer in Italien und nach dem 2:1-Sieg bei Inter Mailand sicherlich auch mit sehr breiter Brust nach München gereist. Und mit Antonio Conte, der einst ein Mannschaftskollege von mir bei Juve war, besitzt der Verein einen Trainer, der einen Riesenjob erledigt.

Man muss sich nur mal eines vor Augen führen: Bis Ende vergangenen Jahres ist Juventus 49 Liga-Spiele lang ungeschlagen geblieben. Das zeigt, wie sehr mein Ex-Verein wieder im Kommen ist. Juve hat ja eine schwere Zeit hinter sich, nachdem man 2006 in die Zweite Liga zwangsabsteigen musste. Das Erreichen des Viertelfinales in der Champions League sieht man deshalb durchaus schon als Erfolg an. Trotzdem will man es auch bei den Bayern wissen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Juve angesichts der starken Flügelspieler bei Bayern in München mit seiner gewohnten Dreierabwehrkette – alles Nationalspieler übrigens – antreten wird. Eine Umstellung auf ein 4-4-2 ist denkbar, und das können die Turiner auch spielen.

Nichts ändern wird sich an der Rolle von Andrea Pirlo, der aus dem defensiven Mittelfeld heraus das Spiel lenken wird. Er kann es sowohl außergewöhnlich schnell wie auch langsam machen. Und Bayern muss aufpassen, dass Juventus sich vorn nicht durch die Schnittstellen durchspielen kann. Das ist eine besondere Qualität der Turiner mit Angreifern wie Quagliarella oder Matri, von dem ich sehr viel halte.

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Jerome Boateng mit erstaunlich offenen Worten zu seiner Bayern-Zukunft: „Muss nicht auf Teufel komm raus ...“
Jerome Boateng mit erstaunlich offenen Worten zu seiner Bayern-Zukunft: „Muss nicht auf Teufel komm raus ...“
Er ist eines der größten Talente: London-Klubs wollen einen FC-Bayern-Youngster - und nicht nur sie
Er ist eines der größten Talente: London-Klubs wollen einen FC-Bayern-Youngster - und nicht nur sie
FCB-Boss Rummenigge spricht Klartext über Alabas Zukunft
FCB-Boss Rummenigge spricht Klartext über Alabas Zukunft
Pro und Contra zu Manuel Neuers Rentenvertrag beim FC Bayern: Majestätsbeleidigung oder Zeit zu gehen?
Pro und Contra zu Manuel Neuers Rentenvertrag beim FC Bayern: Majestätsbeleidigung oder Zeit zu gehen?

Kommentare