Expertenkolumne vor Topspiel

Kohler legt sich fest: Die Bundesliga wird schlechter!

Ein Bild aus dem Hinspiel: Bayerns Arjen Robben (l.) setzt Dortmunds Kapitän Marcel Schmelzer unter Druck.
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Ein Bild aus dem Hinspiel: Bayerns Arjen Robben (l.) setzt Dortmunds Kapitän Marcel Schmelzer unter Druck.

Jürgen Kohler hat für den FC Bayern und Borussia Dortmund gespielt. Am Samstag drückt der Weltmeister von 1990 dem BVB die Daumen. Die Entwicklung der Bundesliga bereitet ihm Sorgen.

München - Eines vorweg: Mein Herz schlägt am Samstagabend für den BVB, einfach weil ich länger in Dortmund gespielt habe als in München. Die Zeit beim FCB möchte ich aber auch nicht missen. Ich habe dort viel gelernt. Zum Beispiel: In München zählt Platz zwei nicht, der Klub hat immer den Anspruch, Erster zu sein. Denn der zweite Platz ist der erste Verlierer-Platz.

Schon am Samstag könnte der FC Bayern die sechste Meisterschaft in Serie feiern. Es wäre ein Titel, den sich die Bayern verdient haben. Aus meiner Sicht ist aber auch ganz klar, dass sich die Bundesliga in dieser Saison nicht verbessert hat, sondern verschlechtert. Zeitweise war der FCB fünf Punkte hinter der Spitze, jetzt sind es 17 Zähler Vorsprung. Das spricht nicht für die Liga!

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BVB hat wichtige Spieler und Klopp als ganz wichtige Identifikationsfigur verloren

2013 standen sich Dortmund und Bayern noch im Champions-League-Finale gegenüber, dann sind wichtige Leistungsträger wie Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels vom BVB nach München gegangen. Dazu hat mit Jürgen Klopp eine ganz wichtige Identifikationsfigur den Klub verlassen. Er war nicht nur Trainer, sondern hat auch die Menschen mitgenommen.

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In der Folge hat der BVB zudem den Fehler gemacht, verdiente Spieler wieder zurückzuholen. Das hat in der Vergangenheit bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht funktioniert. Wenn ein Spieler sich entschlossen hat, zu gehen, dann muss auch der Verein einen Schlussstrich ziehen - so sehe ich das.

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Wäre die Bayern-Meisterfeier nach einem Sieg gegen Dortmund ein besonders harter Schlag für die BVB-Fans? Das denke ich nicht. Denn dafür ist die Dominanz des FCB einfach zu groß. Die Dortmunder Fans können da ganz realistisch mit den Dingen umgehen. Der FCB ist einfach davon geeilt. Bayern war zwar schon immer das Nonplusultra, aber es gab früher immer wieder Überraschungen. Das sehe ich in den letzten und in den nächsten Jahren nicht. Das spricht nicht für die Liga. Punkt.

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War sportlich in München wie in Dortmund zu Hause: Jürgen Kohler.

Jürgen Kohler

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