“Durch meine Emotionen mehr Spieler erreichen“

Kimmich will Leader bei Bayern werden - Ein Positionswechsel soll ihm dabei helfen

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Franck Ribéry, Robert Lewandowski und Joshua Kimmich (von links) im Trainingslager des FC Bayern.

Im Nationalteam übernimmt Joshua Kimmich schon jetzt viel Verantwortung. Auch beim FC Bayern will der 24-Jährige bald zum Anführer werden.

Update vom 28. März 2019: Eines haben Xavi und Kimmich derzeit nicht gemeinsam. Während der Spanier seine gesamte Karriere über im zentralen Mittelfeld zu finden war, ist Joshua Kimmich beim FC Bayern München seit längerem als Rechtsverteidiger gesetzt. 

Wenn es nach dem deutschen Nationalspieler geht, soll sich das aber bald ändern. 

Im Interview mit Sky gibt Kimmich zu: „Wenn ich eine Position der anderen vorziehen müsste, dann ist es die Sechser-Position. Auf Dauer ist es mein Ziel, als Sechser zu spielen.“

Dass er berechtigte Ansprüche auf einen Platz vor der Abwehr anmeldet, beweisen nicht nur seine Auftritte im Trikot der Nationalelf. Kimmich spielte in der Jugend des VfB Stuttgart und bei RB Leipzig stets auf der Sechs. 

Joshua Kimmich: In Klub und Nationalmannschaft als Sechser zum Führungsspieler?

Eine Rückkehr auf seine Lieblingspostition sieht Kimmich eng verknüpft mit seiner Rolle als Antreiber. „Durch die Position kann ich eine etwas zentralere Rolle spielen, so kann ich durch meine Emotionen mehr Spieler auf dem Feld erreichen“, beschreibt er die Vorzüge seines Positionswechsels in der Nationalmannschaft. 

Unter Jogi Löw schwemmte ihn der Umbruch zurück ins Mittelfeld. Dazu gehört er im drastisch verjüngten DFB-Kader mit 24 Jahren nicht einmal mehr zu den ganz jungen Hüpfern und als gestandener Bayern-Profi zu den Spielern mit der meisten Erfahrung auf internationalem Niveau.

Stellt sich nur noch die Frage, ob es Kimmich auch gelingt, sich im Mittelfeld des Rekordmeisters zu etablieren. Hoffnung darauf darf der gebürtige Rottweiler allemal haben. 

Die Münchner haben schon jetzt in der Defensive ordentlich nachgelegt. Zwar verlässt mit Rafinha ein Außenverteidiger den Verein, dafür stehen aber die Verpflichtungen von Lucas Hernandez und Benjamin Pavard bereits fest. Vor allem der Stuttgarter könnte ein Kandidat für Kimmichs angestammte Position werden. Schließlich überzeugte er mit der Équipe Tricolore bei der WM 2018 als Rechtsverteidiger und wurde zusammen mit Hernandez, der die linke Seite beackerte, Weltmeister.

Bayern-Zentrale stark besetzt: Zu viel Konkurrenz für Kimmich?

Für Ersatz wäre also gesorgt, doch ein Platz in der Zentrale des Branchenprimus ist schwer zu ergattern. Zwar scheint sich Renato Sanches hier nicht durchsetzen zu können, dafür sind Thiago, Javi Martinez und Leon Goretzka über alle Zweifel erhaben. 

Martinez wurde zuletzt wieder mit seinem Heimatverein Athletic Bilbao in Verbindung gebracht, doch der Spanier selbst spricht eher von einer Rückkehr gegen Karriereende. 

Kimmich ist definitiv ein Kandidat für die Sechser-Position beim FCB. Bis er regelmäßig im Zentrum auflaufen darf, wird er sich aber aller Voraussicht nach noch etwas gedulden müssen. So lange muss er den Antreiber von der Außenbahn geben. Wir können den Youngster aber beruhigen: Philipp Lahm wurde auch als Rechtsverteidiger zum Kapitän und später zum Lenker im Mittelfeld.

Guardiola und Xavi outen sich als Kimmich-Fans

News vom 16. Januar 2019: Doha - Die Freude war Joshua Kimmich anzusehen, als er in der Ferne eines seiner Kindheitsidole erblickte. Berührungsängste hatte der 23-Jährige aber nicht, als Xavi Hernández auf ihn zukam. Kimmich und die Barca-Legende umarmten sich sofort herzlich.

Weil der FC Bayern sein Trainingslager einmal mehr in Katar aufschlug, wo Xavi bei al-Sadd spielt, arrangierte Sport Bild das Treffen der beiden Profis. Dabei erzählte Xavi, dass er durch seinen ehemaligen Trainer Pep Guardiola auf Kimmich aufmerksam geworden sei. 

Guardiola: Ein Spieler, der auf jeder Position spielen kann

Guardiola, der damals den FC Bayern trainierte, habe zu Xavi gesagt, dass er einen Spieler im Team habe, der auf jeder Position spielen könne. „Seit diesem Tag, als ich mit Pep sprach, verfolge ich deine Karriere, schließlich sagt Pep so etwas nicht ohne Grund“, so Xavi zu Kimmich.

Dann adelte die Barca-Legende den 23-Jährigen. „Ich wusste sofort, als ich dich spielen sah, dass du ein großer Spieler werden kannst. Und das bist du heute!“ Kimmich sei die Gegenwart und die Zukunft des FC Bayern und der Nationalmannschaft. Dann verpasste er Bayerns Nummer 32 den absoluten Ritterschlag.

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Xavi lobt Kimmich und umgekehrt

Xavi Hernandez verließ den FC Barcelona im Jahr 2015.

„Du wärst von der Spielweise her der perfekte Spieler für den FC Barcelona“, sagte Xavi. Auch Kimmich lobte sein Kindheitsidol. Der Grund, warum Xavi immer sein Vorbild gewesen sei, wären die Gemeinsamkeiten der beiden Spieler. „Ich war nicht groß und stark genug.“ Deshalb bewundere er bei der Barca-Legende gleich mehrere Attribute. 

„Der erste Kontakt war immer perfekt, er hatte ein gutes Auge für seine Mitspieler, hat perfekte Pässe gespielt und war Kapitän, ein echter Leader“, so Kimmich. Er habe sich sogar YouTube-Videos des Mittelfeldspielers angesehen und mache das noch heute. Xavi schmunzelt und merkt an, dass Kimmich hoffentlich die Videos aus seiner Barca-Zeit gucke statt aktuelleres Material.

Barca-Legende: Kimmich kann der neue Xavi werden

Am Ende des Treffens wurde der Spanier noch gefragt, ob Kimmich so etwas wie der neue Xavi werden könne.“Definitiv“, meinte der Welt- und zweimalige Europameister und erklärte: „Er kann den Unterschied machen und auf mehreren Positionen einer der besten Spieler im Weltfußball sein.“ Auch was ihn und Kimmich trennt, stellte Xavi heraus. „Ich konnte auf einer Position spielen, er ist variabel.“

Natürlich wurde der ehemalige Barca-Star noch auf die Gegenwart des FC bayern und die Chancen im Champions-League-Achtelfinale angesprochen. Liverpool werde sehr schwer, aber Bayern habe ein eingespieltes, gutes Team. „Bayern zählt zu den Top-Favoriten auf den Sieg in der Champions League“, machte Xavi Mut.

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sh

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