Am Amtsgericht München

1,8 Millionen Euro: Ex-Bayern-Star Jerome Boateng zu Geldstrafe verurteilt

Jerome Boateng hat den FC Bayern verlassen und spielt inzwischen für Olympique Lyon. Nun kehrte er nach München zurück - ans Amtsgericht.

Update vom 9. September, 20.15 Uhr: Der frühere Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng ist wegen einer vorsätzlichen Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Millionen Euro verurteilt worden. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht München in einem Strafverfahren gegen den Weltmeister von 2014 am Donnerstag. Die Geldstrafe betrug 60 Tagessätze in Höhe von 30.000 Euro.

Der langjährige Star von Bayern München wurde schuldig gesprochen, seine ehemalige Lebensgefährtin während eines Karibikurlaubs vor drei Jahren vorsätzlich verletzt und beleidigt zu haben. Boateng, seit vergangener Woche beim französischen Topklub Olympique Lyon unter Vertrag, hatte zuvor die Vorwürfe bestritten.

Die Staatsanwaltschaft erwägt eine Berufung. „Wir prüfen derzeit, ob wir Rechtsmittel ergreifen“, sagte Sprecherin Anne Leiding am Freitag. 

Jerome Boateng: Ehemaliger FCB-Profi muss sich vor Gericht verantworten

Erstmeldung vom 9. September: München - Ex-Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng* hat vor Gericht Vorwürfe der Körperverletzung bestritten. Er habe eine frühere Lebensgefährtin nicht geschlagen und verletzt, sagte er am Donnerstag zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht München.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-Jährigen vor, seine frühere Lebensgefährtin im Juli 2018 bei einem Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik attackiert zu haben. Laut Anklage soll er sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben.

Jerome Boateng: Ex-Bayern-Star vor Gericht

Außerdem soll er nach Angaben der Staatsanwaltschat „in voller Wucht“ eine Glaslaterne und eine Kühltasche auf sie geworfen haben. Die Vorwürfe lauten auf Beleidigung und gefährliche Körperverletzung.

Boateng schilderte den Vorfall vor Gericht anders: Seine ehemalige Lebensgefährtin sei aggressiv und beleidigend geworden, habe ihn in einem Streit an der Lippe verletzt und auf ihn eingeschlagen. Als er sie dann von sich habe wegschieben wollen, sei sie gestürzt. Er habe auch keine Laterne auf sie geworfen, sondern ein Kissen gegen einen Tisch - und dabei sei die Laterne zu Boden gefallen.

Der Urlaub sei bis dahin sehr schön und friedlich verlaufen. „War 'ne gute Stimmung“, sagte er - bis es abends beim Kartenspielen zu einem Streit gekommen sei.

Jerome Boateng: Vorwurf der Körperverletzung

Nachdem sie und eine Freundin von ihr ihm dann vorgeworfen hätten, beim Kartenspielen gemogelt zu haben, sei die Stimmung eskaliert. „Mit dem Daumen hat er mein Auge so gegriffen“, sagt Boatengs Ex-Freundin vor Gericht. „Er hat an meinen Haaren gerissen, mir dann in den Kopf gebissen“. Angespuckt habe er sie. Auf die Knie sei sie dann gefallen, bevor er ihr so stark „in die Niere geboxt“ habe, dass sie keine Luft mehr bekommen habe. Außerdem soll er nach Angaben von Staatsanwältin Stefanie Eckert „in voller Wucht“ eine Glaslaterne und eine Kühltasche auf sie geworfen haben.

Um Eifersucht sei es in dem Streit gegangen, um andere, frühere Partnerinnen und Partner. Ihre und auch die Aussage von Boateng strotzen vor Kraftausdrücken, die gefallen sein sollen an jenem 19. Juli im Urlaubsparadies. Zwischen Wutausbrüchen sei Boateng in seinem Bungalow hin und her gelaufen, sagt sie - „wie ein Tiger“.

Jerome Boateng wollte vom FC Bayern nach Paris wechseln

Boateng sagt, sie hätten damals - wie oft zuvor - auch um die Frage gestritten, wie sie das Familienleben organisieren sollen. Er habe in dem Sommer vom FC Bayern* nach Paris wechseln wollen. Am nächsten Tag aber hätten die beiden sich schon wieder vertragen. „Wir hatten uns ausgesprochen, vertragen, die Kinder waren glücklich, haben getanzt.“ Sie sei „bester Laune“ gewesen.

Die Luxus-Pavillons, die Boateng und seine Reisegruppe bewohnten, hatten ein ganz besonderes Extra, wie der Fußballer schildert: Es gab einen Butler. Der habe in jener Nacht auch die Scherben des Windlichts und der Gläser zusammengekehrt. „Ich habe dann gesagt - auf Englisch: Sorry for the mess“, sagt Boateng: Entschuldigen Sie das Chaos.

Der Prozess gegen den ehemaligen Bayern-Star und Weltmeister von 2014 hatte unter großem Medienrummel begonnen. Boateng erschien im dunkelblauen Anzug und weißen Hemd im Gerichtssaal. Dieser Donnerstag ist der einzige angesetzte Verhandlungstag. Das Urteil könnte demnach noch im Laufe des Tages gesprochen werden. (dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christof STACHE / AFP

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