Finanzvorstand zu Gomez, Thiago, Bale

Dreesen über Transfers: "Verrückt viel Geld"

Jan-Christian Dreesen
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Zwei, die sich verstehen: Jan-Christian Dreesen  und Bayern-Präsident Uli Hoeneß

München - Seit Februar ist Jan-Christian Dreesen verantwortlicher Finanzvorstand beim FC Bayern. In einem Interview spricht er nun über den Thiago-Transfer, den Verkauf von Mario Gomez und Gareth Bale.

Noch nicht mal ein Jahr ist Jan-Christian Dreesen im Amt bei den Bayern und konnte seit Februar schon jede Menge Erfolge feiern. Die Triple-Saison hat natürlich jede Menge Geld in die ohnehin prall gefüllten Kassen des Rekordmeisters gespült.

Gegenüber der Bild kündigte Dreesen nun an, auf der Hauptversammlung der Bayern am 13. November neue Rekorde verkünden zu wollen. "Umsatzmäßig auf jeden Fall. Und wir werden wiederum einen gestiegenen Gewinn verkünden", so Dreesen. Daran ändert auch der Transfer von Thiago Alcantara nichts, der auf ausdrücklichen Wunsch von Pep Guardiola vom FC Barcelona geholt wurde. Zwar hat die öffentlich zur Schau getragene Begeisterung des Bayern-Trainers für den Mittelfeldakteur die "Verhandlungsposition nicht unbedingt leichter" gemacht, aber Dreesen ist der Meinung, "dass wir den Transfer noch zu akzeptablen Preisen hinbekommen haben."

So viel gibt Bayern seit 1999 jedes Jahr für neue Spieler aus!

So viel gibt Bayern seit 1999 jedes Jahr für neue Spieler aus!

FC Bayern Transfers Ausgaben
Der FC Bayern investierte in der Bundesliga-Geschichte bislang so viel wie kein anderer Bundesligaverein in neue Spieler. Uli Hoeneß, jahrelang Manager des FC Bayern, zeichnete bis zu seinem Wechsel in den Vorstand des Rekordmeisters für die meisten dieser Einkäufe verantwortlich. Wir zeigen Ihnen, wieviel die Bayern seit 1999 in jedem Jahr für Neuzugänge ausgegeben haben. © dpa
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Saison 1999/2000: 17,63 Mio € (im Bild: Paulo Sergio. Außerdem Roque Santa Cruz, Patrik Andersson, Slawomir Wojciechowski). © dpa
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Saison 2000/01: 13,9 Mio € (im Bild: Willy Sagnol. Außerdem Ciriaco Sforza, Alou Diarra). © dpa
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Saison 2001/02: 21,85 Mio € (im Bild: Claudio Pizarro. Außerdem Robert Kovac, Niko Kovac, Pablo Thiam). © dpa
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Saison 2002/03: 24,7 Mio € (im Bild: Ze Roberto. Außerdem Sebastian Deisler, Michael Ballack). © dpa
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Saison 2003/04: 25,75 Mio € (Roy Makaay, im Bild: Martin Demichelis, Tobias Rau). © dpa
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Saison 2004/05: 25,5 Mio € (im Bild:Vahid Torsten Frings . Außerdem Lucio, Bixente Lizarazu, Vahid Hashemian, Andreas Görlitz). © dpa
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Saison 2005/06: 10 Mio € (im Bild: Valerien Ismael. Außerdem Julio dos Santos, Ali Karimi, Bernd Dreher). © dpa
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Saison 2006/07: 26 Mio € (im Bild: Lukas Podolski. Außerdem Mark van Bommel, Daniel van Buyten). © dpa
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Saison 2007/08: 82 Mio € - (im Bild: Franck Ribery. Außerdem Breno, Miroslav Klose, Marcell Jansen, Luca Toni, Jose Sosa, Jan Schlaudraff, Hamit Altintop) -die bis dato teuerste Einkaufstour der Münchner. © dpa
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Saison 2008/09: 0 € (im Bild: Tim Borowski. Außerdem Hans Jörg Butt, Massimo Oddo, Landon Donavan) - die bisher einzige "Nullnummer" der Bayern. © dpa
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Saison 2009/10: 79,7 Mio € (im Bild: Arjen Robben. Außerdem Mario Gomez, Anatoliy Tymoschchuck, Danijel Pranjic, Diego Contento, Edson Braafheid, Alexander Baumjohann). © dpa
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Saison 2010/11: 17 Mio € (im Bild: Luiz Gustavo). © dpa
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Saison 2011/12: 44,1 Mio € (im Bild: Manuel Neuer. Außerdem Jerome Boateng, Rafinha, Nils Petersen, Takashi Usami) © dpa
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Saison 2012/13: 66,5 Mio € (im Bild: Javi Martinez. Außerdem Mario Mandzukic, Xherdan Shaqiri, Dante, Mitchell Weiser, Claudio Pizarro, Lukas Raeder, Tom Starke). © dpa
Saison 2013/14: 62 Mio € (im Bild: Mario Götze. Außerdem Thiago Alcantara, Jan Kirchhoff). © dpa

Thiago kostete die Bayern 25 Millionen Euro. Eine Summe, die immer noch deutlich unter den Rekord-Transfers der Münchner (Javi Martinez 40 Millionen Euro, Mario Götze 37 Millionen Euro, Mario Gomez 33 Millionen Euro) liegt. Dreesen denkt aber nicht, dass Gomez zu billig an den AC Florenz abgegeben wurde: "Ein Mario Gomez hat über Jahre sehr gute Arbeit geleistet. Er hat mit vielen Toren seinen Transferbetrag gerechtfertigt", so Dreesen zur Bild. Man solle nicht einfach nur Einkaufs- und Verkaufssumme vergleichen, "das wäre eine Milchmädchenrechnung."

Dennoch liegen die Transferzahlen bei den Bayern im internationalen Vergleich immer noch im oberen Mittelfeld. Angesprochen auf den Mega-Transfer von Gareth Bale, der für 100 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte, kann Dreesen nur den Kopf schütteln. "Das ist verrückt viel Geld. Ich kann mir so eine Transfersumme bei Bayern nicht vorstellen", so der Bayern-Finanzvorstand. "So ein Transfer ist schon ein Stück weit Wahnsinn."

Bale, Özil & Co.: Die weltweit teuersten Transfers des Sommers

Bale, Özil & Co.: Die weltweit teuersten Transfers des Sommers

Auch diesen Sommer war das Transferkarussel mächtig in Bewegung: Wir haben für Sie die 25 teuersten Spielerwechsel dieser Transferperiode zusammengestellt. Darunter befinden sich auch drei deutsche Nationalspieler. Bei der Höhe der Ablösesummen berufen wir uns auf transfermarkt.de. Den Anfang macht Jesús Navas. Der Flügelflitzer wechselte für 20 Mio. Euro vom FC Sevilla zu Manchester City. © dpa
Mamadou Sakho verließ kurz vor Transverschluss Paris St. Germain. Der französische Nationalspieler schloss sich für 21 Mio. Euro dem FC Liverpool an. © AFP
André Schürrle schafft es auf Platz 23. Sein Wechsel zum FC Chelsea brachte Bayer Leverkusen 22 Mio. Euro ein. © dpa
Ohne Jesús Navas wollte Álvaro Negredo (r.) wohl nicht beim FC Sevilla bleiben. Vielleicht wechselte er deshalb ebenso wie sein Teamkollege zu Manchester City. Ablösesumme: 25 Millionen Euro. © dpa
Der brasilianische Nationalspieler Bernard (r.) konnte beim Confederations Cup auf sich aufmerksam machen. Shakhtar Donetsk waren die Dienste des 20-Jährigen 25 Millionen Euro wert. © dpa
"Thiago oder nix" war die ziemlich deutliche Ansage von Bayerns neuem Trainer Pep Guardiola (l.). Dem Wunsch des Spaniers kamen die Bayern-Bosse nach und holten Thiago Alcántara (r.) für 25 Millionen Euro an die Säbener Straße. © dpa
Der AS Monaco profitiert neuerdings von seinem schwerreichen Sponsor Dmitri Rybolowlew. Der russische Milliardär ermöglichte in diesem Sommer Transferausgaben in Rekordhöhe. Insgesamt wurden 166 Millionen Euro ausgegeben. Unter anderem wurden 25 Mio. an den FC Porto überwiesen. Im Gegenzug kam Spielmacher João Moutinho. © AFP
Stevan Jovetic (l.) gilt als eines der größten Talente in Europa. Manchester City war er 26 Mio. Euro wert. Der AC Florenz musste nicht lange trauern, man holte im Gegenzug Mario Gomez vom FC Bayern. © dpa
Borussia Dortmund verlor in diesem Sommer in Mario Götze einen seiner besten Spieler an Bayern München. Sein Nachfolger ist Henrikh Mkhitaryan. Er kommt für 27,5 Millionen Euro von Shakhtar Donetsk und ist der teuerste Transfer in der Historie der Borussia. © dpa
Real Madrid hat in diesem Sommer mächtig aufgerüstet. Für das defensive Mittelfeld kam Asier Illarramendi für 30 Millionen Euro von Real Sociedad San Sebastián. © AFP
Tottenham Hotspur versucht den Abgang von Gareth Bale durch die Verpflichtung mehrerer Spieler zu kompensieren. Insgesamt investierte man in diesem Sommer 121 Mio. Euro in Neuzugänge. Allein 30 Millionen überwies man an den AS Rom für den Rechtsaußen Érik Lamela. © dpa
Isco wurde in diesem Sommer mit Spaniens U 21 Europameister. Auch auf Vereinsebene machte er den nächsten Schritt und wechselte zu einem Top-Klub. Real Madrid zahlte 30 Mio. Euro an den FC Málaga. © AFP
Der FC Valencia ist extrem hoch Verschuldet. Über 270 Millionen Euro an Verbindlichkeiten stehen zu Buche. Kein Wunder, dass man Torjäger Roberto Soldado für 30 Mio. an Tottenham verkaufte, um wirtschaftlich überlebensfähig zu bleiben. © dpa
Marquinhos ist mit seinen 19 Jahren eines der größten Innenverteidiger-Talente. Paris Saint-Germain war er sage und schreibe 31 Mio. Euro wert. Für die Franzosen kein Problem, man wird ja aus Katar gesponsert. Den AS Rom wird es freuen. © AFP
Manchester United schlug in den letzten Stunden der Transferperiode zu und verpflichtete vom FC Everton Marouane Fellaini für 32,5 Mio. Euro. © dpa
Gonzalo Higuaín tritt beim SSC Neapel die Nachfolge von Edinson Cavani an. Die Italiener überwiesen für ihn 37 Millionen Euro an Real Madrid. © AFP
Dank einer Ausstiegsklausel konnte Mario Götze für 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern wechseln. Dadurch schaffte er es auf Platz 9 der Rangliste. © dpa
Weil der russische Sponsor finanzielle Probleme hat, stand bei Anzhi Makhachkala der Ausverkauf an. Der Brasilianer Willian wechselte für 38 Millionen zum FC Chelsea. © dpa
Fernandinho passt perfekt in das Spielsystem von Manchester Citys neum Trainer Manuel Pellegrini. Für 40 Mio. Euro konnte City ihn von Shakhtar Donetsk loseisen. © dpa
James Rodríguez wechselte gemeinsam mit Joao Moutinho vom FC Porto zum neureichen AS Monaco. Für den Kolumbianer zahlten die Franzosen 45 Millionen Euro Ablöse. © dpa
Mesut Özil verlässt nach drei Jahren Real Madrid und wechselt zum FC Arsenal. Für ihn wurden 50 Mio. Euro überwiesen. Es ist damit der teuerste Transfer eines deutschen Spielers aller Zeiten. In dieser Rangliste belegt er dadurch Rang 5. © dpa
Der FC Barcelona sicherte sich die Dienste des brasilianischen Superstars Neymar. 57 Millionen Euro wurden an den FC Santos überwiesen. © AFP
Bei Falcao rechnete man mit einem Wechsel in die englische Premier League, der FC Chelsea galt als heißer Anwärter. Er aber entschied sich für den AS Monaco, der für ihn 60 Mio. Euro an Atlético Madrid überwies. © dpa
Im letzten Sommer Ibrahimović, in diesem Sommer Edinson Cavani: Paris St. Germain hat sich für 64,5 Millionen Euro den Stürmer vom SSC Neapel geangelt. Es könnte eines der gefährlichsten Sturm-Duos Europas werden. © dpa
Auf Platz eins kann natürlich nur er stehen: Gareth Bale. Nach monatelangen Verhandlungen und täglich neuen Wasserstandsmeldungen wurde kurz vor Transferende der Wechsel des Walisers von Tottenham zu Real Madrid bekannt gegeben. Laut transfermarkt.de beträgt die Ablösesumme 91 Mio. Euro. Nachdem aber von beiden Vereinen Stillschweigen über die Höhe vereinbart wurde, halten sich weiterhin hartnäckige Gerüchte von einer Summe von bis zu 100 Millionen Euro. Damit wäre er teuerste Transfer aller Zeiten und würde Cristiano Ronaldo ablösen. Der wechselte 2009 für 94 Millionen von Manchester United zu - natürlich - Real Madrid. © dpa

Ein Wagnis, was der FC Bayern so schnell sicher nicht eingehen wird. Schließlich will man ja auf den Hauptversammlungen weiter gute Zahlen verkündigen können. Und natürlich viele Titel präsentieren.

bix

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