Wie lange kann der BVB noch mithalten?

Insider: "Dortmund zerbröselt die Mannschaft"

+
Ein Insider glaubt zu wissen, dass die Mannschaft des BVB allmählich auseinanderfällt.

Dortmund - Geht Gündogan? Wann wechselt Draxler? Wer ersetzt Sam? Während der FC Bayern von einem Luxusproblem ins nächste schliddert, haben einige Bundesligisten andere, ernsthafte Probleme.

Geht Gündogan? Wann wechselt Draxler? Wer ersetzt Sam? Während der FC Bayern von einem Luxusproblem ins nächste schliddert und es nur noch darum geht, mit welchem Starensemble Pep Guardiola zum Beispiel in den Test am Samstag gegen Salzburg startet, haben einige Bundesligisten andere, ernsthafte Probleme. Es geht darum, wie die FCB-Verfolger ihr Personal halten oder ausbessern – Fragen, die beim FC Bayern schon lange nicht mehr auftauchen. Spätestens seit der Verpflichtung des ex­trem umworbenen Robert Lewandowski ist klar: Wen Bayern haben will, den bekommen sie. Und wen sie halten wollen, den halten sie! Was für ein Status!

Dieses Phänomen stellt man auch auf dem Spielermarkt fest, in Kreisen der Spielerberater. So sagt Ludwig Kögl, der unter anderem die Interessen von Thomas Müller vertritt: „In Deutschland war Bayern immer schon die Nummer eins, da muss man nicht groß vergleichen mit Dortmund oder anderen Bundesligisten. Was sich wirklich verändert hat, ist der internationale Status. Da kann man mittlerweile mit den Großen mithalten.“ Bedeutet: Wer früher lieber nach Spanien zum FC Barcelona oder Real Madrid ging, sieht mittlerweile den deutschen Rekordmeister als erste Adresse an. Selbst englische Vereine können einen Lewandowski nicht ködern, ganz gleich, wie viel Geld sie bieten. „Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger, guter Arbeit“, sagt Kögl. „Dortmund hat ein super Jahr hinter sich, sportlich und wirtschaftlich. Aber damit ist man noch lange nicht da, wo der FC Bayern steht.“

Das wissen die BVB-Verantwortlichen, und das bekommen sie immer wieder zu spüren. Mario Götze und Robert Lewandowski haben sie an den FC Bayern verloren, der derzeit indisponierte Ilkay Gündogan befasst sich intensiv mit einem Wechsel ins Ausland. Nicht umsonst sagte ein Branchen-Insider der tz: „Dortmund zerbröselt die Mannschaft, die können bald wieder von vorne anfangen. Das ist Folge eines fehlerhaften Managements. Man hat junge Spieler nur mit Hilfe einer Ausstiegsklausel gehalten, anstatt sie langfristig zu binden durch ein angemessenes Gehalt!“

Konkret zum Verhängnis könnte Dortmund eine derartige Klausel bei Marco Reus werden. Die Offensivgranate, vor eineinhalb Jahren für 17 Millionen Euro aus Mönchengladbach gekommen, kann demnach für 35 Millionen Euro gehen. Eine Summe, die mehr als eine Handvoll Klubs in Europa nahezu problemlos auf den Tisch legen können. Gleiches gilt für Schalkes Super-Talent Draxler. S04-Manager Horst Held hatte sich letzten Sommer noch feiern lassen für „seinen Coup“, mit dem Nachwuchsmann zu verlängern. Schnell wurde allerdings klar, dass dieser nur dank Ausstiegsklausel (rund 45 Millionen Euro teuer) sein Autogramm unter den Vertrag setzte – nun sollen Anfragen aus England und Spanien eintrudeln, Draxler könnte schon bald weg sein. „Das waren extreme Fehler“, sagt der Branchenkenner.

Ausstiegsklauseln in Verträge einzuarbeiten, das steht beim FC Bayern nicht auf dem Programm. Der Rekordmeister hat dies aufgrund seiner Strahlkraft nicht nötig – und zahlt natürlich auch Gehälter, die reichlich überzeugend sind für aufstrebende wie gestandene Spieler. Zumindest in dieser Hinsicht gibt es einen neuen Konkurrenten in Deutschland, den VfL Wolfsburg. Der Werksklub hat nach dem Millionen-Transfer von Luiz Gustavo das nächste Ausrufezeichen gesetzt und Kevin de ­Bruyne vom FC Chelsea für mehr als 20 Millionen Euro verpflichtet. Da schluckt selbst Dortmund-Trainer Jürgen Klopp, sagt: „Wenn VW richtig die Dose öffnet, wird es für die anderen ungemütlich.“

Klopp selbst kann derzeit immerhin aufatmen, Schlüsselspieler Gündogan steht vor der Rückkehr ins Training des BVB. „Ich gehe davon aus, dass es nächste Woche eigentlich gehen müsste“, so Klopp. Fragt sich nur, wie lange es für den Nationalspieler noch im Dortmund-Trikot weitergeht.

Michael Knippenkötter

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Ausschreitungen bei Bundesliga-Kracher: BVB-Fanschal löst heftigen Zwist aus
Ausschreitungen bei Bundesliga-Kracher: BVB-Fanschal löst heftigen Zwist aus
FC Bayern gegen Piräus: Durchwachsener Auftritt - individuelle Klasse rettet Flick
FC Bayern gegen Piräus: Durchwachsener Auftritt - individuelle Klasse rettet Flick
So endete FC Bayern München gegen Borussia Dortmund
So endete FC Bayern München gegen Borussia Dortmund
„Ich hacke dir den Kopf ab“ - Bayern-Star Leon Goretzka heftig attackiert
„Ich hacke dir den Kopf ab“ - Bayern-Star Leon Goretzka heftig attackiert

Kommentare