"Indien ist für uns ein sehr wichtiger Markt"

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Franck Ribéry ist mit dem FC Bayern zu Gast in Indien

München - Die Bayern in Indien? Manch ein Fan wird sich dieser Tage wundern. Marketingchef Andreas Jung erklärt die Hinterganken des ungewöhnlichen Trips. Die Bayern wollen Indien erobern!

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Der FC Bayern München auf seinem 32-Stunden-Trip in Indien! Um 16.38 Uhr Ortszeit landeten die Bayern mit dem Lufthansa-Charter LH 2571 auf dem Flughafen Delhi – und den Bayern wurde sogleich ein besonderes Privileg zuteil: Die Spieler wurden mit dem Bus direkt vor dem Flughafen abgeholt. Auf dem Parkplatz, der sonst ausschließlich Staatsgästen vorbehalten ist.

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Auf der Fahrt zur vornehmen Nobelherberge „Oberoi Hotel“ erlebten die Stars dann gleich Mal den totalen Gegensatz zur glitzerden Scheinwelt Doha, in der sie sich in der vergangene Woche bewegt hatten. Wellblechhütten, leerstehende Ruinen in der Nähe des Flughafens, später dann Chaos, Müll und Armut in der Millionenstadt ­Delhi. Und natürlich: freilaufende Kühe, die ja von den Hindus als heilig erachtet werden.

Seit Tagen haben die indischen Fußball-Fans nur noch ein Thema: Das Testspiel der Bayern gegen die indische Nationalmannschaft am Dienstag in Delhi (Ortszeit: 18 Uhr, Übertragung in voller Länge bei Sat1 um 18 Uhr deutscher Zeit). Immerhin ist diese Begegnung auch das Abschiedsspiel für Baichung Buthia. Der ist in Indien ein Idol, Rekordnationalspieler, bester Fußballer ­Indiens aller Zeiten, eine Legende. Und dann geht es auch noch gegen den großen FC Bayern. Welche Ausmaße die Begeisterung annehmen könnte, davon bekamen die Bayernstars bei ihrer ersten Pressekonferenz im Mannschaftshotel einen ersten Vorgeschmack. Der Saal platzte aus allen Nähten, die rund 30 Fotografen lieferten sich heftige Kämpfe um den besten Platz, beinahe wäre das Gedränge in eine Schlägerei ausgeartet.

Dennoch sind von den 60 000 Karten für das Jawaharlal-Nehru-Stadion in Delhi erst gut die Hälfte verkauft. Der Grund: die meisten Inder können sich die Karten, angeboten zum Preis von 150 bis 4000 Rupien (zwei bis 58 Euro) gar nicht leisten. Der Durchschnittsverdienst eines Inders liegt bei rund 50 000 Rupien (etwa 775 Euro). Doch spürbar ist: Die Fußball-Begeisterung in Indien wächst – und so ist es nicht verwunderlich, dass die Bayern den Trip nach Delhi nicht nur unternehmen, weil sich ihr Sponsor Audi das wünscht, sondern auch aus Eigennutz. „Das ist richtig. Wir machen diese Reise nicht nur wegen unserer Sponsoringvereinbarung mit Audi. Sie liegt auch sehr im Interesse des FC Bayern. Indien ist ein Markt mit riesiger Zukunft. Hier leben 1,2 Milliarden Menschen und langsam gibt es dort auch einen gewissen Wohlstand. Deswegen ist Indien ein sehr wichtiger Markt für uns“, erklärt Marketingvorstand Andreas Jung der tz.

Andere Klubs, vor allem aus der Champions League und die beiden spanischen Top-Klubs Real Madrid und Barcelona, haben sich bereit auf dem asiatischen Markt etabliert, vor allem in Fernost. Nun wollen die Bayern Indien erobern! „Wir wollen die Marke FC Bayern München auch in Indien und im restlichen Asien positionieren. Der Erfolg dieses Vorhabens wird sicher nicht sofort spürbar sein, wir sehen das eher als eine langfristige Maßnahme. Zumal Fußball mittlerweile schon die zweitbeliebteste Sportart ist“, erklärt Jung.

Und wegen der riesigen Bevölkerungszahl reicht am Dienstagabend auch eine einigermaßen geringe Einschaltquote um ein große Menge an Menschen zu erreichen. Zuschauerzahlen von 150 Millionen sind da schnell erreicht. Zum Vergleich: Ein normales Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft sehen knapp zehn Millionen. Jung: „Das Spiel wird live auf einem privaten Sportkanal übertragen. Für unseren Bekanntheitsgrad ist das natürlich Gold wert.“ Und irgendwann soll es dafür die Rendite geben.

Jan Janssen

Quelle: tz

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