Hoeneß jubelt über seine Bayern

Uli Hoeneß gratuliert Coach Jürgen Klinsmann zum Erfolg.
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Uli Hoeneß gratuliert Coach Jürgen Klinsmann zum Erfolg.

Fast hätte man Angst um Jürgen Klinsmann haben müssen. Mark van Bommel hatte gerade das 2:2 erzielt, Jürgen Klinsmann heftig gejubelt, da wurde der Bayern-Trainer plötzlich von einem Mann in roter Daunenjacke gepackt.

Der Herr fiel Klinsmann so heftig um den Hals, dass dieser kaum noch Luft bekam und beinahe völlig unter dessen Umarmung verschwand. Der Mann in der roten Jacke war Uli Hoeneß. Selten hatte man den Manager so ausgelassen und befreit gesehen wie nach dem Ausgleich gegen Wolfsburg. Am Ende drehten die Bayern ein schon verloren geglaubtes Spiel, besiegten den VfL mit 4:2. Und Hoeneß sagte:

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„Wir sollten nicht das Haar in der Suppe suchen, jetzt gibt’s nur eines: Freude! Freude! Freude!“

Hoeneß hatte zwei Halbzeiten gesehen, in denen seine Bayern zwei Gesichter zeigten, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. In der ersten: schläfrig, emotionslos, schlapp. Prompt lagen sie zur 33. Minute mit 0:2 hinten. Ribéry verkürzte zwar kurz noch auf 1:2, zur Pause aber gab es Pfiffe und vereinzelte „Klinsmann raus!“-Rufe.

„Nach dem 0:2 habe ich schon gedacht: Was soll das werden? Aber es war schon beeindruckend, wie wir das Spiel dann noch gedreht haben“, sagte Torhüter Michael Rensing nachher.

Denn die Bayern kamen wie verwandelt aus der Pause, drehten den Rückstand mit enormem Willen in ein 4:2. Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld war begeistert: „Wie die Bayern in der zweiten Hälfte aufgetreten sind, das war schon meisterlich. Das war überragend!“

Endlich konnten die Bayern auch ihre Fans überzeugen. Statt „Klinsmann raus“-Rufen, sangen die Fans nach dem Spiel „Oh, wie ist das schön!“ Die Stimmung in der Allianz Arena war gut wie lange nicht. „Die Mannschaft hat mit einer grandiosen zweiten Halbzeit die Zuschauer begeistert. Die Mannschaft hat Gesicht und eine tolle Moral gezeigt“, strahlte Hoeneß. Für den Manager besonders wichtig: Der Triumph über den VfL Wolfsburg – es war der erste Sieg, den man Klinsmann persönlich anheften kann. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen machte der Trainer seine Jungs in der Pause richtig heiß. „Es war am Anfang ganz schön laut“, bestätigt Michael Rensing, der Klinsis Ansprache bis in den benachbarten Physio-Raum hörte. Und Klinsi wurde nicht nur laut, er fand auch die richtigen Worte. „Er hat uns gesagt, dass wir Charakter zeigen sollen. Der Trainer hat uns bei der Ehre gepackt. Wenn wir eine große Mannschaft sein wollten, müssten wir Charakter zeigen und das 0:2 noch umdrehen. Das war genau der richtige Weg“, sagte Zé Roberto zur tz.

Und: Klinsmann wechselte genau richtig. Zé Roberto glänzte als linker Verteidiger und Tim Borowski zeigte sein bestes Spiel seit langer Zeit. „Manchmal hilft es halt, wenn man frischen Wind reinbringt. Ich bin froh, dass ich mal ein wenig länger spielen durfte“, sagte Borowski nachher. Und das tat er. Bienenfleißig kurbelte er das Spiel an, war unheimlich torgefährlich. Seine Einwechslung – ein cleverer Schachzug.

Die Bayern springen also in der Tabelle weit nach oben – Dank Klinsis Ansprache und seines Wechselgeschicks. Hoeneß: „Wenn wir jetzt in Frankfurt und gegen Bielefeld gewinnen, sind wir sicher unter den ersten drei. Aber auch das kann nur eine Zwischenstation sein.“ Auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft. Dann muss man wohl wirklich Angst haben, dass Klinsmann von Hoeneß im Jubel erdrückt wird.

Jan Janssen, Mario Volpe

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Quelle: tz

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