Hoeneß & van Gaal: Wie lange hält ihr Frieden?

München - Das Privatduell zwischen Uli Hoeneß und Louis van Gaal überschattet den hohen Sieg über den 1. FC Kaiserslautern. Wie lange hält der brüchige Frieden? Hoeneß bleibt bei seiner Meinung.

Zur Umarmung kam es nicht. Aber zumindest zu einem staatsmännischen Handschlag. Louis van Gaal behielt also recht. „Er wird sicher in der Kabine sein, um mir zu gratulieren“, erklärte der Trainer mit einem süffisanten Lächeln nach dem 5:1-Sieg gegen Lautern. Die Rede war, na klar, von Uli Hoeneß. Denn am Samstag gab es drei Hauptdarsteller: Mario Gomez, Arjen Robben und Uli Hoeneß. Die einen schossen auf dem Platz scharf, der andere daneben: Bayern lässt es krachen!

Fünf Knaller und 488 Zeilen Sprengstoff: In einem Interview mit der SZ kritisierte der Präsident erneut die Arbeitsweise van Gaals. „Es ist die Frage, ob man immer mit dem Kopf durch die Wand muss“, bemängelte Hoeneß, auch mit Blick auf den überraschenden Torwartwechsel. „Der FC Bayern ist kein Ausbildungsverein. Er muss Erfolg haben“, unterstrich er eine Aussage Christian Nerlingers. Der Rückrunden-Auftakt in Wolfsburg sei „ein Schock“ gewesen. „Wir können einfach keinen Druck aufbauen“, klagte der 59-Jährige, der sogar darüber spricht, wann es für van Gaal eng wird: „Wenn ich spüre, dass die Champions-League-Qualifikation in Gefahr ist. Das war ja auch bei Klinsmann so.“

Hoeneß steht zu seinen Worten. „Das war ein total realistisches Interview“, erklärte er am Samstagabend der tz. Eben seine Sicht der Dinge, ein Lagebericht. Da ist der Präsident nicht so schnell zu euphorisieren wie der eigene Anhang. Als nach 86 Minuten Stuttgarts Ausgleich gegen Dortmund in der Arena eingeblendet wurde, hallte es durch die Arena: „Deutscher Meister wird nur der FCB!“

So schnell kehrt es zurück, das bayerische Selbstbewusstsein. „Das war ein optimaler Spieltag für uns“, sagt Christian Nerlinger, mahnte aber auch: „Wir dürfen jetzt nicht zu euphorisch sein.“ Schließlich war das Spiel gegen Lautern lange nicht so deutlich wie das Ergebnis: Nach dem 1:2-Anschlusstreffer der roten Teufel wackelten die Bayern bedenklich, erst in den Schlussminuten wurden noch drei Kracher gezündet. „Mit dem Spielverlauf können wir nicht zufrieden sein. Das war keine Leistung, wie wir es uns vorstellen“, kritisierte Philipp Lahm: „Wir müssen nicht über die Meisterschaft reden.“ Die Anweisungen befolgten alle – bis auf Mark van Bommel. „Ich habe die Meisterschaft nie aufgegeben“, betont der Kapitän.

Den Optimismus van Bommels teilt Hoeneß noch lange nicht. Denn daheim gewannen die Bayern nun schon sechs Mal in Serie – nachlegen konnten sie jedoch nur selten. Der Präsident wird ganz genau hinsehen. „Ich glaube nicht, dass wir ein Fall für die Krankenstation sind“, versucht Karl-Heinz Rummenigge zu beruhigen. Dennoch: Die Worte des Präsidenten seien „sehr ernst zu nehmen“, so Christian Nerlinger: „Wenn jemand ein Gespür für brenzlige Situationen hat, dann ist das Uli Hoeneß.“ Und sei es, um den großen Knall zu verhindern…

ta, jj, lop

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © Getty

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