Coman-Ausfall kein Problem für FC Bayern

Hitzfeld: „Ribery kann in K.o.-Spielen große Akzente setzen“

„Emotionen, Ehrgeiz und Stolz“: Hitzfeld war einer der wenigen Trainer, die Ribery im Fall der Fälle besänftigen konnten.
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„Emotionen, Ehrgeiz und Stolz“: Hitzfeld war einer der wenigen Trainer, die Ribery im Fall der Fälle besänftigen konnten.

Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld sieht kein großes Problem beim Coman-Ausfall, denn er hat Vertrauen in Franck Ribery - und wünscht sich eine Vertragsverlängerung.

München – Bald ist es geschafft, aber gestern Nachmittag wurde es für die Bayern-Stars noch mal zapfig. Minus sieben Grad Celcius zeigte das Thermometer an der Säbener Straße, als Jupp Heynckes seine Profis empfing. Mütze und Handschuhe gehörten zur Standard-Ausrüstung, lange Hosen oder wahlweise Unterhosen eigentlich auch. Nur die ganz harten Jungs kamen mit kurzem Beinkleid. Unter ihnen: Franck Ribery.

Es war nicht nur das erste Training der langen Woche, in der lediglich am Sonntagabend die Auswärtspartie in Freiburg ansteht. Es war auch die erste Einheit ohne Kingsley Coman. Den Schock über die Nachricht, dass der Franzose nach einer Fuß-Operation wohl bis zum Saisonende ausfällt, hat man verdaut – ab jetzt geht es darum, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Im Mittelpunkt steht daher ab sofort Ribery, und zwar noch ein bisschen mehr als bisher. Zumindest auf dem Papier ist er der einzig verbliebene linke Flügelstürmer im Kader. Wenn die Champions League im Frühjahr in ihre heiße Phase geht, steht sein 35. Geburtstag an. Ein Problem? Ottmar Hitzfeld sagt gegenüber unserer Zeitung: „Nein!“

Ribéry hat „geniale Geistesblitze“

Der 69-Jährige, Riberys erster Trainer in München, kennt den Franzosen nur zu gut. Und er sieht den Ausfall des aufstrebenden Coman als Chance für Ribery und auch Robben, „sich zu zeigen, sich aufzudrängen“. Beide kämpfen bekanntlich in der Rückrunde um einen neuen Vertrag. Zeigen sie nun – vor allem in der Königsklasse – ihre Leistungen, dürfte der Weg an den Verhandlungstisch vorgezeichnet sein. Kritiker kann Hitzfeld kaum verstehen. „Man sollte sie nie abschreiben“, sagt er und lobt vor allem Ribery für seine „genialen Geistesblitze“, seinen „nach wie vor enormen Antritt“ sowie „seine „Schnelligkeit im Kopf“. Der zweimalige Champions League-Gewinner ist sich sicher: „Franck kann auch in den anstehenden K.o.-Spielen große Akzente setzen.“

Lesen Sie passend dazu auch: Coman schwer verletzt! Welcher Bayern-Star profitiert jetzt vom Ausfall?

Natürlich sei der Ausfall von Coman, „einem Spieler mit Perspektive, der aufgebaut werden sollte“, für den FC Bayern „schmerzhaft“. Trotzdem sieht der ehemalige Trainer-Kollege kein großes Problem auf Jupp Heynckes zukommen. In der Offensive, sagt er, „kann in dieser Mannschaft jederzeit jeder jeden ersetzen“. Das heißt konkret, dass es – vor allem aufgrund von „Rochaden und Bewegungsfreiheiten für alle“ – auch Alternativen zu Ribery gibt. Sowohl Thomas Müller als auch James können auf die Außenposition ausweichen, denn „diesen typischen Flügelspieler gibt es ja heute nicht mehr“. Der Kader sei „breit genug“, um nach wie vor gute Chancen zu haben, „in der Champions League weit zu kommen“.

Hitzfeld würde sich „eine Verlängerung wünschen“

Es ist davon auszugehen, dass Heynckes von der Quantität Gebrauch macht. Denn nicht nur Hitzfeld sieht es als „logisch“ an, „dass man mehr Regeneration braucht, wenn man älter ist“. Er kennt das Gespür des heutigen Bayern-Trainers und weiß, dass der 72-Jährige den Konkurrenzkampf bestens moderiert. Er sagt aber auch: „Die Spieler müssen das akzeptieren.“

Gerade Ribery und Robben ist das schon immer schwer gefallen. Es gab außer Heynckes und Hitzfeld kaum Trainer, die die einst Unantastbaren im Fall der Fälle besänftigen konnten. Ein schlechtes Zeichen sei es aber nicht, wenn ein Profi mal meckert: „Das sind Emotionen, Ehrgeiz und Stolz. Und Jupp Heynckes kann so etwas in zwei, drei Sätzen klären.“

Für den Coach hat die neue Situation sogar womöglich einen kleinen Vorteil. So schmerzhaft es ist, wenn ein Profi ausfällt: „Eine Option weniger bedeutet auch ein bisschen weniger Kopfschmerzen für den Trainer.“ Die Köpfe zerbrechen können sich derweil die Klubobersten darüber, wie es mit „Robbery“ weiter geht. Hitzfeld würde sich „eine Verlängerung wünschen“. Dann, wenn die Temperaturen wieder steigen.

Hanna Raif

Quelle: tz

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