"Sie wird in Zukunft keine Rolle mehr spielen"

Hitzfeld hat ausrotiert

Ottmar Hitzfeld will künftig keine Zugeständnisse mehr an seine Spieler machen.
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Ottmar Hitzfeld will künftig keine Zugeständnisse mehr an seine Spieler machen.

Bislang war sie Ottmar Hitzfelds großes Erfolgsrezept.

Seine Erfindung, sein Schlüssel zum Erfolg: die Rotation. Gegen alle Widerstände etwa von Karl-Heinz Rummenigge setzte Hitzfeld sie bei den Bayern durch. Doch damit soll nun Schluss sein. In der Sport-Bild kündigt Hitzfeld nun das Ende seines Markenzeichens an. „Die Rotation war dazu da, dass so viele Spieler wie möglich zum Einsatz kommen. Das war ein Zugeständnis von mir, wie es das nun in Zukunft nicht mehr geben wird“, sagt Hitzfeld.

Schluss mit der Rotation!Der Grund: Hitzfeld will die Zügel wieder anziehen. Nach den Niederlagen gegen Anderlecht und Cottbus, sowie dem Eklat um Martin Demichelis, der sich weigerte im Mittelfeld zu spielen (tz berichtete), soll nun ein anderer Wind wehen. „Ich führe die Spieler jetzt wieder straffer. Eine Fußball-Mannschaft funktioniert nur, wenn Disziplin da ist“, kündigt Hitzfeld an.

Die Zugeständnisse an seine Profis sind damit also vorbei. Ganz verzichten will Hitzfeld auf die Rotation aber nicht. „Die Rotation wird von mir jetzt nur noch eingesetzt, um Kräfte richtig einzustellen. Wenn der normale Rhythmus Samstag-Mittwoch-Samstag ist, wird die Rotation keine große Rolle spielen. Sollten wir aber beispielsweise im Pokal in die Verlängerung gehen, dann macht es ja auch Sinn vier, fünf Spieler für die Partie zweieinhalb Tage später auszuwechseln. Läuft es aber normal, werde ich nicht mehr groß neue Spieler bringen. Ab jetzt geht es nur noch darum, wer drängt sich auf, wen kann ich einsetzen?“, sagt Hitzfeld.

Im Klartext: Der Trainer ist von seinen Ersatzspielern enttäuscht. Besonders die B-Elf, die die peinliche Pleite gegen Anderlecht verursachte, fiel beim Coach in Ungnade. Auf die Frage, ob sich jemand der Reservisten für die Zukunft empfohlen habe, antwortete Hitzfeld nach dem Anderlecht-Spiel spöttisch: „Da müsste ich lange suchen.“

Hitzfeld hat erkannt: In seinem Team gibt es zuviele Spieler, die er nicht gleichwertig ersetzen kann: Ribéry, Toni, Kahn, Lucio, Demichelis, Zé Roberto, van Bommel. Von den Nachrückern kommt hingegen zu wenig: Sosa, Schlaudraff, Sagnol, Ottl, Breno. Hitzfeld sagt, er habe nun gesehen, „auf wen ich bauen kann und wer für die Mannschaft wichtig ist.“ Ein klares Zeichen, dass er mit der zweiten Reihe der Bayern unzufrieden ist.

Unzufrieden war Hitzfeld auch mit der letzten Aktion von Martin Demichelis. Nach dessen Weigerung, gegen Cottus im Mittelfeld zu spielen, warf Hitzfeld den Argentinier aus dem Kader, suspendierte ihn für drei Tage. „Ich war wirklich enttäuscht von dem Spieler. Ich hatte ihm bereits vor den Spielen auf Schalke und Karlsruhe erklärt, warum er im Mittelfeld gebraucht wird.

Nun habe ich einmal nicht mit ihm gesprochen und dann folgt so eine Reaktion Das kann ich nicht dulden“, erklärt Hitzfeld, der zugibt, die Niederlage gegen Cottbus nicht einfach zu den Akten legen zu können: „Über das Cottbus-Spiel ärgere ich mich zu Tode. Viele haben einiges gutzumachen.“ Am besten schon am nächsten Spieltag zu Hause gegen Leverkusen.

Quelle: tz

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