"Wo sollen wir denn sonst gewinnen?"

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Hermann Gerland (Archivfoto) war nach dem Spiel bedient

München - Auch Uli Hoeneß als prominenter Daumendrücker im Grünwalder Stadion brachte keinen Erfolg: Der FC Bayern II hat das Kellerduell verloren. Danach saß der Stachel bei Coach Hermann Gerland tief.

Beim FC Bayern gehen die Lichter aus – zumindest die Drittliga-Beleuchtung ­flackert ganz gefährlich. Nach dem bitteren 1:2 im Kellerduell gegen den SV Babelsberg rückt der Klassenerhalt nun in utopische Sphären, Bayern-Coach Hermann Gerland wirkte nach dem Kick dementsprechend niedergeschlagen. „Wo sollen wir denn sonst gewinnen, wenn nicht hier? Das war Letzter gegen Vorletzter…“, meinte der Tiger mit starrem Blick. Der Stachel saß nach 93 aufreibenden Minuten zu tief.

Dabei bekam die Amateur-Truppe sogar Unterstützung von ganz oben: Uli Hoeneß war zu Gast im Grünwalder Stadion. „Heute geht es ja um alles. Deswegen bin ich hier“, sagte er der tz vorab noch zuversichtlich. Und diese Zuversicht wuchs zunächst noch. Die Gerland-Truppe fand zwar nicht sofort das nötige Offensiv-Rezept gegen kämpferisch eingestellte Brandenburger, dafür ließen sie aber auch keine Chancen zu. Als dann im zweiten Durchgang mit Deniz Yilmaz mehr Schwung und durch Steffen Wohlfahrt das 1:0 (50.) kam, schienen die Tiger-Töne zu fruchten – bis plötzlich wieder alles zusammenfiel. Makarenko markierte das 1:1 für die Gäste (79.), Kocer setzte den FCB mit dem Schlusspfiff K.o. (90.+2). Besonders bitter: Schiri Dittrich pfiff ein offensichtliches Handspiel der Babelsberger nicht. Es hätte der entscheidende Stoß für die Bayern sein können. Auch Gerland meinte anschließend: „Da muss ich wohl mal zum Augenarzt gehen. Jeder sieht, dass es einwandfreies Handspiel ist!“

Als Ausrede wollte er diese Entscheidung aber nicht nehmen. Es war mehr das unrühmliche i-Tüpfelchen eines ganz bitteren Arbeitstages. „Es waren heute nur eigene Unzulänglichkeiten. Mehr lasse ich nicht gelten“, so Gerland. Die Niederlage müsse man sich selbst zuschreiben. „Es ist immer das Gleiche. Wir müssen unser Tor mit mehr Leidenschaft, mehr Aggressivität verteidigen“, schüttelte er den Kopf. „Es reicht nicht, es reicht nicht.“

Nach der Pleite hat die Mannschaft sieben Zähler Rückstand auf das rettende Ufer, dazwischen kämpfen auch noch Werder Bremer II und der VfR Aalen um den Klassenerhalt. Der erste Abstieg einer Bayern-Mannschaft rückt damit immer näher. Es winkt die Regionalliga. Ob Gerland dann noch immer die Amateure betreut, ließ er im Interview mit der tz bereits offen. Fest steht aber seine Vorgabe für die letzten Spiele bis zum Ende der Saison. „Ich will jedes Spiel gewinnen“, sagte der Coach.

mic, lop

Quelle: fussball-vorort.de

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