Kaiser kritisiert Einstellung

Peps Testspiel-Cordoba: Jetzt macht Bayern dicht

München - Bis zum Rückrundenauftakt am Freitag ist lediglich für Dienstag eine öffentliche Einheit angesetzt, den Feinschliff für die Bundesliga holen sich die Bayern hinter verschlossenen Vorhängen.

Lange ist es her, dass eine Niederlage dem FC Bayern so die Laune verdorben hat. Die meisten Spieler, inklusive Sportvorstand Matthias Sammer, verschwanden nach dem 0:3 gegen Red Bull Salzburg kommentarlos im Bus, die Trainingseinheit für Sonntag wurde kurzerhand gestrichen. Nach dem Testspiel-Cordoba der Roten hatte niemand mehr so recht Lust über Fußball zu sprechen. Bis zum Rückrundenauftakt am Freitag in Gladbach ist lediglich für Dienstag eine öffentliche Einheit angesetzt, den Feinschliff für die Bundesliga holen sich die Roten hinter verschlossenen Vorhängen. Die Bayern machen dicht!

Die höchste Pleite seit dem 2:5 im Pokalfinale 2012 gegen Borussia Dortmund – einzig Coach Pep Guardiola wirkte nicht bedient. Kein Wunder, schließlich feierte der Spanier am Samstag seinen 43. Geburtstag. „Der Gegner war einfach besser“, gab er anerkennend zu. Vielleicht auch, weil er eine gewisse Mitschuld an der Niederlage trug. Denn seine Umstellung auf eine Dreierkette in der Abwehr brachte die Defensive des FCB gehörig ins Schwimmen.

Dante sollte in der Mitte den Chef geben, Jerome Boateng verteidigte links, Javi Martínez rechts. Das ging allerdings nach hinten los. Beim 1:0 durch Sadio Máne waren Dante und Martínez desorientiert, vor dem 2:0 konnte Dante den durchgebrochenen Máne nur mit einem – unnötigen – Foul stoppen. Der Trainer reagierte und machte nach 25 Minuten aus dem Dreier-Ei die gewohnte Viererkette. Stabilität brachte aber auch diese nicht, vor dem 3:0 durch Robert Zulj sah Boateng schlecht aus. Ein gebrauchter Tag für die Roten, die ungewohnt viele Fehlpässe und Aussetzer im Stellungsspiel offenbarten. Sie wirkten müde und unkonzentriert. Wohl eine Folge des extrem intensiven Training am Donnerstagabend, Freitag folgten zwei weitere Einheiten.

„Salzburg war sehr aggressiv, sehr spritzig. Da haben wir uns schwergetan“, meinte Thomas Müller, der als einer der wenigen Stellung bezog. Toni Kroos hingegen zog wortlos davon, als er gefragt wurde, was an diesem „blamablen Tag“ falsch lief. Manuel Neuer erkannte, dass „wir in der ersten Halbzeit nicht richtig präsent waren und nicht in die Zweikämpfe gekommen sind“. Auch in der zweiten Hälfte zeigte sich der FC Bayern ohne die geschonten Franck Ribéry, Arjen Robben, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger über weite Strecken ideenlos.

„Ich habe nur die Salzburger gesehen. Die Bayern gar nicht, weil überhaupt keine Bewegung drin war. Die haben die Zweikämpfe gescheut wie der Teufel das Weihwasser!“, schimpfte entsprechend Franz Beckenbauer zur Halbzeit bei ServusTV. „Für die Bayern ist es ein Trainingsspiel, aber spätestens nach 10, 15 Minuten hätten sie merken müssen, dass da wirklich ein Gegner auf sie trifft, der mithalten kann. Dann kenne ich die Situation, dann muss ich halt auch dagegenhalten.“

Als „ein paar Halbchancen“ bezeichnete Müller die Offensivbemühungen des FCB, der sich bei Neuer bedanken konnte, dass die Pleite nicht noch höher ausfiel, als er einen Elfmeter von Kevin Kampl parierte (75.). Bis Freitag bleibt noch Zeit. Vor allem in der Defensive muss Guardiola noch mal nachjustieren, damit sein Team in Gladbach nicht mit einem ähnlichen Dämpfer wie beim 1:3 vor zwei Jahren in die Rückrunde startet. Läuft dann wieder alles rund, werden die Roten wohl auch mit ein bisschen Abstand über die Pleite in Salzburg schmunzeln können. Denn „wenn man verliert, dann am besten ein Freundschaftsspiel“, gab Müller zu verstehen.

Sven Westerschulze

Quelle: tz

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