Gomez kritisiert die Bayern-Taktik!

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Mario Gomez (l.) würde die Bayern bei Rückstand anders spielen lasssen, wäre er Jupp Heynckes

München - Die Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach ist immer noch nicht verdaut. Mario Gomez kritisiert die Taktik des FC Bayern bei Rückstand. Der Stürmer würde im Notfall gerne anders spielen.

Die Rückrunde ist gerade mal ein Spiel alt, da werden beim FC Bayern schon wieder die Grundlagen des Fußballs umgepflügt. Das Spiel bei Borussia Mönchengladbach, dieses fiese 1:3 gleich zu Beginn, hat den Rekordmeister aufgewühlt. Es war doch alles so gut in der Vorbereitung, und es solllte doch alles so gut werden in diesem Jahr. Und dann das. Wie tief der Borussen-Stachel wirklich sitzt, sieht man erst sechs Tage danach, da der Klub noch immer mit der Aufarbeitung beschäftigt ist. Selbst in der Chefetage.

„Man konnte in Mönchengladbach den Eindruck gewinnen, dass uns mit Leidenschaft, Biss, Aggressivität und Wille wichtige Attribute des Fußballs gefehlt haben. Unser Ziel, die deutsche Meisterschaft, können wir aber nur erreichen, wenn wir genau diese Attribute in den kommenden Monaten seriös und konzentriert einsetzen“, schickte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge direkt mal eine schriftliche Warnung in die Welt hinaus. Nicht per Twitter oder Facebook (die neuen Lieblingskanäle seiner Kicker), sondern im analogen Intranet, dem Bayern-Magazin, brachte er seine Sorgen zum Ausdruck. Und er verwies nochmals darauf, worum es (auch) dieses Jahr wirklich geht. „Ich möchte ausdrücklich daran erinnern, dass die Meisterschaft unser ‚Brot und Butter‘-Geschäft ist und nicht nur für mich den ehrlichsten aller zu gewinnenden Titel darstellt.“

Ein Weckruf zur rechten Zeit? Immerhin wurde zuletzt mehr über Champions League, Triple-Traum und Legenden-Jahr gesprochen, als über die Dinge auf dem Platz. Und da wurde nun mal gepatzt – nicht zum ersten mal in der Liga.

Mario Gomez sprach am Mittwoch sogar an, was zuletzt nicht so deutlich zum Ausdruck kam: Das Bayern-Problem nach einem Rückstand! Bisher konnte der Rekordmeister erst eine Partie umbiegen, beim 2:1 in Stuttgart. Ansonsten zogen die Heynckes-Kicker stets den Kürzeren, wenn sie hinten lagen. Gomez: „Wir haben uns wieder sehr schlecht angestellt nach einem 0:1-Rückstand. Das darf nicht passieren, auch wenn es schwer ist! Gladbach hat das gut gemacht, kompakt verteidigt – und wir haben kein Mittel gefunden.“

Und dann zögerte der Angreifer auch nicht, um Kritik an der taktischen Ausrichtung seiner Truppe zu üben. „Unser Spiel ist brutal auf Ballbesitz ausgelegt. Wenn du 0:1 hinten liegst und der Gegner steht mit zehn Mann am Sechzehner, dann bringt dir der Ballbesitz an der Mittellinie aber nicht viel“, so Gomez. „Wenn es 0:0 steht, dann kannst du den Gegner damit müde machen. Aber wenn du hinten liegst, dann musst du nach vorne noch mehr Risiko gehen, mehr den Abschluss suchen. Und das haben wir nicht getan. Wir haben versucht zu spielen, zu spielen, zu spielen und sind nicht richtig vor’s Tor gekommen.“

Eine klare Ansage des Stürmers, für den gerade nach Rückstand die Luft im Angriff immer dünner wird. Und der zurecht ein variableres Offensivspiel fordert. „Wir müssen nach Lösungen suchen“, erklärte Gomez. Schließlich könnten Situationen wie in Gladbach noch häufiger vorkommen in der Rückrunde. Grundsätzlich sieht er die Mannschaft aber auf einem guten Weg, will nach einer Pleite nicht alles infrage stellen, auch nicht die Grundlagen. „Ich glaube schon, dass jeder Spieler will und Leidenschaft hat“, so Gomez.

Manchmal scheint dies aber nicht genug zu sein. Und bis weitere Lösungen nicht gefunden ist, gilt beim FCB: Besser nicht in Rückstand geraten. Es ist sicherer für das Brot-und Butter-Geschäft!

mic, lop

Quelle: tz

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