Bayerns Dominanz ist weg

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Da geht’s lang! Mit Wolfsburg holte Magath letzte Saison die ­Schale. Auf ­Schalke hält er den Titel diese Saison für ­unmöglich.

München - Der Anblick ist für alle beim FC Bayern unerträglich. Doch sie müssen damit leben – noch mindestens acht Tage lang… Die Bundesliga-Tabelle liest kein Fan, kein Spieler, keiner der Bosse gerne.

Die Bayern stehen auch in der Spielzeit 2009/2010 noch nicht an der Spitze. Das Warten geht weiter. Insgesamt 36 Spieltage hecheln die Bayern schon Platz eins hinterher. Für den Rekordmeister eine schier unendliche Durststrecke. Und auch am nächsten Wochenende wird sich daran nichts ändern: Schalke und Wolfsburg haben vier Punkte Vorsprung auf den Elftplatzierten, den FC Bayern.

Und schon wird die Konkurrenz frech. „Die Bayern sind nicht mehr so weit weg, wie sie es früher waren“, stichelte Wolfsburg-Trainer Armin Veh nach dem zweiten Spieltag. Der Konter von Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger im ­kicker: „Die sollen erst die Champions League angehen und zeigen, wie groß ihre Subs­tanz ist, das macht der FC Bayern seit 30 Jahren. Dann werden wir sehen, wie sich die Situation darstellt.“

Karl-Heinz Rummenigge entgegnete in der tz schlicht: „Neid ist das Rezept der Mittelmäßigen.“ Dennoch: Die furchteinflößenden Bayern sind Vergangenheit. Und immer wieder ärgert die Bayern einer: Felix Magath . Letztes Jahr mit Wolfsburg, dieses Jahr mit Schalke. Bröckelt der Status der Bayern als unangefochtene Nummer eins des Landes? Die tz fragte nach beim Meistertrainer. Und der sieht einen klaren Trend. „Die Bayern haben im Moment keine Ausnahmestellung in Deutschland mehr. Die Dominanz ist derzeit weg“, erklärt Felix Magath .

Der Grund dafür: die fehlende Kontinuität. „Der Verein muss sich diese Saison wieder mit dem völlig neuen Trainerteam und der neuen Philosophie erst anfreunden“, nennt der Ex-Bayern-Coach den Grund für den schleichenden Wandel in der Liga. Magath: „Daran muss man sich gewöhnen. Ich weiß nicht, wie lange das dauert. Von daher könnte es sein, dass die Bayern nur langsam ihren Rhythmus finden. Das alles lässt sich nicht leicht harmonisieren – dadurch ist die Liga ausgeglichen.“ Unter Klinsmann standen die Bayern nie an der Spitze, auch van Gaal muss weiter auf die Tabellenführung warten. Anders als Uli Hoeneß , der nach dem 1:1 in Hoffenheim prognostizierte, dass die Bayern „bald vorneweg marschieren“, sagt Magath seinem Ex-Club eine schwere Spielzeit voraus: „Wenn es den Bayern nicht schnell gelingt, sich mit dem neuen Trainerteam zurecht zu finden, wird es für sie schwierig sein, eine Ausnahmestellung zu bekommen.“

Von einer neuen Zeitrechnung in der Bundesliga will Magath deswegen freilich noch nicht sprechen. „Daran glaube ich nicht. Irgendwann wird es wieder auf eine Dominanz der Bayern hinauslaufen“, erklärt Magath gegenüber der tz: „Die Bayern kann man grundsätzlich als Ausnahme sehen, sie sind auf einem anderen Niveau.“ Um einen brauchen sich die Bayern diese Saison laut Magath allerdings nicht zu sorgen: um Magath selbst. Seine Schalker sieht er – trotz Tabellenführung – nicht als Meister-Konkurrent. „Die Tabelle ist noch kein Maßstab, um für diese Saison etwas prognostizieren zu können“, sagt Magath. „Ich will die Bayern nicht ärgern. Ich will nur so gut wie möglich sein. Aber die Meisterschaft ist für mich kein Thema.“

Magath vergnügt: „Zumindest vor mir brauchen die Bayern dieses Jahr sicher keine Angst zu haben.“ Na immerhin…

ta

Quelle: tz

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