Interessantes Modell

FC Bayern: Transfermarkt - so laufen die Deals mit Coutinho, James und Sanches wirklich

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Training von Bayern München auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße. Philippe Coutinho (l) und Renato Sanches kämpfen um den Ball.

Auf dem Transfermarkt geht es mittlerweile so zu wie im Autohaus. Die Frage ist: Ratenfinanzierung, Direktkauf – oder vielleicht doch die Leasingvariante?

München - An der Säbener Straße scheint die Antwort klar: leasen, leasen, leasen! Vor zwei Jahren borgte man sich mal eben für zwei Jahre James Rodriguez aus Madrid, dieses Jahr pumpten die Münchner Barcelona um die Dienste Coutinhos an. Doch nicht nur die Bayern sind im großen Leihfieber, das Phänomen ist in ganz Europa zu beobachten. Warum? Weil es ein probates Mittel ist, um sämtliche Mechanismen des Geschäfts auszuhebeln!

FC Bayern: Das steckt wirklich hinter den Deals 

Die Haltung der anleihenden Partei ist klar: Man angelt sich einen teuren Spieler für wenig Geld, den man im Zweifel nach einem oder zwei Jahren wieder an die verleihende Partei zurückgeben kann, sollte der Transfer nicht die gewünschte Wirkung erzielen. So lief es bei James: Bayern entschied sich diesen Sommer dazu, die Kaufoption in Höhe von 42 Millionen Euro nicht zu ziehen und schickte den Kolumbianer zurück zu Real. Somit belaufen sich die Kosten für den Latino, der in zwei Jahren 15 Tore sowie 20 Assists lieferte und damit maßgeblich an zwei Meisterschalen und einem DFB-Pokal beteiligt war, auf schlappe 26 Millionen (13 Mio. Leihgebühr und 13 Mio. Gehalt). Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass James mit 80 Millionen Euro viertteuerster Transfer der Königlichen ist.

Für wen ist das Leasingmodell attraktiv?

Viel attraktiver ist das Leasingmodell derweil für die verleihende Partei. Der Grund: Fußballer sind wohl die einzigen Arbeitnehmer, die leistungsunabhängig entlohnt werden. Ganz egal, ob Alexis Sanchez bei Man United in der vergangenen Premier-League-Saison nur ein Tor erzielt hat – sein fürstliches Gehalt in Höhe von über 28 Millionen Euro bezieht der Chilene weiterhin voll. Kein Wunder also, dass die Finanzabteilung in Manchester Alexis von der Gehaltsliste streichen will. Da sich aber kein Klub findet, der so tief in die Tasche greifen will für einen formschwachen Kicker, ist aktuell eine Leihe an Inter im Gespräch – Gehaltsteilung inklusive.

Cleveres Geschäft mit Fußballstars

Was aber, wenn man für einen Kicker wie Philippe Coutinho 145 Millionen Euro ausgibt und ihn zum teuersten Transfer von Barcelonas Klubgeschichte macht? Man geht ins Risiko. Erfüllt er nämlich nicht die Erwartungen, sinkt der Marktwert und man bleibt auf einer horrenden Summe sitzen. Coutinhos Marktwertkurve geht schon länger talwärts, weshalb Barça eigentlich nur zwei Optionen blieben: Verluste in Kauf nehmen oder den Kicker verleihen und auf einen Wertanstieg hoffen. Heißt im Klartext: Startet Coutinho bei den Bayern durch, bekommen die Katalanen entweder 120 Millionen über die Option oder einen finanziell aufgewerteten Coutinho wieder zurück. Eine Logik, die heutzutage die größten Schandtaten des Marktes rechtfertigt.

Und zwar auch solche, die sich am Rande der Legalität befinden. Beispiel Kylian Mbappé: Da die Pariser Scheichs im Sommer 2017 bereits 222 Millionen Euro für die Dienste Neymars durch die Pipeline gejagt hatten, wurde es mit dem Transfer von Mbappé eng. Nicht finanziell, vielmehr regeltechnisch, schließlich hätte PSG bei weiteren 180 Millionen für das Edeljuwel von Monaco Ärger mit der Fußballpolizei bekommen. Da die Scheichs aber nicht von gestern sind, liehen sie Mbappé für 45 Millionen aus – und zahlten die übrigen 135 erst 2018. Clever. Sieht auch Barça so, das mit demselben Leasingangebot Neymar jetzt „zurückleihen“ will.

Philippe Coutinho

  • Philippe Coutinho kam 2018 für 145 Mio. zu Barça, nun ist er an die Bayern verliehen.
  • Marktwert: 90 Mio.
  • Leihgebühr: 8,5 Mio.

Renato Sanches

James Rodriguez

  • Real kaufte James Rodriguez 2014 für 80 Mio. und lieh ihn 2017 an den FCB aus. Bayern zog die Kaufoption 2019 nicht.
  • Marktwert: 50 Mio.
  • Leihgebühr: 13 Mio.
James Rodriguez.

Neymar Junior

  • Neymar Junior wechselte 2017 für 222 Mio. zu PSG, sein Marktwert ist seitdem auf 180 Mio. gesunken. Im Gespräch ist eine Leihe zu Real, Barça oder Juve.
Neymar Junior.

Alexis Sanchez

  • 2018 zahlte ManU 34 Mio. plus Mchitarjan für Alexis Sanchez an Arsenal und stattete ihn mit 28 Mio. Salär aus. Inter will eine Leihe, es hakt aber am Gehalt. 
  • Sein Marktwert liegt bei 35 Mio.
Alexis Sanchez.

Der FC Bayern München hat sich prominent verstärkt. Nun hat sich der Klub auch von Renato Sanches getrennt. Als dieser bei seinem neuen Klub vorgestellt wurde, unterlief diesem ein peinlicher Fauxpas.

Greift der FC Bayern für diesen Spieler tief in die Tasche? Berater erklärt: „Wechsel ist weiter möglich“

José Carlos Menzel López

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