Nur noch vier Tage Zeit

Winter-Transfers: Holt der FC Bayern noch wen?

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Ein Back-Up für Lewandowski, ein Kreativkopf für die Zentrale - schlagen die Bayern in der Wintertransferperiode doch noch zu? 

München - Das Transferfenster im Winter ist noch vier Tage geöffnet. Schlägt der FC Bayern in der verbliebenen Zeit doch noch zu?

Der FC Bayern treibt derzeit die Planungen für die Zukunft voran. Es hagelte Vertragsverlängerungen, unter anderem von Arjen Robben, Franck Ribéry und Robert Lewandowski, und auch die Gerüchte um mögliche Neuzugänge reißen nicht ab.

Der Fokus liegt hierbei aber stets auf dem Sommer 2017 - so sind auch die beiden bereits feststehenden Neuzugänge Sebastian Rudy und Niklas Süle erst ab der kommenden Saison beim Rekordmeister zugegen. Doch wie steht es eigentlich um die aktuelle Personalsituation an der Säbener Straße? 

Lewandowski: „Die Anzahl an Spielern ist genau richtig“

Die Meinungen zu etwaigen (Winter-)Neuverpflichtungen sind sogar innerhalb des Vereins geteilt. Arjen Robben hatte den mageren Kader unlängst kritisiert und auf die dünne Personaldecke hingewiesen. Sein Teamkollege Robert Lewandowski sieht das jedoch anders:  „Ich denke, die Kadergröße ist perfekt und kann unser großer Trumpf im Kampf um die Titel werden“, sagt der 28-Jährige. „Die Anzahl an Spielern ist genau richtig. Sie sorgt dafür, dass alle Spieler motiviert sind und im Training alles geben“, so der polnische Nationalstürmer.

Aktuell sind bei den Bayern lediglich drei Spieler verletzt. Jerome Boateng befindet sich im Aufbautraining, Arturo Vidal wird etwa drei Wochen mit Rippenproblemen ausfallen, und Mittelfeldstratege Thiago ist nach seiner Oberschenkelverletzung gar schon wieder ins Training eingestiegen. Haben die Bayern also überhaupt Bedarf?

Die Verteidigung: Weltklasse-Stamm und polyvalenter Ersatz

In der Verteidigung stehen trotz der Verletzung von Jerome Boateng genug Alternativen zur Verfügung. Mit Javi Martinez und Mats Hummels hat der Verein zwei Weltklasse-Leute, mit Joshua Kimmich und David Alaba stehen außerdem zwei polyvalente Spieler bereit, die auf dieser Position bereits beide zu glänzen wussten. 

Analog dazu sind die Bayern auch auf den defensiven Außenpositionen mit Philipp Lahm und Rafinha, beziehungsweise besagtem David Alaba und Juan Bernat doppelt besetzt. Außerdem: Welcher Innenverteidiger, mit ausreichend Qualität für den FCB würde sich im Winter einen Wechsel nach München wünschen - zumal mit der Aussicht, hinter einem bald genesenen Boateng sowie Martinez und Hummels auf der Bank zu sitzen?

Das zentrale Mittelfeld und die Außenbahnen:  

Auch in der Zentrale ist beim FCB für die Rückrunde eigentlich keine Planstelle mehr frei. Xabi Alonso, Renato Sanches, Thiago, Joshua Kimmich und der momentan verletzte Arturo Vidal teilen unter sich zwei bis drei Positionen auf - je nach dem, wo Thomas Müller landet.

Dieser spielt wahlweise auf der rechten Außenbahn (mit eher mäßigem Erfolg) oder agiert zentral-hängend auf einer Art Hybrid-Offensiver-Mittelfeldspieler-Position. Mit Arjen Robben und Kingsley Coman sowie Franck Ribéry und Douglas Costa sind die beiden Außenbahnen aber auch ohne Müller Weltklasse besetzt. 

Dass die Bayern schon länger über einen weiteren Kreativkopf neben Thiago nachdenken, darf zwar angenommen werden, doch ein Spieler mit ausreichender Qualität ist im Winter nicht zu bekommen - zumal dieser im Normalfall dann auch nicht für die Champions League spielberechtigt wäre. Auch hier also: kein Bedarf. So sieht es auch Ex-Bayer Stefan Effenberg.

Der Sturm: Robert Lewandowski - und? 

Tja, hier wird‘s dann im Vergleich zum Rest des Kaders doch a bisserl enger. Je nach dem auf welcher Position Müller aufläuft, steht für Starstürmer Robert Lewandowski kein Ersatz bereit. Dieser meinte zwar unlängst: „Um mich muss sich niemand Sorgen machen, ich falle nicht aus.“ Doch selbst einem Modellathleten wie Lewandowski würde die ein oder andere Pause mit Sicherheit gut tun - auch, um in der Crunch-Time der Champions League vielleicht die entscheidenden Körner mehr im Tank zu haben. 

Im Video: Müller mahnt seine Kollegen

Für Uli Hoeneß kommt ein Back-Up für den Polen aber absolut nicht in Frage: „Wenn ich immer höre, der FC Bayern hat keinen Ersatz für Lewandowski, für Gerd Müller hatten wir auch keinen Ersatz“, polterte der Bayern-Boss unlängst. Dafür wurde er von Seiten vieler Fans mit deutlicher Kritik abgestraft.

Problem: Qualität ist im Winter rar gesät

Langfristig gesehen ist ein zweiter reiner Stürmer neben dem polnischen Weltklasse-Mann mit Sicherheit eine Überlegung wert. Doch nach einer solch deutlichen Hoeneß-Ansage und zusätzlich im Winter? 

Hier sei auf eine spannende Analogie aus der letzten Saison verwiesen: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte nach der Verletzung von Innenverteidiger Javi Martinez ausgeschlossen, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden: „Qualität ist nicht auf dem Markt, es gibt keine guten Spieler“, hatte er verkündet. 

Tasci-Transfer im Winter 2016 - ein Negativbeispiel 

Ergebnis: einen Tag später stand Serdar Tasci vor der Tür. Damit widersprach sich der FCB-Boss zwar im Hinblick auf die verneinte Verpflichtung, doch dass keine ausreichend hohe Qualität für den FC Bayern auf dem Markt gewesen war, bestätigte sich indes indirekt dann doch: Tasci kam auf drei magere Einsätze und durfte zumeist nur auf der Tribüne platz nehmen.

Und genau dieses Problem stellt sich auch im Hinblick auf einen potentiellen Back-Up für Lewandowski. Ob die Bayern einen qualitativ ausreichend starken Stürmer finden, der für die Champions League spielberechtigt ist und der sich als klare Nummer zwei hinter Lewandowski auf die Bank setzen würde, scheint mehr als fraglich zu sein. Möglich ist im schnelllebigen Fußball-Business aber alles - und: vier Tage bleiben ja noch.

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